Die vergessene Schatztruhe der Computertechnik in Dortmund
In Dortmund, genauer gesagt in Castrop-Rauxel, hat sich eine wahre Schatztruhe der Computertechnik offenbart. Nachdem die Computer und ihr Zubehör jahrelang in einem Lagerhaus vor sich hin schlummerten, wurden sie 2006 zum ersten Mal entdeckt. Die Funde sind nicht nur eine Zeitreise in die Vergangenheit, sondern auch ein faszinierendes Zeugnis der Entwicklung der Informationstechnologie. Über 2.000 Artefakte aus den 1930er- bis 1980er-Jahren – das ist schon eine Hausnummer! Und das ganze Material hätte locker sieben Sattelzüge gefüllt.
Der Fundort ist ein verlassenes Lagerhaus, in dem ein Mann über 23 Jahre hinweg 2.200 Computer versteckt hielt. Ein bisschen wie eine moderne Schatzsuche, nur dass die Schatzsucher hier nicht mit Schaufeln und Karten, sondern mit einer gehörigen Portion Glück und Neugier ans Werk gingen. Die Sammlung umfasst alles von alten Rechnern über Speichertechnik bis hin zu Dokumenten und Zubehör. Auch Hauptplatinen, Minicomputer, Drucker, Laufwerke und sogar Lochkarten-Geräte sind Teil dieser Schatztruhe. Man fragt sich, was wohl die Geschichten dieser Geräte sind, wo sie waren und was sie alles erlebt haben.
Ein Blick hinter die Kulissen
Die Entdeckung war nicht nur ein glücklicher Zufall, sondern auch eine Herausforderung. Der Lagerplatz drohte einzustürzen, und so wurde das amerikanische Computer History Museum auf die Sammlung aufmerksam. Sie haben alle Artefakte geborgen und ins Hauptquartier in Mountain View, Kalifornien, geschickt. Dort werden die Geräte sorgfältig untersucht und aufbereitet. Ein Teil der Funde ist bereits auf eBay für 100 Euro erhältlich – eine Gelegenheit für Sammler, die ein Stück Computergeschichte in ihre vier Wände holen wollen.
Es ist schon bemerkenswert, wie solche Schätze über die Jahre vergessen werden können. Aber in Deutschland gibt es auch Orte, die sich der Bewahrung dieser Geschichte verschrieben haben. Zum Beispiel das technikum29 im Rhein-Main-Gebiet. Hier wird die Computergeschichte zwischen den 1920er und 1980er Jahren lebendig. Im Gegensatz zu vielen Museen gibt es hier keine Absperrungen – die Besucher dürfen die Geräte anfassen und ausprobieren. Das ist nicht nur spannend, sondern gibt auch einen direkten Zugang zur Technik. Der Lochkarten-Gerätepark ist ein absolutes Highlight, und die Exponate sind alle funktionsfähig. Wer Interesse hat, kann sogar an Führungen teilnehmen, die von Fachkundigen geleitet werden.
Ein Erbe der Technikgeschichte
Das technikum29 hat eine Sammlung, die mechanische Rechenmaschinen, Lochkarten-EDV und Rechner mit integrierten Schaltkreisen umfasst. Es ist ein Ort, der nicht nur für Technikliebhaber, sondern auch für die jüngere Generation eine spannende Entdeckung ist. Die Gründer haben das Erbe von Dipl. Phys. Heribert Müller, der das Museum ins Leben rief, weitergeführt. Müller war selbst ein Kritiker der Intransparenz und Obsoleszenz der Elektronikindustrie in den 1980er Jahren. So wird das Museum zu einem lebendigen Dokument der Geschichte der Technologie.
In einer Zeit, in der alles schnelllebig und oft wegwerfbar erscheint, ist es beruhigend zu wissen, dass es Orte gibt, die sich der Bewahrung und Präsentation solcher Raritäten widmen. Das technikum29 und die Schätze aus dem Dortmunder Lagerhaus sind nicht nur nostalgische Erinnerungen, sondern auch wertvolle Lehrstücke für die Zukunft.
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