Heute ist der 20.04.2026 und die Region Schleswig-Flensburg blickt gespannt auf die Entwicklungen rund um die elektrische Seilfähre „Missunde III“. Ursprünglich war geplant, dass die Fähre ihren Regelbetrieb zwischen Brodersby und Kosel am 1. April 2026 aufnehmen könnte. Doch nun wurde bekannt, dass wichtige Nachweise für die Fährerlaubnis fehlen, was die Inbetriebnahme erheblich verzögert.
Im Wirtschaftsausschuss des Kieler Landtages wurde festgestellt, dass der Weg zum Fährzeugnis weit komplizierter ist als zuerst angenommen. Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) hat darauf hingewiesen, dass weitere technische Punkte zu klären sind, darunter die Neuvereichung für die Stabilitätsberechnung sowie die erforderlichen Seilzertifikate. Das Dezernat Technische Schiffssicherheit der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) ist für die Ausstellung des Fährzeugnisses zuständig, und zwei GDWS-Prüfer waren am 14. April 2026 an der Schlei, um die Fähre zu begutachten.
Technische Herausforderungen und Nachrüstungen
Ein weiteres Hindernis stellt die Betriebsart der „Missunde III“ dar. Momentan darf die Fähre nur im Zwei-Mann-Betrieb gesteuert werden, da eine Lösung für den Ein-Mann-Betrieb noch nachgerüstet werden muss. Die Kosten für diese Nachrüstung sind derzeit noch unbekannt, was für zusätzliche Unsicherheiten bei den Verantwortlichen sorgt.
Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) äußerte sich zur Verzögerung und entschuldigte sich für die Belastungen, die diese Situation für die Region und die Pendler mit sich bringt. Die Opposition hingegen übt scharfe Kritik an der Landesregierung und bemängelt fehlende Pläne sowie unzureichende Zeitpläne bezüglich der Fähre. Das Fährprojekt hat mittlerweile mehr als 6,5 Millionen Euro gekostet, ein Investment, das nun auf die Probe gestellt wird.
Anpassungen und Testfahrten
Bei Testfahrten in der Vorwoche wurde zudem festgestellt, dass die Anleger erneut angepasst werden müssen, um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Diese zusätzlichen Anpassungen sind ein weiterer Punkt auf der langen Liste der Herausforderungen, die überwunden werden müssen, bevor die „Missunde III“ endlich ihren Dienst antreten kann.
Die Situation rund um die „Missunde III“ ist exemplarisch für die Schwierigkeiten, die oft mit innovativen Projekten verbunden sind. Obwohl die elektrischen Fähren eine umweltfreundliche Alternative darstellen, zeigen die aktuellen Entwicklungen, dass technologische Fortschritte oft auch mit bürokratischen Hürden und unvorhersehbaren Verzögerungen einhergehen. Die Region und ihre Bewohner hoffen auf eine baldige Lösung, um die lange geplante Verbindung zwischen Brodersby und Kosel tatsächlich in Betrieb nehmen zu können.