Im Rhein-Kreis Neuss bleibt die Situation rund um die Arbeitsunfähigkeitsdaten auch im Jahr 2025 angespannt. AOK-Regionaldirektorin Marion Schröder äußert ihre Unzufriedenheit über die weiterhin hohen Krankheitsausfälle. Es ist ein kleiner Rückgang im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen, jedoch bleibt der Krankenstand auf einem besorgniserregenden Niveau. So haben 55.184 AOK-Versicherte insgesamt 97.893 Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen eingereicht, was zu einer Gesamtzahl von 1.082.836 Fehltagen führt.

Besonders alarmierend sind die Zahlen der Langzeiterkrankungen, die vor allem auf Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychische Erkrankungen zurückzuführen sind. Statistisch gesehen fallen AOK-versicherte Beschäftigte bundesweit durchschnittlich 23,3 Tage krankheitsbedingt aus. Dies ist zwar ein leichter Rückgang von 0,6 Tagen im Vergleich zum Vorjahr, bleibt jedoch über dem Höchststand von 2022, als die Zahl bei 24,5 Tagen lag. Ein erheblicher Teil der Versicherten, nämlich 17,6%, reicht mehr als dreimal im Jahr eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ein.

Die Herausforderungen im Detail

Die Analyse der Daten zeigt, dass insbesondere Pflegeberufe, Berufe mit Kindern und Jugendlichen sowie die öffentliche Verwaltung stark betroffen sind. Marion Schröder weist darauf hin, dass auch Mitarbeiter von Bauhöfen und Garten- und Friedhofsämtern zur öffentlichen Verwaltung zählen und somit ebenfalls in die Statistik einfließen. Psychische Erkrankungen sind besonders gravierend, da sie durchschnittlich zu 30,56 Fehltagen führen. Die hohe Zahl der Fehlzeiten seit 2022 ist zudem durch den statistischen Effekt der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) beeinflusst, die zu einer besseren Erfassung kurzzeitiger Erkrankungen geführt hat.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, bietet die AOK Unterstützung für Unternehmen mit hohem Krankenstand an. Unternehmen, die über 50 AOK-Versicherte beschäftigen, können kostenlos eine Analyse relevanter Daten in Anspruch nehmen. Die Ergebnisse dieser Analysen sind entscheidend, um Maßnahmen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung abzuleiten. Gesunde Bedingungen im Betrieb sind dabei ein zentraler Faktor: Ein gutes Betriebsklima und gesunde Führung fördern nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die Bereitschaft der Mitarbeitenden, krankheitsbedingte Ausfälle durch Mehrarbeit zu kompensieren.

Der Weg nach vorne

Matthias Czarny appelliert an Arbeitgeber, sich bei hohen Krankenständen aktiv an die AOK zu wenden. Die Unternehmensleitung hat die Verantwortung, krankheitsbedingte Fehlzeiten zu analysieren und daraus Schlüsse für ein gesundes Unternehmen zu ziehen. Fehlzeitenanalysen sind in vielen Unternehmen gängige Praxis, doch allein Unternehmensstatistiken bieten häufig keine belastbaren Rückschlüsse. Fachkundige Auswertungen und Interpretationen sind notwendig, um zielführende Maßnahmen abzuleiten und das gesunde Verhalten der Beschäftigten zu stärken.

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Die aktuellen Entwicklungen im Rhein-Kreis Neuss sind nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance für Unternehmen, sich intensiver mit der Gesundheit ihrer Mitarbeitenden auseinanderzusetzen. Ein gesundes Arbeitsumfeld ist nicht nur für die Mitarbeitenden von Vorteil, sondern stärkt auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in der Region.