Schulacker in Schärding: Wo Kinder den Anbau von Gemüse und den Wert von Lebensmitteln entdecken
In der Mittelschule Schärding sprießen nicht nur die Karotten, Salate und Tomaten aus der Erde – hier wird auch eine ganz neue Haltung zu Lebensmitteln und Natur vermittelt. Auf dem Schulgelände wurde ein bunter Schulacker angelegt, und die Schülerinnen und Schüler sind mit viel Elan dabei, ihren eigenen Gemüseanbau zu erforschen. Unterstützt von der Sparkasse OÖ und im Rahmen der „GemüseAckerdemie“ setzen sie sich aktiv mit dem Thema gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit auseinander. Eine richtige Entdeckungsreise, die nicht nur den Gaumen erfreut!
Das Programm von Acker Österreich fördert den achtsamen Umgang mit Lebensmitteln und schärft das Bewusstsein für deren Herkunft. Christoph Musik, der Gründer von Acker Österreich, hebt hervor, wie wichtig es ist, selbst zu erfahren, woher unser Essen kommt. Viele Jugendliche haben oft keinen Bezug zur Natur, und genau hier setzt das Projekt an – es ist der erste Ort für viele Schüler, an dem sie den direkten Zusammenhang zwischen Anbau und Lebensmittelproduktion begreifen. So wird der Schulacker nicht nur zum Lernort, sondern auch zur Quelle von Verantwortung und Eigenverantwortung.
Wertschätzung für Lebensmittel
Martin Doblinger, stellvertretender Marktbereichsleiter der Sparkasse OÖ, betont, wie bedeutend die Wertschätzung für Lebensmittel in Zeiten des Klimawandels ist. Immerhin werden weltweit etwa ein Drittel aller Lebensmittel weggeworfen, und über 40 Prozent davon sind Obst und Gemüse! In Schärding wird dem entgegengewirkt – durch das Erleben des Anbaus lernen die Kinder nicht nur, wie man pflanzt, sondern auch, wie wichtig die natürliche Ressource Erde ist.
Das Bildungsprogramm „GemüseAckerdemie“, das auch ohne gärtnerisches Vorwissen umgesetzt werden kann, ist ein echter Gewinn für die Schulen. Hierbei handelt es sich nicht nur um frisches Gemüse; vielmehr werden die Kinder mit BNE-Kompetenzen (Bildung für nachhaltige Entwicklung) vertraut gemacht. Sie lernen, Verantwortung zu übernehmen und die Bedeutung von Mitentscheidungen zu schätzen. Ein Schulgarten, wie er in Schärding entsteht, ist ein naturnaher Lernort, der nicht nur die Sinne anspricht, sondern auch das Verständnis für natürliche Kreisläufe fördert. Es ist einfach beeindruckend, wie viele verschiedene Gemüsearten die Schülerinnen und Schüler hier anbauen – rund 30 an der Zahl!
Das große Ganze im Blick
Die Idee hinter dem Konzept des „Handabdrucks“ ist, dass individuelles Handeln weit über den eigenen Fußabdruck hinausgeht. Es soll nachhaltiges Verhalten zur Norm machen. Warum? Weil es nicht nur um uns geht, sondern auch um die Gemeinschaft und die Umwelt. Die Schüler von Schärding sind durch ihre aktive Teilnahme nicht nur in ihrem eigenen Mikrokosmos gefordert, sondern werden auch zu Vorbildern für andere. Es ist die Art und Weise, wie sie lernen, sich für Veränderungen in ihrem Umfeld einzusetzen.
Es ist bemerkenswert, dass über 1.000 Schulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Jahr 2023 an der GemüseAckerdemie teilnehmen. Das zeigt, dass das Interesse an nachhaltiger Bildung wächst – und das ist gut so. Ein kostenloser Saatgut-Pflanzkalender steht für interessierte Schulen zum Download bereit. Die Möglichkeit, mit einem eigenen Schulgarten einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten und gleichzeitig den Kindern die Freude an frischen Lebensmitteln näherzubringen, ist unbezahlbar. So wird der Schulacker in Schärding nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein Ort der Begegnung, des Miteinanders und der Gemeinschaft.
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