Heute ist der 19.06.2026 und wir werfen einen Blick auf das außergewöhnliche Leben von Lasse Stolley, einem 19-jährigen digitalen Nomaden, der seit fast vier Jahren die Züge der Deutschen Bahn als sein Zuhause betrachtet. Geboren am 10. Juli 2006 in Eckernförde, hat Stolley sich mit einem unkonventionellen Lebensstil einen Namen gemacht. Im August 2022, gerade mal 16 Jahre alt, tauschte er seinen festen Wohnsitz gegen eine BahnCard 100 ein und begann ein Leben auf Schienen. Seine Abenteuerlust und Neugier haben ihn dazu inspiriert, den Alltag im Zug zu leben und gleichzeitig als Softwareentwickler zu arbeiten.

Stolley ist ein wahrer Meister der Anpassung. Er schläft auf Viererplätzen, nutzt Schwimmbäder zum Duschen und wäscht seine Wäsche auf Zugtoiletten. Mit einem 35-Liter-Rucksack, der alles Nötige beinhaltet, und einer BahnCard 100 für die 1. Klasse ist er bestens für seine Reisen gerüstet. Während seiner Zugfahrten hat er sogar eine App entwickelt, die freie Plätze im Zug anzeigt – eine brillante Idee für alle, die sich in der Schienennutzung auskennen. In der DB-Lounge genießt er die Annehmlichkeiten des Buffets und stillt seinen Hunger oft mit den kostenlosen Angeboten, die ihm die Deutsche Bahn bietet.

Der Weg zum Zugführer

Im August 2025 begann Stolley eine Ausbildung bei TRI Train Rental, und seit Januar 2026 ist er als Zugführer fest angestellt. Der Schritt in eine feste Anstellung markiert einen bedeutenden Wandel in seinem Leben, denn nun verbringt er etwa fünf Nächte pro Woche in Hotels und nur noch zwei Nächte im Zug. Die Entscheidung, weiterhin ohne festen Wohnsitz zu leben, lässt ihn jedoch ins Grübeln kommen. Wird er sein Nomadentum aufgeben? Die Unsicherheit schwingt in seinen Gedanken mit.

Sein minimalistischer Lebensstil und die täglichen Reisen haben ihn über 850.000 Kilometer und mehr als 8800 Stunden in Zügen verbringen lassen. Inspiriert durch eine YouTube-Dokumentation hat er sich für ein Leben als digitaler Nomade entschieden – und das hat ihn stets vor neue Herausforderungen gestellt. Stolley hat die Realschule im Alter von 16 Jahren abgeschlossen und eine Ausbildung zum Fachinformatiker angestrebt, die jedoch kurzfristig abgesagt wurde. So kam es, dass er seinen eigenen Weg fand und das digitale Nomadentum auf Schienen für sich entdeckte.

Ein Leben auf Schienen

Als digitaler Nomade hat Stolley nicht nur seine eigene Geschichte, sondern ist auch ein Teil einer wachsenden Bewegung in Deutschland. Diese Art des Lebens hat in den letzten Jahren an Popularität gewonnen. Deutschland bietet eine starke Volkswirtschaft, eine hohe Lebensqualität und ein ausgezeichnetes öffentliches Verkehrsnetz, was es zu einem idealen Standort für digitale Nomaden macht. Die zentrale Lage in Europa und die aktiven Communities in vielen Städten machen es für viele attraktiv, einen Lebensstil ähnlich dem von Stolley anzustreben.

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Ob in Berlin, München oder Hamburg – die Städte bieten Coworking Spaces und Co-Living-Optionen, die es leicht machen, sich als digitaler Nomade einzuleben. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von öffentlichen Arbeitsräumen, von Parks bis hin zu Cafés, die kostenlosen Internetzugang bieten. Für Stolley mag die Reise durch die Züge der Deutschen Bahn ein einzigartiger Lebensstil sein, doch er ist Teil eines größeren Trends, der die Art und Weise, wie viele Menschen heute leben und arbeiten, verändert.

Die Entscheidung, digital zu nomadisieren, bringt nicht nur Freiheit, sondern auch Herausforderungen mit sich. Mit einer jährlichen Ausgabenbilanz von etwa 10.000 Euro ist es ein Lebensstil, der gut durchdacht sein muss. Während Stolley seinen Weg findet, bleibt er jedoch ungebunden und offen für das, was die Zukunft bereithält – egal, ob im Zug oder in einem Hotelzimmer.

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