Heute ist der 8.06.2026, und in Salzgitter, wo ich arbeite, gibt es spannende Entwicklungen im Zusammenhang mit der Automobilindustrie und ihrer schleichenden Neuausrichtung. Diese Veränderungen sind nicht nur auf technologische Innovationen zurückzuführen, sondern auch auf geopolitische Umwälzungen. Ich erinnere mich an meinen Besuch im Stop Nakba Now Camp an der Hamburger Moorweide – ein Ort, an dem über 100 Menschen trotz kaltem und nassem Wetter zusammenkamen, um gegen die Vertreibung der Palästinenser im Jahr 1948 und die aktuellen Konflikte in Gaza zu protestieren. Es war ein bewegendes Erlebnis, das mir die Augen für die globalen Verflechtungen öffnete, die auch in meinen Arbeitsalltag bei Volkswagen hineinspielen.

Ich bin 27 Jahre alt, Enkel griechischer Gastarbeiter und seit meiner Ausbildung bei VW, die ich mit 16 Jahren begonnen habe, tief in der Automobilbranche verwurzelt. Dort habe ich auch Erfahrungen mit der Gewerkschaft IG Metall gesammelt. In letzter Zeit habe ich jedoch eine spürbare Veränderung in der Haltung der Gewerkschaften erlebt. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 gibt es eine Art Umdenken. Gewerkschaftsfunktionäre und Politiker sehen Russland als gemeinsamen Feind, was die Akzeptanz von Konflikten mit Waffen, sogar in unserer Branche, fördert.

Rüstungsproduktion im Fokus

Besonders bei Volkswagen wird aktuell intensiv über die Rüstungsproduktion diskutiert, insbesondere im Hinblick auf den Bau des Iron Dome in Osnabrück. Hier zeigt sich eine klare Verbindung zwischen meinem Arbeitsplatz und den gewaltigen Veränderungen in der Weltpolitik. In Deutschland arbeiten rund 105.000 Menschen in der Rüstungsindustrie, doch der Anteil an organisierten Gewerkschaftsmitgliedern ist gering. Das sorgt für eine gewisse Unsicherheit. Ich plädiere für zivile Arbeitsplätze und weise auf den Investitionsstau in Deutschland hin, der uns alle betrifft.

Die IG Metall Jugend hat sich bereits gegen die Rüstungsproduktion ausgesprochen, was zeigt, dass die jüngeren Generationen in den Gewerkschaften ein starkes Signal setzen wollen. Erst kürzlich gab es einen Streik griechischer Kollegen, die sich weigerten, potenziell militärisches Material zu verladen. Solch ein Widerstand ist nicht nur bewundernswert, sondern auch notwendig in einer Zeit, in der Kritik an Israel oft als Antisemitismus diffamiert wird. Das macht die Diskussion um Rüstungsproduktion umso brisanter.

Die Automobilindustrie im Wandel

Die deutsche Automobilindustrie steht vor einem gewaltigen Wandel. Stagnierende Märkte und geopolitische Unsicherheiten zwingen Hersteller und Zulieferer dazu, nach neuen Geschäftsfeldern zu suchen. Der Verteidigungssektor rückt dabei immer mehr in den Fokus. Doch der Einstieg in die Rüstungsbranche ist mit rechtlichen und organisatorischen Hürden verbunden. Strenge Vorgaben, komplexe Exportkontrollen und ethische Fragestellungen prägen diesen Bereich und erfordern umfangreiche Kenntnisse. Nicolas Kredel von Baker McKenzie berät Unternehmen zu kartellrechtlichen und regulatorischen Fragen, was zeigt, wie ernst die Branche diese Herausforderungen nimmt.

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Unternehmen müssen sich entscheiden, ob sie als Zulieferer oder durch Joint Ventures in die Rüstungsindustrie eintreten wollen. Zudem müssen sie sicherstellen, dass sie die Vorgaben zur Produktion einhalten, insbesondere, dass ein bestimmter Anteil innerhalb der EU gefertigt wird. Es gibt zahlreiche rechtliche Aspekte, die das Engagement in diesem Sektor komplex gestalten – vom deutschen und europäischen Vergaberecht bis hin zu speziellen Zertifizierungen.

Das Ansehen von Automobilherstellern könnte sich durch ein Engagement in der Rüstungsindustrie verändern. Die Bevölkerung hat ein feines Gespür dafür, was hinter den Kulissen passiert. Das bedeutet, dass wir uns langfristig engagieren und die notwendigen Strukturen und Kenntnisse aufbauen müssen, um den speziellen Anforderungen des Marktes gerecht zu werden. In einer Welt, in der der Verteidigungsbereich neue Geschäftsfelder und erhebliche Investitionen bietet, ist es unerlässlich, die ethischen Grenzen nicht zu überschreiten und die gesellschaftliche Verantwortung ernst zu nehmen.

Die Veranstaltung im Camp war ein voller Erfolg und führte zu vielen neuen Kontakten. Es ist wichtig, dass wir als Gesellschaft zusammenkommen und über die Themen diskutieren, die uns alle betreffen – sei es im Kontext der Automobilindustrie oder der globalen Politik. Der Dialog ist der erste Schritt in Richtung einer besseren und friedlicheren Zukunft.