Am 1. Mai 2026 wird die Stadt Neuss zum Schauplatz einer wichtigen Kundgebung zum Tag der Arbeit. Organisiert vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) NRW Region Düsseldorf-Bergisch Land, beginnt die Veranstaltung um 11 Uhr am Neumarkt, direkt an der Stadtbibliothek. Unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ werden zahlreiche Themen angesprochen, die den Puls der Zeit widerspiegeln.
Im Mittelpunkt der Kundgebung stehen die Verantwortung der Arbeitgeber für Krisen und Fehlentscheidungen sowie die dringende Forderung nach Investitionen in die Zukunft und die Sicherung von Arbeitsplätzen. Der DGB lehnt die Abschaffung des Acht-Stunden-Tages entschieden ab und betont den Schutz von Gesundheit, Familien und Freizeit. Zudem wird die Notwendigkeit einer sicheren Rente für langjährig Beschäftigte thematisiert. Die steigenden Lebenshaltungskosten, insbesondere für Nahrungsmittel, Miete und Energie, sind ein weiteres zentrales Anliegen. Hier fordert der DGB politische Entlastungen für die arbeitende Bevölkerung.
Die Veranstaltung im Detail
Nach der Demonstration wird um 11.30 Uhr eine Kundgebung auf dem Markt stattfinden, bei der Bürgermeister Reiner Breuer und Patricia Nubi, die Vorsitzende der GdP-Frauen NRW, als Redner auftreten werden. Für alle großen und kleinen Besucher wird ein anschließendes Familienfest mit Livemusik von der Band „Exklusive“ und einem bunten Kinderprogramm geboten.
Ein weiterer Aspekt der diesjährigen Aktivitäten ist die Unterstützung der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), die ihre Mitglieder zur Teilnahme an den Veranstaltungen aufruft. Der DGB sieht die aktuelle Situation als besonders brisant, da Kriege und Profitgier die Preise in die Höhe treiben und der Sozialstaat dadurch geschwächt wird. Dies macht den 1. Mai zu einem Tag der Solidarität für gute Arbeit, soziale Sicherheit und eine gerechte Gesellschaft.
Ein Blick in die Geschichte
Der 1. Mai hat eine lange und bewegte Geschichte. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 führte zum Ende der freien Gewerkschaften in Deutschland. Propagandaminister Goebbels plante für den 1. Mai 1933 eine Demonstration und die Besetzung der Gewerkschaftshäuser am 2. Mai, was in den Sturm auf die Gewerkschaftsgebäude und die Verhaftung von Funktionären mündete. Die Gründung der „Deutschen Arbeitsfront“ (DAF) als gleichgeschaltete Organisation war ein weiterer Schritt zur Unterdrückung der Arbeitnehmerrechte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Bildung von Gewerkschaften in allen Besatzungszonen erlaubt, und 1949 entstand in der Bundesrepublik Deutschland der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) als Dachverband von 16 autonomen Gewerkschaften. Besonders in den 1950er-Jahren konnte der DGB durch das Wirtschaftswunder Lohnerhöhungen und Arbeitszeitverkürzungen durchsetzen. Trotz der Rückgänge in der Mitgliederzahl in den letzten Jahrzehnten bleibt der DGB ein wichtiger Akteur im deutschen Arbeitsleben und setzt sich für die Rechte der Arbeitnehmer ein.
Insgesamt wird die Kundgebung am 1. Mai in Neuss ein Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts für alle sein, die für gute Arbeitsbedingungen und soziale Gerechtigkeit kämpfen.