Heute ist der 6.06.2026 und wir sind hier in Salzgitter, wo die Stahlindustrie, ein fundamentaler Bestandteil unserer Wirtschaft, in einem ständigen Auf und Ab lebt. Die jüngsten Zahlen zur Aktienperformance der großen Stahlunternehmen in Europa zeigen ein buntes Bild. ArcelorMittal hat in der letzten Woche ein beeindruckendes Plus von 5,91% erreicht, während Salzgitter mit +2,28% ebenfalls zufriedenstellend abschneidet. Im Gegensatz dazu haben ThyssenKrupp und voestalpine mit -1,06% und -2,48% zu kämpfen. Wenn wir das Ganze über einen längeren Zeitraum betrachten, stechen Salzgitter und ThyssenKrupp hervor, mit monatlichen Zuwächsen von 27,38% und 11,2%. Da fragt man sich doch, was genau in der Branche vor sich geht.
Die Year-to-date Performance zeigt, dass Salzgitter mit einem Plus von 56,45% die Nase vorn hat, während ArcelorMittal einen dramatischen Rückgang von -100% verzeichnet. Das ist schon ein harter Schlag. Auch interessant: Salzgitter und voestalpine liegen über dem gleitenden Durchschnitt (MA200), während ArcelorMittal da weit unten bleibt. Die aktuellen außerbörslichen Indikationen zeigen allerdings, dass die Stimmung trübe ist – voestalpine fällt um 1,14%, Salzgitter um 2,75% und ThyssenKrupp um 2,9%. Es ist ein ständiges Auf und Ab, und man fragt sich, wann die nächste Wende kommt.
Europäische Stahlgiganten im Ranking
Ein Blick auf die europäischen Stahlproduzenten zeigt, dass ArcelorMittal die Liste mit einer Produktion von 68,52 Millionen Tonnen anführt. Das ist ziemlich beeindruckend, denn sie sind auch der zweitgrößte Stahlproduzent weltweit! ThyssenKrupp folgt auf dem zweiten Platz in Europa mit 10,35 Millionen Tonnen, was sie auf Rang 41 der weltweiten Liste bringt – zwei Plätze besser als im Vorjahr. Der Aufstieg ist da, aber der Kampf bleibt hart. Voestalpine belegt den vierten Platz in Europa mit 7,10 Millionen Tonnen, fiel jedoch in der globalen Rangliste von 51. auf 55. Platz. Und Salzgitter hat mit 5,71 Millionen Tonnen zwar den fünften Platz, jedoch ging es weltweit von 58. auf 64. Platz nach unten. Das ist nicht gerade der Traumsprung.
Die Stahlbranche in Europa sieht sich einer Vielzahl von Herausforderungen gegenüber. Hohe Kosten und der Wettbewerb mit asiatischen Herstellern, die etwa drei Viertel des weltweiten Rohstahls produzieren, setzen den Firmen zu. Die EU kommt mit 14% und Deutschland als größter Stahlproduzent innerhalb der Union nur auf 37,2 Millionen Tonnen im Jahr 2024. Das sind Werte, die uns an die Finanzkrise 2009 erinnern. Und die Inlandsnachfrage aus wichtigen Branchen wie Bau, Maschinenbau und Automobilindustrie ist schwach. Das ist kein leichtes Pflaster für unsere Stahlproduzenten.
Die Herausforderungen der Branche
Die IG Metall hat bereits vor drohenden Arbeitsplatzverlusten gewarnt, sollte sich die Lage nicht verbessern. Besonders in Deutschland, wo etwa 90.000 Menschen in der Stahlproduktion arbeiten, ist die Angst vor Entlassungen groß. Die hohe Stromkosten werden als Wettbewerbsnachteil angesehen, während die US-Zollpolitik die Lage zusätzlich verschärft. Salzgitter strebt Einsparungen von 500 Millionen Euro bis 2028 an, was unweigerlich zu einem Personalabbau führen könnte. ThyssenKrupp plant sogar, die Kapazitäten von 27.000 auf 16.000 Stellen bis 2030 zu reduzieren. Das sind harte Zeiten für die Branche.
Der Markt bleibt angespannt, und alle Blicke sind auf die Entwicklungen gerichtet. Wer weiß, vielleicht gibt es bald eine Wende? Die Stahlindustrie ist schließlich wie ein gutes Stück Fleisch – manchmal muss man einfach die richtige Würze finden, um sie zum Blühen zu bringen. Man bleibt gespannt, was die kommenden Wochen bringen werden.