Heute ist der 11.06.2026 und wir tauchen ein in eine spannende, wenn auch etwas turbulent anmutende Welt der Elektroautos. Rund zwei Drittel der Deutschen denken über den Kauf eines E-Autos nach, so zeigt eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft. Doch Bedenken zur Reichweite sind oft der Knackpunkt, der viele potenzielle Käufer ins Grübeln bringt. Ein aktueller Fall vor dem Landgericht Wuppertal verdeutlicht, wie wichtig realistische Angaben zur Reichweite sind und was passiert, wenn sie nicht erfüllt werden.

Im Dezember 2025 entschied das Gericht über die Rückabwicklung eines E-Auto-Kaufs. Der Kläger, der für stolze 39.000 Euro ein Elektrofahrzeug erwarb, hatte sich auf eine Reichweite von 332 bis 341 km verlassen, wie sie nach dem WLTP-Verfahren angegeben war. Für die Unwissenden: WLTP steht für „Worldwide harmonized Light Duty Test Procedure“ und ist seit 2017 das Maß der Dinge, wenn es um die Verbrauchsangaben von Autos geht. Doch oh Schreck! Die Realität sah ganz anders aus – der voll aufgeladene Wagen brachte es nur auf magere 160 km. Ein klarer Fall von Fehlinformation, oder?

Das Urteil und seine Implikationen

Der Händler konnte zwar keine Mängel am Fahrzeug feststellen, doch der Kläger ließ nicht locker und beantragte die Rückabwicklung des Kaufvertrags. Das Landgericht Wuppertal schaltete daraufhin einen unabhängigen Sachverständigen ein, der das Fahrzeug einer technischen Begutachtung unterzog. Das Ergebnis war ernüchternd: Die Reichweite unter WLTP-Bedingungen lag bei lediglich 282 km, was satte 18 % unter der Herstellerangabe war. Der Grund? Eine fortgeschrittene Degradation der Traktionsbatterie. Der Gutachter stellte zudem klar, dass das Nutzungsverhalten des Käufers mit der geringen Reichweite nichts zu tun hatte.

Das Gericht entschied, dass der Rücktritt vom Kaufvertrag rechtens war. Der Händler wurde zur Rückzahlung von 33.749,95 Euro nebst Zinsen verurteilt. Dieses Urteil orientiert sich an der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH), der bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor eine Abweichung von mehr als 10 % als erheblichen Mangel einstuft. Ein Umstand, der für viele Käufer von Elektroautos von großer Bedeutung sein könnte. Denn was nutzt das neueste E-Auto, wenn die Reichweite in der Realität so weit von den Versprechungen abweicht?

Ein Blick in die Zukunft der E-Mobilität

Die Bundesregierung hat derzeit eine E-Auto-Förderung am Start, und die Anzahl der Ladestationen in Deutschland nimmt stetig zu. Das schafft zwar eine gewisse Hoffnung für die Käufer, doch die Skepsis bleibt. Die Sorgen um die Reichweite werden nicht verschwinden, solange solche Fälle wie der des Wuppertaler Klägers öffentlich werden. Es ist zu hoffen, dass Hersteller in Zukunft noch transparenter mit ihren Angaben umgehen und die Verbraucher nicht länger im Dunkeln tappen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Diskussion um Elektroautos und deren Reichweite wird uns noch länger beschäftigen. Ob die Technologie an Fahrt gewinnt oder die Skepsis überwiegt, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Der Weg zur Elektromobilität ist gepflastert mit Herausforderungen, die sowohl Käufer als auch Hersteller ernst nehmen müssen. Auf zu neuen Ufern, aber mit einem klaren Blick auf die Realität!