Die Ruhe im beschaulichen Herleshausen ist seit dieser Woche einem unerwarteten Verkehrschaos gewichen. Anwohner berichten von einem spürbaren Anstieg des Pkw- und Lastwagenverkehrs. Der Grund? Die Freigabe des neuen Teilstücks der Autobahn 44 zwischen Sontra-Ost und Wommener Dreieck, die am Dienstag stattfand. Statt der erhofften Entlastung hat sich die Situation in Wommen, Herleshausen und dem Ulfetal jedoch zugespitzt. Was ist da bloß los?
Ortsvorsteher André Borghorst hat ein wachsames Auge auf die Entwicklung. Er spricht von einem deutlichen Anstieg des Verkehrsaufkommens, insbesondere bei Lkw über zwölf Tonnen. Das Resultat: Anwohner klagen über Lärmbelästigung, Geschwindigkeitsüberschreitungen und eine erhöhte Gefährdung für Fußgänger – insbesondere für die Kleinsten und die älteren Mitbürger. Ein besorgniserregender Zustand, der nicht länger ignoriert werden kann!
Forderungen der Bürger
Trotz der neuen Autobahn scheinen viele Verkehrsteilnehmer die alten Landes- und Bundesstraßen weiterhin zu bevorzugen. Die Bürger sind laut geworden und fordern dringend Maßnahmen wie eine Tempo-30-Zone und Zebrastreifen an Bushaltestellen. Borghorst hat bereits Kontakt zu Landrätin Nicole Rathgeber aufgenommen, um die Situation zu verbessern. Es wurden zusätzliche Verkehrszeichen angeordnet, aber das scheint nur der Anfang zu sein.
Im Ulfetal sind die Auswirkungen der Freigabe bislang weniger stark zu spüren. Feiertage haben den Verkehr beeinflusst, was vielleicht einen Teil der ruhigeren Situation erklärt. Aber die Berichte aus Krauthausen und Ulfen sind alarmierend. Dort wird von unzureichenden Kontrollen der Lkw-Fahrverbote und Geschwindigkeitsbegrenzungen berichtet. Für viele Anwohner steht fest: Ein fester Blitzer in Krauthausen wäre eine sinnvolle Maßnahme, um die Verkehrssituation zu entschärfen.
Verkehrslärm und seine Folgen
Der Lärm, der durch den Verkehr verursacht wird, ist nicht nur ein lästiges Geräusch im Hintergrund. Er hat ernsthafte Auswirkungen auf die Lebensqualität der Menschen. Das Umweltbundesamt beschreibt, dass die Umweltpolitik dem Prinzip folgt: Vermeiden vor Vermindern vor Ausgleichen. Zuerst sollte man prüfen, ob Lärmquellen vermeidbar sind. In diesem Fall könnte das bedeuten, dass wir mehr zu Fuß gehen oder auf das Fahrrad steigen. Bei nicht vermeidbaren Quellen, wie dem Lkw-Verkehr, sollten die Emissionen und Immissionen möglichst gesenkt werden. Technische Maßnahmen an Fahrzeugen und Fahrwegen könnten hier helfen.
Doch was ist mit den Menschen, die in den betroffenen Gebieten leben? Lärmschutzwände oder baulicher Schallschutz können teuer und unpraktisch sein. Vor allem, wenn sich die Situation nicht schnell ändert. Der Lärm macht nicht nur die Ohren müde, sondern auch die Nerven. Die Bürger von Herleshausen, Wommen und Ulfetal stehen vor der Frage: Was kommt als Nächstes? Wo bleibt die Entlastung?