Die Geschichte von Sybille Morch ist eine, die das Herz berührt und die Seele zum Schwingen bringt. Geboren in Dortmund, war sie einst Oberärztin in Magdeburg. Doch das geordnete Leben in Deutschland konnte ihre innere Unruhe nicht stillen. Die Unzufriedenheit mit den Lebensumständen führte sie dazu, alles hinter sich zu lassen und einen Neuanfang auf Koh Samui, Thailand, zu wagen. Hier lebt sie jetzt in einer Wohngemeinschaft mit 30 behinderten Hunden, die alle individuelle Pflege benötigen. Das klingt nach einer Herausforderung, oder? Ist es auch, aber Sybille hat sich dieser Aufgabe mit voller Hingabe verschrieben.
Ihre Reise begann 2010 mit einem ersten Besuch in Bhutan, wo sie mit verletzten Straßenhunden konfrontiert wurde. Die Begegnungen mit diesen Tieren öffneten ihr die Augen für das Leid, das viele von ihnen ertragen müssen. Sie fand eine Organisation, die in Bhutan half, und kehrte 2011 nach Thailand zurück – ein Land, das sie nicht mehr loslassen konnte. Nach der Scheidung von ihrem Mann 2013 kündigte sie ihren Job und widmete sich ganz der Tierschutzarbeit. In dieser Zeit verdiente sie zwar als medizinische Freelancerin, doch ihre Leidenschaft galt dem Wohl der Tiere.
Ein Tag im Leben von Sybille Morch
Der Tagesablauf von Sybille beginnt früh, zwischen fünf und halb sechs Uhr morgens, und das ganz ohne Wecker. Der erste Programmpunkt? Ein Spaziergang am Strand! Nahezu vor der Haustür liegt der feine Sand, der die Pfoten ihrer Schützlinge sanft umschmeichelt. Bis etwa sieben Uhr dreht sich alles um die Hunde – und danach gibt es erstmal Kaffee! Gerne auch zwei oder drei Tassen. Denn der Tag hält viel Arbeit bereit.
Die Inkontinenz der Hunde erfordert eine Menge Putzarbeit. Unterstützung erhält sie von zwei Thai-Freundinnen, die sie tatkräftig unterstützen. Fast alle Hunde müssen täglich gebadet werden, damit Hautreizungen durch Urin vermieden werden – das ist ein wichtiger Teil ihrer Pflege. Vormittags stehen mehrere Spaziergänge an, um alle Hunde auszuführen, bevor die Hitze des Tages zuschlägt. Neben diesen Aktivitäten kümmert sich Sybille um das Spielen, Kuscheln, Verbände wechseln, Physiotherapie, Krallen schneiden, bürsten und füttern. Und ja, gelegentliche Tierarztbesuche sind ebenfalls notwendig, um Blut abzunehmen oder Röntgenuntersuchungen durchzuführen. Manchmal passiert es sogar, dass ein neuer, schwer verletzter Hund aufgenommen wird – das bringt dann ganz neue Herausforderungen mit sich.
Ein Leben ohne Bedauern
Im Jahr 2017 trat Hund Samy in ihr Leben und veränderte alles. Sybille entschloss sich, körperlich beeinträchtigten Tieren ein Zuhause zu bieten. Dies geschah in einem Moment, in dem sie sich im geordneten Leben in Deutschland unglücklich fühlte. Nach ihrer Rückkehr nach Thailand im Jahr 2020 während der Covid-19-Pandemie ließ sie die Vergangenheit hinter sich. Seit 2021 lebt sie dauerhaft auf Koh Samui und vermisst ihr altes Leben nicht. Sie arbeitet als medizinische Beraterin in einer Klinik für integrative Medizin, wo sie ihre Fähigkeiten und ihr Wissen einbringen kann.
Das Wohl ihrer Hunde steht für sie an erster Stelle. Ihr Alltag ist geprägt von der ständigen Sorge um die Bedürfnisse der Tiere. Der Tag endet spätestens um sieben Uhr, wenn es dunkel wird. Aber der Abend bringt auch Momente der Ruhe – ein bisschen Zeit für Sybille selbst, während die Hunde nach den Spaziergängen schlafen. Mit ihrem Handy hält sie ihre Erlebnisse auf Instagram fest und kommuniziert mit Freunden.
Ein wegweisendes Buch
Die Erfahrungen und Abenteuer, die Sybille in ihrem neuen Leben gemacht hat, sind so reichhaltig, dass sie beschloss, ein Buch darüber zu schreiben. Ihr Werk „Pfoten im Sand – Wie ich auf Koh Samui ein Zuhause für behinderte Hunde schuf“ wird am 22. April 2026 im Goldmann-Verlag veröffentlicht und kostet 20 Euro. In den Seiten dieses Buches wird sie sicherlich viele der kleinen und großen Herausforderungen festhalten, die sie und ihre vierbeinigen Freunde durchlebt haben.
Inmitten dieser bewegenden Geschichte steht auch das Engagement von Organisationen wie INMITTEN, einem gemeinnützigen Verein, der Menschen mit und ohne Einschränkungen unterstützt. Er fördert die vorurteilsfreie Akzeptanz und Selbstwirksamkeit durch Begegnungen mit Tieren. Solche Initiativen zeigen, wie wichtig der Austausch mit Tieren für die Menschen ist, und dass die Arbeit von Sybille nicht nur für die Hunde von Bedeutung ist, sondern auch für die Gemeinschaft, die sie umgibt.