Wenn die Schatten der Angst über Südafrika ziehen
Heute ist der 21.06.2026, und in Südafrika brodelt es. Die Stimmung ist aufgeheizt, und das hat nicht nur mit der Winterkälte zu tun. Seit Monaten gibt es eine brutale Kampagne gegen Migranten, organisiert von der Gruppe March and March. Diese Bürgerwehr agiert wie ein Schatten, der über den Städten schwebt, und ihre Angriffe richten sich gegen Menschen aus Simbabwe, Nigeria, Mosambik und dem Kongo. Plünderungen, das Verweigern des Zugangs zu Krankenhäusern und gewaltsame Vertreibungen aus Wohnungen sind nur einige der schockierenden Aktionen, die von dieser Organisation durchgeführt werden. Komischerweise greift die Polizei oft nicht ein, während March and March sich als Verteidiger der „machtlosen Südafrikaner“ inszeniert und eine Verschwörungstheorie über eine „ausländische Invasion“ verbreitet. Ja, die Angst vor dem Fremden hat sich festgesetzt – und das nicht erst seit gestern.
Rund drei Millionen Migranten leben in Südafrika, was etwa fünf Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht. Sie sind keine Kriminellen, im Gegenteil: Migranten sind nicht straffälliger als Einheimische, abgesehen von Verstößen gegen Immigrationsgesetze. Dennoch sehen die Mitglieder von March and March in ihnen die Ursache für Probleme wie hohe Arbeitslosigkeit, Gangkriminalität und Wohnungsnot. Ein gefährlicher Narrativ, das in einer Zeit der Unsicherheit und des Mangels an sozialer Gerechtigkeit besonders gut ankommt. Die Organisation hat ein Ultimatum gesetzt: Bis zum 30. Juni müssen alle illegalen Einwanderer das Land verlassen. Ein Datum, das sich wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Betroffenen schwebt.
Sichtweisen und Framing
Die Anti-Migrantenkampagnen werden immer mehr als „Gemeinschaftsschutz“ dargestellt. Protestierende berufen sich auf Kriminalität, Arbeitslosigkeit und versagende öffentliche Dienstleistungen als Gründe für ihr Handeln. Das klingt fast nach einem Aufruf zur Solidarität – wenn es nicht so absurd wäre! Diese „Reinigungsaktionen“ zielen darauf ab, „illegale Ausländer“ zu entfernen, und legitimieren damit die Ausgrenzung von Migranten. Diese Sprache hat das Potenzial, Gewalt zu fördern, denn sie schafft ein Feindbild, das es so vorher nicht gegeben hat.
Die Gruppe March and March, die 2024 in Durban entstand, hat mit ihrer Rhetorik das Gefühl der Unsicherheit geschürt. Vigilantismus ist unter diesen Kampagnen aufgeblüht. Bürger nehmen das Recht in ihre eigenen Hände, verhaften verdächtige Straßenverkäufer und schließen Geschäfte von Ausländern. Dabei richten sich die Wut und Frustration der Menschen nicht gegen die tatsächlichen Ursachen von Armut und Ungleichheit, sondern gegen die Migranten. Das ist irgendwie tragisch, oder? Anstatt sich gegen die strukturellen Probleme zu wenden, wird das Augenmerk auf die Schwächsten gerichtet. Der alte Spruch, dass man den Boten nicht erschießen sollte, gilt hier mehr denn je.
Ein gefährlicher Trend
Die Situation hat sich nicht nur verschärft, sondern ist auch ein globales Phänomen. Human Rights Watch hat bereits vor einer neuen Welle von xenophoben Angriffen gewarnt. Die Vorurteile wachsen und immer mehr Menschen finden sich in einem Klima wieder, das von Intoleranz und Hass geprägt ist. Die Berichte über Einschüchterungen, Drohungen, Belästigungen und sogar körperliche Angriffe auf Migranten nehmen zu. Verbal abuse, diskriminierende Praktiken in Kliniken und am Arbeitsplatz – das alles wird zur neuen Normalität. Und was macht die Regierung? Sie betont zwar ihre Verpflichtung zur Rechtsstaatlichkeit, doch die Realität sieht oft anders aus. Präsident Cyril Ramaphosa hat klar gemacht, dass Angriffe auf Migranten unter dem Deckmantel von Aktivismus nicht akzeptabel sind. Dennoch bleibt die Frage: Wie lange kann das gutgehen, wenn die öffentliche Frustration weiter wächst?
Die anhaltenden Proteste, insbesondere in Johannesburg, Pretoria und Durban, zeigen, dass die Unterstützung für diese anti-migrantischen Bewegungen vor allem in armutsgeplagten Stadtteilen und urbanen Gebieten zunimmt. Politische Parteien nutzen Migranten als Sündenböcke und lenken damit von den eigenen Versäumnissen ab. Die ungelösten Fragen von Ungleichheit und schlechter Regierungsführung stehen im Raum, während die Wut auf die Migranten abgeladen wird. Ein gefährliches Spiel, das nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die Gesellschaft insgesamt verheerende Folgen haben könnte.
In diesem Szenario ist Solidarität gefragt. Sowohl Südafrikaner als auch Migranten stehen vor ähnlichen Herausforderungen – und doch werden sie gegeneinander ausgespielt. Es ist an der Zeit, den Fokus auf die gemeinsamen Probleme zu richten, anstatt die Schuld auf die Schwächsten abzuwälzen. Die Normalisierung von Ausgrenzung und Hass hat bereits zu Gewalt geführt, und das kann nicht der Weg sein, den wir gehen wollen.
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