Heute ist der 23.04.2026 und im Rhein-Kreis Neuss tut sich einiges. Bei einem kürzlich abgehaltenen Treffen mit den Bürgermeistern der acht Kommunen hat Landrätin Katharina Reinhold eine durchweg positive Resonanz festgestellt. Das Hauptaugenmerk lag auf der interkommunalen Zusammenarbeit und der Verteilung von Aufgaben zwischen dem Kreis und den Kommunen. Angesichts der angespannten finanziellen Lage der Kommunen ist es vonnöten, dass die Zusammenarbeit optimiert wird. Reinhold betont die Wichtigkeit, als Team aufzutreten und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, um die Herausforderungen zu meistern.
In den Gesprächen wurde erörtert, wie und wo Aufgaben gemeinschaftlich erledigt werden können, und welche Veränderungen dafür nötig sind. Um einen klaren Überblick zu bekommen, sollen zunächst alle Kommunen und der Kreis eine eigene Aufgabenkritik durchführen. Ein besonderes Highlight: Die Hauptverwaltungsbeamtenkonferenz wird künftig alle zwei Monate tagen, um den Austausch und die gemeinsame Entscheidungsfindung zu fördern.
Gemeinsame Ideen für die Zukunft
Ein weiterer wichtiger Punkt auf der Agenda war die Einbringung von Ideen durch die Politik. Unterschiedliche Themen, die die Kommunen betreffen, variieren je nach Schwerpunkten, Größen und geografischer Lage. Sebastian Heckhausen präsentierte Vorschläge zu drei zentralen Themen: Zum einen die Überlegung zu einem gemeinsamen Träger für Tierheime, zum anderen die Möglichkeit einer zentralen Bußgeldstelle für alle Kommunen sowie die Frage, ob die Stadt Neuss für den Gutachterausschuss agieren kann. Eine Experimentierklausel könnte dabei helfen, den Gutachterausschuss effektiver zu gestalten.
Doch die interkommunale Zusammenarbeit ist nicht nur ein Schlagwort, sondern birgt viele Vorteile. Kleinere Städte und Gemeinden können durch gebündeltes Fachwissen und professionelle Strukturen effizientere Lösungen in Bereichen wie Infrastruktur, Digitalisierung und Energieversorgung finden. Ein Beispiel hierfür ist der gemeinsame Friedhof zwischen St. Alban und Gerbach in Rheinland-Pfalz, wo durch klare Zuständigkeiten und regelmäßige Abstimmungen die Pflege und Verwaltung erfolgreich organisiert werden.
Ein Blick über den Tellerrand
Die Vorteile interkommunaler Zusammenarbeit sind vielfältig. So gibt es in Baden-Württemberg den Zweckverband Eichwald, der vier Kommunen umfasst und im Jahr 2025 Ausschüttungen von rund 1,5 Millionen Euro für Oberriexingen und Sersheim erwartet. Außerdem planen neun Kommunen im Landkreis Neu-Ulm ein gemeinsames Regionalwerk zur Umsetzung von Energieprojekten, um die Kontrolle über lokale Energieprojekte zu behalten und Wertschöpfung in der Region zu gewährleisten.
Die Zusammenarbeit kann in vielen Bereichen fruchtbar sein, sei es im Bauhof, bei der Abfall- oder Abwasserentsorgung oder in der Gesundheitsversorgung. Dank solcher Kooperationen können nicht nur Kosten gesenkt, sondern auch die Servicequalität für die Bürger verbessert werden.
Ein gemeinsames Ziel vor Augen
Reinhold zeigt sich optimistisch, dass bis zur zweiten Mai-Hälfte ein Verfahren gefunden werden kann, um die Zusammenarbeit weiter zu intensivieren. Obwohl es Unklarheiten über die Unterzeichnung einer Vereinbarung im Sommer gibt, spüren alle Akteure den gemeinsamen Druck zur Zusammenarbeit. Diese Kooperationen sind nicht nur ein Schritt in die richtige Richtung, sondern auch ein notwendiger Prozess zur Sicherstellung der Zukunftsfähigkeit der Kommunen im Rhein-Kreis Neuss.
Die politischen Entscheider sind gefordert, kreative und tragfähige Lösungen zu finden, um die Vorteile der interkommunalen Zusammenarbeit voll auszuschöpfen. Denn klar ist: Nur gemeinsam kann man stark sein und die Herausforderungen der Zukunft meistern.