In Wuppertal tut sich was – und das ist mehr als nur ein paar Wellen im Wasser! Die langjährige Renaturierung der Wupper geht in die entscheidende Phase. Am Dienstag, dem 26. Mai, beginnen die Arbeiten an einem etwa 1 km langen Abschnitt am Hardtufer. Hier wird die Wupper in ihrer natürlichen Form umgestaltet, und es gibt viel zu erwarten. Die Kooperation zwischen dem Wupperverband und der Stadt Wuppertal zielt darauf ab, die Lebensbedingungen für Fische und Kleinstlebewesen zu verbessern. Das klingt doch schon mal vielversprechend, oder?
Der Bereich, der jetzt umgestaltet wird, erstreckt sich von der Agentur für Arbeit bis hinter die Gerichtsinsel. Um das Gewässer wieder ins Gleichgewicht zu bringen, werden große Steine ins Gewässerbett eingebaut, was für eine natürliche Struktur sorgt. Außerdem entstehen Bereiche mit unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten – das ist nicht nur für die Fische von Vorteil, sondern schafft auch spannende Lebensräume. Die Ruheplätze, die dort geschaffen werden, bieten Fischen die Möglichkeit zum Laichen und sind gleichzeitig Rückzugsorte für viele andere Lebensformen.
Ein weiteres Stück Natur zurückgewinnen
Die Umgestaltung der Wupper ist kein einmaliges Projekt. Seit 2006 wird hier schrittweise gearbeitet, und die aktuellen Investitionen belaufen sich auf 450.000 Euro – nicht ganz ohne, aber die 80-prozentige Förderung durch das Land NRW im Rahmen der EU-Wasserrahmenrichtlinie macht das Ganze etwas erträglicher. Der Lärm von Baggern und die mögliche Trübung des Wassers durch aufgewirbeltes Sediment sind Teil des Prozesses, aber unbedenklich für die Natur und die Gewässer. Arbeiten finden übrigens nur werktags tagsüber statt, sodass sich die Anwohner nicht zu sehr gestört fühlen müssen.
In einer weiteren Maßnahme hat der Wupperverband gemeinsam mit der Stadt Wuppertal und Bayer bereits einen 700 Meter langen Abschnitt zwischen Bayerwerk und der Brücke Kabelstraße in Angriff genommen. Hier wird ebenfalls eine abwechslungsreiche Gewässerstruktur mit Steinen und Inseln geschaffen. Laichplätze und Ruhezonen sind auch hier das Ziel – und es sind bereits rund 30 Fischarten wieder heimisch geworden. Na, das hört sich doch nach einem echten Gewinn für die Biodiversität an!
Die Wissenschaft hinter der Renaturierung
Aber was steckt eigentlich hinter solchen Renaturierungsprojekten? Die Idee ist, ein vom Menschen verändertes Gewässer in einen natürlicheren Zustand zurückzuführen. Das hört sich einfacher an, als es ist. Oft wird dazu erstmal Beton entfernt, damit sich das Gewässer wieder „entwickeln“ kann – ein bisschen wie das Aufblühen einer Pflanze, die nach dem Winter wieder ans Licht drängt. Die Planung kann dabei langwierig sein. Es geht darum, realistische Ziele festzulegen und alle betroffenen Akteure frühzeitig einzubinden. Manchmal dauert es Jahre, bis ein Gewässer wirklich in einem naturnahen Zustand ist, aber die Mühe lohnt sich.
Die Wupper wird in den nächsten Jahren noch weiter umgestaltet, bis 2025 sollen insgesamt 15 km naturnah gestaltet werden. Das ist eine riesige Herausforderung, aber die fast 13 km, die bereits fertiggestellt sind, zeigen, dass es möglich ist. Und die Menschen? Die können sich auf naturnahe Erlebnisse freuen, sei es beim Spazierengehen oder aus der Schwebebahn – der Blick auf die wiederbelebte Wupper wird sicher ein Genuss!