Krise auf vier Rädern: Europas Automobilindustrie am Abgrund
Heute ist der 19.06.2026. Die Automobilindustrie in Europa steckt in einer tiefen Krise. Die Zahlen sprechen für sich: Porsche muss im Jahresabschluss 2025 massive Sonderabschreibungen in Höhe von 2,4 Milliarden Euro hinnehmen, während Stellantis sogar 18,8 Milliarden Euro abschrieb. Mercedes meldet Risiken in der Absatzentwicklung, und Ford hat in Köln mit einer weiteren Runde des Arbeitsplatzabbaus begonnen, die 3700 Stellen betrifft. Wer hätte gedacht, dass der Abschied von der Verbrennertechnik so viele Probleme mit sich bringen würde? Die Krisenszenarien sind nicht nur die Folge des Umstiegs auf Elektroautos, sondern auch das Resultat unzureichender Rahmenbedingungen.
Die EU hat die Ziele für den Umstieg auf batterieelektrische Antriebe mit Strafzahlungen ab 2025 und einem faktischen Verbrenner-Aus von 2035 versehen. Im Koalitionsvertrag von 2021 wurde festgelegt, dass bis 2030 rund 15 Millionen rein elektrische Autos auf Deutschlands Straßen fahren sollen. Europäische Autohersteller, wie auch Porsche, haben auf diese Perspektiven gesetzt und die Produktion von Verbrennermotoren eingestellt, was sich jetzt als fataler Fehler herausstellt. Der Elektroantrieb des SUV Macan hat die Verkaufszahlen des Verbrenner-Vorgängers nicht erreicht, und Porsche hat sich mit 700 Millionen Euro Abschreibungen von einer eigenen Batteriefertigung verabschiedet. Auch Stellantis zieht sich mit zwei Milliarden Euro Abschreibungen aus Projekten für Batteriefabriken zurück.
Die Forderung nach Unterstützung
Inmitten all dieser Turbulenzen fordern Volkswagen und Stellantis mehr Unterstützung von der Europäischen Union für den Bau von Elektroautos. VW-Chef Oliver Blume und Stellantis-Manager Antonio Filosa fordern in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt und Les Echos finanzielle Anreize und eine Bevorzugung der heimischen Produktion bei den EU-Klimaregeln. Ihr Vorschlag: Jedes Elektrofahrzeug „Made in Europe“ sollte einen CO₂-Bonus erhalten. Eine interessante Idee, oder? Die beiden Manager betonen, dass Europa entscheiden muss, ob es nur ein Markt für andere oder auch Produzent und Industriemacht bleiben will.
Die Volkswagen Group, zu der Marken wie VW, Škoda, Seat und Audi gehören, sowie Stellantis mit Marken wie Peugeot, Fiat und Opel, setzen stark auf eine „Made in Europe“-Strategie, um Investitionen in der EU zu stärken und Wettbewerbsnachteile auszugleichen. Fahrzeuge, die die Kriterien für „Made in Europe“ erfüllen, sollen ein Label erhalten und von staatlichen Kaufprämien profitieren. Diese Kriterien umfassen nicht nur die Produktion, sondern auch Antrieb, Batteriezellen und elektronische Schlüsselkomponenten. Ein ambitioniertes Ziel, das Milliarden an Strafzahlungen vermeiden soll.
Die Herausforderungen der Branche
Die Nachfrage nach E-Autos bleibt hinter den Erwartungen zurück. Prognosen deuten darauf hin, dass bis 2030 nur etwa sechs Millionen Elektroautos auf Deutschlands Straßen sein werden. In Ost- und Südeuropa steht der Umstieg auf Elektroantrieb noch ganz am Anfang. Verantwortliche, darunter EU-Umweltkommissare und Politiker, scheinen sich der Verantwortung zu entziehen, während sie ihre Forderungen weiterhin durchsetzen. Die Zukunft der Automobilindustrie in Europa hängt jetzt an einem seidenen Faden. Es bleibt spannend, wie sich die Lage entwickeln wird.
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