In Steinburg ist die Stimmung nach dem letzten Spiel der VfR-Frauen angespannt. Bei einem ausgeglichenen Aufeinandertreffen gegen die SG Kaki/Stusie mussten die Frauen eine bittere 0:1-Niederlage hinnehmen. Das entscheidende Tor fiel in der Nachspielzeit, und das Drama nahm seinen Lauf, als ein Handspiel von Lea Kirchner geahndet wurde. Ein Elfmeter, der von Nadja Schubring sicher verwandelt wurde, sorgte für die Entscheidung. Es war ein Herzschlagfinale, das die Zuschauer bis zur letzten Sekunde fesselte. Hier hat man wirklich mitgefiebert!

Beide Teams hatten zuvor zahlreiche Chancen, die Führung zu übernehmen, doch das Schussglück schien nicht auf ihrer Seite zu sein. In der zweiten Halbzeit wurden sogar zwei Tore, eines von jedem Team, wegen Abseits nicht anerkannt. Es ist schon frustrierend, wenn der Schiedsrichter, der ohne Linienrichter oder Videobeweis auskommen musste, die entscheidenden Momente so beeinflusst. Und als wäre das nicht genug, verletzte sich auch noch Abwehrspielerin Jette Müller schwer und musste vom Platz getragen werden – ein harter Schlag für die Mannschaft.

Der Weg zum Klassenerhalt

Die VfR-Frauen müssen nun bis zum letzten Spieltag auf die Entscheidung über ihren Klassenerhalt warten. Ihr nächstes Match findet am 30. Mai um 15 Uhr gegen den SV Fortuna St. Jürgen in Horst statt. Man kann nur hoffen, dass sie sich bis dahin von den jüngsten Rückschlägen erholen. Diese Saison war für die Mannschaft nicht einfach, das lässt sich nicht leugnen.

Die Integration von rund zehn Spielerinnen aus dem Jahrgang 2008 in die Frauenmannschaft hat sicherlich frischen Wind gebracht, aber der Übergang aufs 11-er-Feld war alles andere als leicht. Eine echte Vorbereitung war wegen Ferien und Urlaubszeiten kaum möglich, und das merkt man. Nach einem holprigen Start, bei dem die ersten sechs Spiele verloren gingen, konnte man immerhin Fortschritte sehen. Ein Punktgewinn nach einem 1:3-Rückstand gegen Oftersheim und der erste Sieg mit einem zweistelligen Ergebnis gegen die ersatzgeschwächten Gäste aus Reilingen zeigen, dass die Mannschaft kämpft.

Das Trainerteam Schwarz/Andersson bleibt optimistisch und sieht Fortschritte im Training. Vielleicht wird die Rückrunde ja der Wendepunkt für die VfR-Frauen. Nach einer vollständigen, strukturierten Vorbereitung in der Winterpause könnte sich die Leistung noch steigern. Das wäre ihnen wirklich zu wünschen!

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Verletzungsrisiken im Frauenfußball

In dieser Saison scheint das Verletzungspech ein ständiger Begleiter zu sein. Die schwere Verletzung von Jette Müller ist nur ein weiteres Beispiel dafür, wie verletzungsanfällig die Spielerinnen sind. Eine deutschlandweite Studie hat gezeigt, dass rund 42 % der Spielerinnen in der Saison verletzungsbedingt ausfielen. Besonders betroffene Körperregionen sind das Kniegelenk und das Sprunggelenk. Es ist schon erschreckend, dass Stürmerinnen am häufigsten betroffen sind und die Knieverletzungen zu den längsten Ausfallzeiten führen.

Die Forschung zu Verletzungen im Frauenfußball steckt noch in den Kinderschuhen. Die VBG hat kürzlich eine Studie durchgeführt, um verlässliche Daten zu sammeln. Es bleibt zu hoffen, dass solche Erkenntnisse in Zukunft zu besseren Trainingsmethoden und Verletzungsprophylaxen führen. Schließlich möchte niemand, dass Spielerinnen wie Giulia Gwinn, die sich bei der EM verletzte, lange ausfallen. Die Belastungen sind hoch, und die körperliche Belastbarkeit ist oft der limitierende Faktor.

Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die VfR-Frauen den Klassenerhalt schaffen können. Man könnte sagen, sie stehen vor einer echten Herausforderung. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Vielleicht wird der letzte Spieltag der große Showdown, auf den alle gewartet haben.