Heute ist der 4.06.2026 und hier in Salzgitter spürt man förmlich den Puls der Industrie. Thyssenkrupp, ein ganz schön schwergewichtiger Player in der Stahlbranche, steckt gerade in einem Transformationsprozess, der die Zukunft des Unternehmens maßgeblich beeinflussen könnte. CEO Miguel López ist derzeit auf einer wichtigen Mission in China – und das nicht allein. An seiner Seite verhandelt Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Die Themen sind so brisant wie das Wetter hier: faire Wettbewerbsbedingungen, transparenter Rohstoffzugang und die immer wieder diskutierte Transparenz in den Lieferketten. Man kann nur hoffen, dass sich die Verhandlungen positiv entwickeln, denn der Druck von globalen Stahlüberkapazitäten ist hoch.

Ein ganz entscheidender Punkt ist, dass ab dem 1. Juli 2026 die EU die Stahlschutzmaßnahmen verschärfen wird. Das ist kein Pappenstiel, denn die zollfreien Einfuhrquoten sollen auf 18,3 Millionen Tonnen jährlich sinken – ein Rückgang um satte 47% im Vergleich zu 2024! Wenn die Quote überschritten wird, droht ein Strafzoll von 50% statt der bisherigen 25%. Das sind harte Rahmenbedingungen, mit denen Thyssenkrupp und andere Unternehmen umgehen müssen. Natürlich fordert Thyssenkrupp auch eine separate Untersuchung für kornorientiertes Elektroband, da die Importmengen in die Höhe geschnellt sind.

Aktuelle Entwicklungen und Verkäufe

Ein weiteres interessantes Detail: Die Norges Bank hat ihre Beteiligung an Thyssenkrupp auf 2,86% reduziert – unter die Drei-Prozent-Schwelle. Das zeigt, dass selbst große Investoren in stürmischen Zeiten ihre Karten neu mischen. Am 1. Juni 2023 hat Thyssenkrupp Anteile an den Hüttenwerken Krupp Mannesmann an die Salzgitter AG verkauft. Das bedeutete nicht nur einen finanziellen Impuls, sondern auch eine langfristige Liefervereinbarung für Brammen, die die Versorgung bis 2028 sichern soll. Das klingt fast nach einem Pakt, der in der Industriegeschichte nicht oft vorkommt.

Aber das ist noch nicht alles. Thyssenkrupp rüstet derzeit Produktionslinien für den Batteriehersteller LION E-Mobility um. Die Serienfertigung neuer Hochleistungs-Batteriepacks soll im Juni starten – da kann man nur gespannt sein, wie sich das auf die Zukunft des Unternehmens auswirken wird. Der Aktienkurs hat sich mittlerweile stabilisiert und liegt bei 11,83 Euro, was einem Plus von rund 1% entspricht. Besonders bemerkenswert ist, dass sich der Kurs seit dem Tief im August 2025 (6,22 Euro) fast verdoppelt hat. Wer hätte das gedacht?

Strategische Überlegungen und neue Initiativen

Am 16. Juni 2026 wird der Aufsichtsrat über den Zeitplan für die Werkstoffhandelssparte Materials Services beraten. Hier gibt es Überlegungen, ob man einen Börsengang oder eine Abspaltung in Erwägung ziehen sollte. Das könnte die zuletzt 11,4 Milliarden Euro Jahresumsatz erzielte Sparte erheblich aufwerten und neue Perspektiven eröffnen.

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Und dann ist da noch die Calvion GmbH, die frisch gegründet wurde und sich auf Dekarbonisierungstechnologien wie Carbon Capture fokussiert. Ein wichtiger Schritt in eine nachhaltige Zukunft, die wir alle im Hinterkopf haben sollten. Das Holding-Modell „ACES 2030″ nimmt immer konkretere Formen an, was uns hoffen lässt, dass Thyssenkrupp nicht nur auf der Stelle tritt, sondern tatsächlich innovative Lösungen für die Herausforderungen von morgen entwickelt.