Heute, am 10. Mai 2026, rückt ein Thema in den Fokus, das oft im Schatten anderer gesundheitlicher Herausforderungen steht: der Schlaganfall. Anlässlich des Tags gegen Schlaganfall fordert die Techniker Krankenkasse Niedersachsen eine Verbesserung der Versorgung mit Stroke-Units. Ein Aufruf, der angesichts der Zahlen auch dringend notwendig erscheint. Im Jahr 2023 gab es über 35.000 Schlaganfälle in Niedersachsen – eine Zahl, die einem den Atem stocken lässt. Die Dunkelziffer könnte sogar höher sein. Und 2024? Da zählten wir 1.068 Todesfälle, darunter 643 Männer. Männer sind hier um 20% häufiger betroffen als Frauen. Das ist alarmierend und lässt uns innehalten.
Stroke-Units, diese speziellen Schlaganfall-Zentren, sind entscheidend für die Behandlung. Ihre interdisziplinäre Zusammenarbeit kann nicht nur die Versorgung verbessern, sondern auch die Überlebenschancen signifikant erhöhen. Und seit 2004 werden diese Einheiten von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ausgezeichnet. In Niedersachsen haben wir 29 DSG-zertifizierte Stroke-Units – aber auch über 30 Einrichtungen ohne Zertifizierung. Fast 90% der Bevölkerung können innerhalb von 30 Minuten zu einer Stroke-Unit gelangen. Doch was ist mit den restlichen 10%?
Die Bedeutung der Zeit
Zeit ist bei der Behandlung von Schlaganfällen wirklich entscheidend. Nach Eingang eines Notrufs sollte der Patient idealerweise innerhalb von einer Stunde im Krankenhaus sein. Maximal 30 Minuten Fahrtzeit bis zur nächsten Klinik mit einer Stroke Unit – so lautet die Empfehlung. Schaut man sich die Realität an, gibt es jedoch eine alarmierende Statistik: Im Jahr 2020 wurden bis zu ein Drittel der Patienten mit leichten Symptomen und sogar 20% der schwer betroffenen Patienten nicht in zertifizierte Stroke Units transportiert. Das ist ein echtes Problem!
Die interaktive Karte, die die Erreichbarkeit von Stroke Units zeigt, ist eine wertvolle Ressource. Sie zeigt, dass 94% der Bevölkerung innerhalb von 30 Minuten eine Stroke Unit erreichen können. Für die restlichen 6%, die unter Umständen über 30 Minuten fahren müssen, sind alternative Versorgungskonzepte notwendig. Das könnte in unterversorgten Regionen wie der Altmark eine echte Herausforderung darstellen, wo Patienten teils über 50 Minuten fahren müssen. Es gibt Bundesratsentscheidungen zur Klinikreform, die die Konzentration der Schlaganfallversorgung auf Stroke Units vorantreiben sollen. Der Fortschritt ist da, aber er muss schneller gehen!
Behandlungsansätze und Herausforderungen
Eines der zentralen Themen in der Schlaganfallversorgung sind die unterschiedlichen Behandlungsansätze: Thrombolyse und Thrombektomie. 2023 wurden in Deutschland über 16.500 Thrombektomien durchgeführt – ein Behandlungsweg, der helfen kann, das Funktionsniveau nach einem Schlaganfall erheblich zu verbessern. Interessanterweise werden 85% der Schlaganfälle in Stroke Units behandelt, und 40% davon in überregionalen Stroke Units, wo spezielle Behandlungen wie Thrombektomien angeboten werden. Doch trotz dieser positiven Entwicklungen bleibt der Ressourcenverbrauch im Gesundheitssystem hoch. Eine retrospektive Auswertung von Krankenhausdaten hat gezeigt, dass die Mortalität gesenkt werden konnte, die Herausforderungen aber weiterhin bestehen.
Bei all diesen Daten und Statistiken darf man nicht vergessen, dass hinter jedem Schlaganfall ein Mensch steht. Ein Mensch mit Angehörigen, mit Träumen und Hoffnungen. Die transitorische ischämische Attacke, oft als kleiner Schlaganfall bezeichnet, kann Vorbote eines größeren sein. Bluthochdruck, Vorhofflimmern und Kalkablagerungen in den Halsgefäßen sind häufige Ursachen für Schlaganfälle. Hier sind Prävention und Aufklärung gefragt. Jeder von uns sollte sich der Risiken bewusst sein und gegebenenfalls handeln. Denn wer die Symptome erkennt und rechtzeitig handelt, der hat die besten Chancen.