In der kleinen Gemeinde Groß Mackenstedt, eingebettet im Landkreis Diepholz, tut sich einiges in der Welt der Kunststoffe. Die Bremer Kunststoffmanufaktur (BKM) steht auf dem Sprung. Mit einer Produktionskapazität von etwa einer Million Teilen jährlich und einem Team von 15 engagierten Mitarbeitern hat das Unternehmen in den letzten Jahren ordentlich an Fahrt aufgenommen. Der Umzug ins neue Gewerbegebiet an der Mackenstedter Straße, der im Sommer des letzten Jahres vollzogen wurde, war nicht nur ein Schritt zur Optimierung der Produktionsabläufe, sondern auch eine Notwendigkeit. Platzmangel – das kennt man hier nur zu gut!

Die Maschinen in der Halle sind beeindruckend. Da stehen fünf Spritzgussmaschinen, darunter der schwerste Koloss mit einem Gewicht von 30 Tonnen. Im Gegensatz dazu wiegt die leichteste gerade mal zehn Tonnen. Und das, was die Maschinen produzieren, sind nicht nur einfache Teile. BKM stellt unter anderem schwarze Faltenbälge für Lkw-Sitze her, die sich in der Branche bewährt haben. Aber das ist noch nicht alles: Der jährliche Granulatverbrauch liegt bei stolzen 150 Tonnen, und das in verschiedenen Varianten – von glasfaserverstärktem Kunststoff bis hin zu PVC. Das Unternehmen bedient rund 100 Bestandskunden, darunter namhafte Firmen aus der Luftfahrt und Agrarwirtschaft.

Innovationen und Nachhaltigkeit

Was die Zukunft bringt? BKM hat große Pläne! In den nächsten drei Jahren will die Manufaktur in neue Maschinen, Automatisierung und Nachhaltigkeit investieren. Zwei Roboterarme sollen die Arbeitsabläufe unterstützen und dabei helfen, Klebeprozesse zu automatisieren. Elektrizität wird hier ebenfalls großgeschrieben: Der jährliche Stromverbrauch wird auf etwa 250.000 Kilowattstunden geschätzt. Mit einer Erneuerung der Hauptstromleitung und der Installation eines Notstromaggregats wird die Energieversorgung nun ökologischer und effizienter gestaltet.

Doch das Unternehmen denkt nicht nur an Maschinen. BKM plant, eigene Kunststoffprodukte zu entwickeln, die schließlich auch im Einzelhandel erhältlich sein sollen. Ein erstes patentiertes Produkt im Bereich Mode für Frauen ist bereits in der Entwicklung. Die Zeichen stehen auf Diversifikation – und das macht die Sache spannend!

Spritzguss – Ein Verfahren mit Geschichte

Das Spritzgussverfahren, das BKM verwendet, ist ein hocheffizientes Fertigungsverfahren, das über 90% aller Kunststoffteile herstellt. Es ermöglicht, komplexe Geometrien kostengünstig zu produzieren. Dabei werden geschmolzene Werkstoffe unter hohem Druck in Formwerkzeuge eingespritzt, kühlen dann ab und verfestigen sich. Kaum zu glauben, aber die Präzision, die dabei erreicht wird, ist bemerkenswert – mit Toleranzen von nur ±0,08 mm! Diese Technik hat viele Branchen revolutioniert, von Konsumgütern bis hin zur Automobilindustrie.

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Das Verfahren hat jedoch auch seine Herausforderungen. Hohe Anfangsinvestitionen für Werkzeuge und Maschinen sind erforderlich. Aber die Vorteile überwiegen: Kurze Zykluszeiten, Designflexibilität und minimale Materialabfälle sind nur einige der positiven Aspekte. Und mit modernen Steuerungssystemen kann die Einspritzgeschwindigkeit, der Druck, die Temperatur und die Abkühlzeit optimal kontrolliert werden.

Die Zukunft der Kunststoffverarbeitung

In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit und Energieeffizienz immer wichtiger werden, denkt BKM auch an die Umwelt. Biokunststoffe, die 30-70% weniger Treibhausgasemissionen verursachen, werden zunehmend in der Industrie eingesetzt. Kreislaufwirtschaftskonzepte zur effizienten Ressourcennutzung und Abfallreduktion sind ebenfalls in der Planung. Das ist nicht nur ein Trend, sondern eine Notwendigkeit!

Die Entwicklungen in der Kunststoffverarbeitung sind rasant. Automatisierung, Industrie 4.0 und digitale Transformation bringen frischen Wind in die Branche. Roboter für das Teilehandling und datengestützte Prozessoptimierungen sind schon auf der Tagesordnung. Wer weiß, was uns in den nächsten Jahren noch erwarten wird? Eines ist sicher: In Groß Mackenstedt wird die Zukunft des Kunststoffs aktiv mitgestaltet!