Heute ist der 29.05.2026, und was für ein Tag das ist! Im Stadtpark von Enschede hat sich eine Großveranstaltung mit rund 1.500 Besuchern ereignet – ein Spektakel, das allerdings mit einem schockierenden Zwischenfall endete. Während einer Vorführung, die mit feurigen Effekten aufwartete, kam es zu einer Explosion der technischen Anlage. Das Resultat: mehrere Stände und Requisiten in Flammen, ein Chaos, das sich sehr schnell ausbreitete und schätzungsweise 150 bis 200 Verletzte forderte.
Da fragt man sich: Wie ist es möglich, sich auf solche Krisensituationen vorzubereiten? Eine Antwort darauf gab es vor kurzem im Medisch Spectrum Twente (MST) in Enschede. Dort fand eine groß angelegte Übung statt, an der rund 50 Einsatzkräfte aus den Niederlanden und Deutschland teilnahmen. Ziel dieser Übung war es, die Zusammenarbeit in Krisensituationen zu optimieren und sicherzustellen, dass die Abläufe bei einer Katastrophe – wie dem heutigen Vorfall – reibungslos funktionieren.
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit
Florian Laubrock, ein Mitarbeiter der Gefahrenabwehr des Kreises Borken, resümierte die Übung als Erfolg. Die Vertreter der Rettungsdienste und Gesundheitsämter unterzeichneten Arbeitsvereinbarungen zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, die einige wichtige Punkte festlegten. Dazu gehört die Dokumentation der Patienten, die in Nachbarländer transportiert werden, sowie die direkte Anfahrt von Rettungswagen aus dem unterstützenden Land. All diese Maßnahmen sollen im Ernstfall schnelle Reaktionen ermöglichen – und das ist entscheidend!
Die Übung selbst basierte auf einem fiktiven Szenario, das zum Beispiel einen Bühnensturz während eines Konzerts in Denekamp/Nordhorn simulierte. Hierbei kam das Emergo Train System (ETS) zum Einsatz. Und man kann sich vorstellen, dass die Lage durch starke Winde und Staub nicht gerade einfacher zu bewältigen war. Die Alarmierung und Kommunikation zwischen den Teams war von größter Bedeutung, um die Einsätze effizient zu koordinieren.
Erfahrungen und Lehren
Die Rückmeldungen aus den Übungen, die seit 2022 zweimal jährlich stattfinden, zeigen, wie wichtig solche Simulationen sind. Sie bilden die Grundlage für die Abstimmung und Koordination zwischen deutschen und niederländischen Rettungsdiensten und Krankenhäusern. Das Ziel bleibt, sich auf den Massenanfall von Verletzten – oder wie es die Niederländer formulieren, „Grootschalige Geneeskundige Bijstand“ – optimal vorzubereiten.
Im Hintergrund arbeiten die Leitstellen Ems-Vechte und Meldkamer Apeldoorn Hand in Hand, um die Einsätze zu koordinieren. Rund 50 Vertreter aus verschiedenen Organisationen und Behörden nahmen an den letzten Übungen teil und konnten so Stärken und Verbesserungsbedarf in der Zusammenarbeit und Effizienz bei der Patientenverteilung identifizieren. Und das ist doch ganz einfach genial!
Insgesamt zeigt sich, dass die langjährige Zusammenarbeit der deutschen Kreise Borken und Grafschaft Bentheim sowie der niederländischen Regionen Twente und Nord- und Ost-Gelderland im Bereich der medizinischen Versorgung bei Katastrophen Früchte trägt. Es ist ein Zeichen für die Vernetzung und den Zusammenhalt, der in Krisensituationen von essenzieller Bedeutung ist. Und das lässt hoffen, dass – sollte das Schicksal erneut zuschlagen – die Einsatzkräfte bestens vorbereitet sind.