Rothirsche im Fokus: Wie KI das Überleben der majestätischen Tiere in Schleswig-Holstein sichert
In Schleswig-Holstein tut sich was! Der Landesjagdverband hat eine spannende Initiative gestartet, die nicht nur die heimische Fauna schützen soll, sondern auch auf innovative Technologie setzt. Die Rede ist von der Künstlichen Intelligenz (KI), die Rothirsche anhand ihrer Gesichter identifiziert. Ja, richtig gehört – Gesichtserkennung bei Wildtieren! Das Projekt trägt den Namen „Rotwild-ID“ und hat ein großes Ziel: die Erforschung und damit den Erhalt der Rothirsch-Populationen in der Region.
Rothirsche sind in Schleswig-Holstein stark gefährdet. Inzucht und genetische Verarmung machen ihnen zu schaffen, ganz zu schweigen von der Zerschneidung ihrer Lebensräume. Diese majestätischen Tiere stehen sogar auf der Vorwarnliste der Roten Liste. Um dem entgegenzuwirken, hat das Land das Projekt mit 70.000 Euro unterstützt. Frank Zabel, der das Ganze initiiert hat, möchte das Sozialverhalten, die Wanderrouten und die Größe der Rothirsch-Population besser verstehen. Und wie macht man das heutzutage? Richtig, mit Technik!
Die Technik hinter Rotwild-ID
Die Grundlage für diese faszinierende Entwicklung sind Bilder von Wildkameras, die über die Jahre gesammelt wurden – insgesamt 12.700 Fotos! Gernot Maß hat hier einen erheblichen Anteil geleistet. Die KI wurde trainiert, um Gesichtsmerkmale zu erkennen, die sich über die Jahre nicht verändern, ähnlich wie ein menschlicher Fingerabdruck. Das Ergebnis? Die KI hat bereits 1.000 Fotos analysiert und erreicht eine Trefferquote von beeindruckenden 77% bei der Wiedererkennung bekannter Tiere. Wenn es darum geht, Bildpaare zu vergleichen, steigt die Trefferquote sogar auf fast 100%. Das ist doch mal eine Ansage!
Das Projekt hat nicht nur den Landesjagdverband und das Land Schleswig-Holstein hinter sich. Unterstützung kommt auch von dem Verein zur Erhaltung des Wildes und der Jagd im CIC e. V. sowie vom Wildpark Eekholt, wo das Projekt offiziell ins Leben gerufen wurde. Digitalisierungsminister Dirk Schrödter hat sich ebenfalls positiv über die KI-Initiative geäußert. Und das zu Recht, denn die Software ermöglicht eine genauere Untersuchung von Wanderbewegungen und Populationsentwicklungen, ohne die Tiere dabei zu stören – ganz ohne Markierung oder Besenderung!
Ein Blick über die Landesgrenzen hinaus
Doch was hat das Ganze mit den Rothirschen außerhalb Schleswig-Holsteins zu tun? Nun, das erste standardisierte Monitoring von Wildtierpopulationen in deutschen Großschutzgebieten hat einige interessante Zahlen ans Licht gebracht. Wissenschaftler*innen der Universität Freiburg, unter der Leitung von Prof. Dr. Marco Heurich, haben in den Jahren 2019 und 2020 643 automatische Wildtierkameras eingesetzt. Das Ergebnis: 7.591 Rothirsche wurden gezählt, neben Rehen, Wildschweinen und sogar Wölfen. Diese Daten sind Gold wert für das zukünftige Bestandsmanagement und zur Klärung der Wechselwirkungen zwischen den Huftieren und ihren Ökosystemen.
Die KI hat sich also als entscheidendes Werkzeug in der Wildtierforschung etabliert und wird auch weiterhin dazu beitragen, die Entwicklungen der Wildtierbestände zu verfolgen. Ab dem 1. Juni 2023 sind sogar 780 Fotofallen in elf Nationalparks im Einsatz. Die Ergebnisse dieser umfassenden Forschungen werden voraussichtlich im Herbst 2023 veröffentlicht. Die Zukunft sieht also vielversprechend aus – sowohl für die Rothirsche als auch für den Artenschutz insgesamt!
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