Heute ist der 8.05.2026 und die Stadt Wolfenbüttel steht mal wieder im Zeichen der braunschweigischen Landessynode. Hier, wo Geschichte und Moderne in einem lebendigen Mix aufeinandertreffen, hat sich die Synode versammelt, um über die Fortschritte bei der Strukturreform zu sprechen. Es ist ein spannendes Thema, nicht nur für die Mitglieder der Kirche, sondern auch für alle, die sich für die Zukunft der evangelischen Gemeinschaft interessieren. Projektmanager Steven Burek hat die Umsetzungsphase nach dem Beschluss der Landessynode vom November 2025 detailliert erläutert und die Erwartungen an die Reform klar umrissen. Das Motto dieser Reform, „Vor Ort gestalten, regional verwalten“, verspricht eine spannende Neugestaltung der kirchlichen Strukturen, die nicht nur auf dem Papier existiert.
Die Idee ist, Aufgaben mit Verwaltungs-, Finanz- und Gebäudekompetenz regional zu bündeln. Es soll eine Art neues Netzwerk entstehen, das Ortsnähe garantiert – aber nicht mehr als starres, flächendeckendes Verwaltungsraster. Ein gewagter Schritt, der nicht nur den Mitgliedern der Kirche, sondern auch den Mitarbeitenden neue Perspektiven bieten könnte. Alle elf Propsteivorstände haben bereits Fusionsentscheidungen getroffen, und ab 2027 werden vier neue Propsteien ins Leben gerufen. Da sind zum Beispiel die Propstei „Harz“ und die Propstei „Helmstedt, Königslutter, Vorsfelde“. Eine spannende Veränderung, die frischen Wind in die alten Strukturen bringen könnte.
Die Rolle der Arbeitsgruppen
Ein wichtiger Teil dieser Reform ist die Arbeitsgruppe „Strukturreform“, die sowohl an der Weiterentwicklung als auch an der Umsetzung der neuen Strukturen arbeitet. Hier werden Grundsatzentscheidungen vorbereitet, und die Mitglieder klären, was noch offen ist. Drei Unterarbeitsgruppen sind zuständig für die spezifischen Bereiche: die AG „Propsteien, Regionalkirchengemeinden, Ortsausschüsse, lokale Beteiligung“, die AG „Recht und Governance“ sowie die AG „Verwaltungsreform“. Diese Gruppen arbeiten bereits an der Schärfung der Aufgaben- und Rollenprofile auf Ebene der künftigen Propsteien und beraten über die zukünftige Rolle der kirchlichen Ortsausschüsse.
Ein ambitioniertes Ziel wird verfolgt: Der Personalbestand in der kirchlichen Verwaltung soll bis 2035 um 35 % reduziert werden – und zwar durch Altersfluktuation. Da stellt sich natürlich die Frage, wie die verbleibenden Mitarbeitenden entlastet und gleichzeitig die Zufriedenheit gestärkt werden kann. Eine Herausforderung, die nicht nur die Strukturreform, sondern die gesamte kirchliche Entwicklung betrifft. Hier wird über demokratische Mitwirkungsmöglichkeiten auf den neuen Ebenen der Propsteien diskutiert, was sicherlich auch für die Mitglieder und Mitarbeitenden von Bedeutung ist.
Auf dem Weg zur Zukunft
Oberlandeskirchenrat Dr. Jörg Mayer wies bei der Sitzung auf die Übergangsphase der Landeskirche hin, während Pröpstin Katja Witte-Knoblauch die Strukturreform als einen Weg lobte, der der Kirche mehr Zeit für ihre wesentlichen Aufgaben geben könnte. Landesbischöfin Dr. Christina-Maria Bammel warb gleichzeitig für eine solidarische Haltung und gemeinsame Verantwortung – ein Appell, der in diesen Zeiten mehr als notwendig erscheint.
Die aktuelle Entwicklung in der Kirchenlandschaft zeigt, dass es nicht nur um Veränderungen der Strukturen geht. Vielmehr wird die Grundlage für eine zukunftsorientierte, manchmal auch mutige Neuausrichtung gelegt. Die evangelische Kirche steht vor der Herausforderung, ihre Mitglieder zu binden und ihnen ein Gefühl von Zugehörigkeit zu vermitteln. Es geht um die Stärkung der Infrastruktur, um ehrenamtliches Engagement und um digitale Möglichkeiten, die mehr als nur ein Trend sind. Die Vielfalt der Gemeindemodelle, von klassischen Parochialgemeinden bis hin zu innovativen Ansätzen, zeigt, dass die Kirche bereit ist, sich zu wandeln – auch wenn das manchmal unbequem sein kann.
So bleibt zu hoffen, dass die Reformen nicht nur strukturelle Veränderungen mit sich bringen, sondern auch das Herz der Gemeinschaft stärken. Die innere Komplexität und die Herausforderungen, die mit diesen Reformdiskursen verbunden sind, können letztlich nur durch eine gemeinsame Anstrengung bewältigt werden. Die evangelische Kirche hat die Chance, sichtbar zu werden – sowohl digital als auch analog – und sich als eine lebendige Gemeinschaft zu positionieren, die sich den Herausforderungen der Zeit stellt. Es bleibt spannend!