Heute ist der 9.06.2026, und während die Sonne über Kleve aufgeht, stehen wichtige Veränderungen im Regionalverkehr der Deutschen Bahn an. In einem kürzlichen Treffen haben Harmen van Zijderveld, der Vorstandsvorsitzende der DB Regio AG, und Ralf Damde, der Gesamtbetriebsratsvorsitzende, die neuesten Sicherheitsmaßnahmen präsentiert. Es ist ein Thema, das nicht nur die Bahnmitarbeiter betrifft, sondern auch jeden einzelnen Fahrgast, der die Züge nutzt. Schließlich geht es um Sicherheit und Respekt – zwei Grundpfeiler, die in einem Zug einfach nicht fehlen dürfen.

Angst sollte in Zügen keinen Platz haben, betont van Zijderveld eindringlich. Die Worte sind klar: „Die Züge müssen Orte der Sicherheit und des Respekts sein.“ Leider sieht die Realität anders aus. Im Jahr 2025 gab es über 3.000 Übergriffe auf Mitarbeitende der DB, ein besorgniserregender Anstieg von 37% in den letzten zehn Jahren. Ein besonders tragischer Vorfall, der tödliche Angriff auf einen Kollegen während einer Fahrausweiskontrolle, hat die Diskussion über Gewalt im öffentlichen Personennahverkehr neu entfacht. Solche Vorfälle hinterlassen nicht nur physische, sondern auch psychische Wunden und erfordern dringende Maßnahmen.

Neue Sicherheitskonzepte und Technologien

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat die DB Regio verschiedene Sicherheitsmaßnahmen in Angriff genommen. Dazu gehört die 1/1-Begleitung von Kundenbetreuern durch Sicherheitskräfte sowie Doppelbesetzungen im Kundenservice. Ein neues Pilotprojekt, die sogenannte „Tandemstreife“, wird im RMV-Gebiet getestet und soll bald in die Regelorganisation überführt werden. Ab Juli wird zudem ein Trageversuch mit stichfesten Westen gestartet. Die Idee dahinter? Ein zusätzliches Gefühl von Sicherheit für die Mitarbeitenden.

Auch die Schulungen werden intensiviert. Das Deeskalationstraining hat nun das Modul „Selbstbehauptung im Zug“ erhalten – ein wichtiges Werkzeug, um in stressigen Situationen die Nerven zu behalten. Bodycams, die sich bereits als wirksame Präventionsmaßnahme erwiesen haben, werden auf 1.750 erhöht. Bis August sollen alle Mitarbeitenden geschult sein, mit dem Augenmerk auf der Möglichkeit von Tonaufnahmen, die künftig den Sicherheitsaspekt erhöhen sollen. Es ist beeindruckend zu sehen, wie Technologie hier eine Rolle spielt. Ein Bremer Pilotprojekt zeigt, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz dazu beitragen kann, Aufnahmen in Echtzeit an die Verkehrszentrale weiterzuleiten.

Gemeinsam für mehr Sicherheit

Der Sicherheitsgipfel, der nach dem tragischen Vorfall stattfand, zeigte, dass sich Vertreter von Bund, Ländern, Gewerkschaften und der Verkehrsbranche zusammenfinden, um konkrete Schritte zur Verbesserung der Sicherheit zu planen. Bis 2026 plant die DB, alle Mitarbeitenden im Nah- und Fernverkehr sowie an Bahnhöfen mit Bodycams auszustatten – die Nutzung bleibt dabei freiwillig. Gleichzeitig werden 200 zusätzliche Sicherheitskräfte an Bahnhöfen eingesetzt und die persönliche Schutzausrüstung für Mitarbeitende verbessert.

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Durch regionale Sicherheitswerkstätten in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei wird die Prävention weiter gestärkt. All diese Maßnahmen sind nicht nur Antworten auf die gestiegenen Übergriffe, sondern auch ein Schritt hin zu einer respektvolleren und sichereren Atmosphäre im öffentlichen Verkehr. Die Verkehrsministerkonferenz hat die Besetzung der Nahverkehrszüge mit mehr Personal zum Thema gemacht. Es ist ein Zeichen, dass die Verantwortlichen die Probleme ernst nehmen und aktiv daran arbeiten, die Sicherheit für alle zu erhöhen.

Ein Blick auf die Realität

<pDoch wie sieht die Realität für die Mitarbeitenden im öffentlichen Personenverkehr aus? Sie erleben häufig Gewalt – von Beschimpfungen bis hin zu körperlichen Übergriffen. Besonders betroffen sind Fahr- und Servicepersonal sowie Kontrolleure und Mitarbeitende im Kundendienst. Die Gründe sind vielfältig: Zeitdruck, Überfüllung, Alkoholkonsum und die Frustration über Fahrplanänderungen tragen alle zu einem angespannten Klima bei. Es ist wichtig, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten Schutz bieten und eine Kultur des Respekts fördern.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) berichtet, dass etwa 10 % der meldepflichtigen Arbeitsunfälle in dieser Branche auf Gewaltvorfälle zurückgehen. Das verdeutlicht, wie dringend nötig die neuen Sicherheitsmaßnahmen sind. Klare Melde- und Unterstützungsstrukturen müssen geschaffen werden, damit Beschäftigte wissen, an wen sie sich wenden können. Die Unterstützung für Gewaltopfer umfasst ärztliche und psychologische Betreuung sowie betriebliche Nachsorge – ein weiterer wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Die Zukunft des Regionalverkehrs hängt von der effektiven Umsetzung dieser Sicherheitskonzepte ab. Es ist ein langer Weg, doch mit Entschlossenheit und einem klaren Plan wollen die Verantwortlichen das Ziel erreichen: eine sichere und respektvolle Umgebung für alle, die auf den Schienen unterwegs sind.