In Nösberts-Weidmoos, einem charmanten kleinen Dorf im Herzen des Vogelsbergkreises, wurde kürzlich ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert: Die Kirmes feiert stolze 100 Jahre! Seit 1926 ist sie nicht nur ein Event, sondern das pulsierende Herz des Dorfes. Die Feierlichkeiten starteten mit einem feierlichen Kurzkommers, bei dem das Bierfass mit einem herzlichen Schlag angestochen wurde – ein Ritual, das die Dorfgemeinschaft zusammenbringt und für fröhliche Gesichter sorgt.
Florian Eurich, der Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr, sprach über die immense Bedeutung der Kirmes für die Gemeinschaft. „Die Kirmes ist wie ein großer Familientreffpunkt, wo Jung und Alt zusammenkommen“, sagte er und brachte damit die Essenz des Festes auf den Punkt. Bürgermeister Simon Seibert fügte hinzu, dass die Nösberts-Weidmooser Kirmes seit 26 Jahren eine Tradition ist, die durch Generationen hindurch Bestand hat. Das gibt einem schon das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein, oder?
Ein Stück Geschichte
Die Wurzeln von Nösberts und Weidmoos reichen weit zurück – um die 800 Jahre ins hohe Mittelalter, um genau zu sein. Die erste schriftliche Erwähnung von Nösberts findet sich in einer Urkunde vom 20. November 1480, wo es als „zum Noßwarts“ bezeichnet wird. Weidmoos hingegen taucht erstmals 1525 in einem Brief auf, wo es als Wytmaß benannt wird. Diese historischen Anfänge sind nicht nur Zahlen, sie erzählen Geschichten von Menschen, die hier lebten, arbeiteten und feierten.
Der Zusammenhalt der Dorfbewohner ist ein zentraler Aspekt der Kirmes. Landrat Dr. Jens Mischak betonte die Verantwortung der Bürger für die Tradition und die Erhaltung des Brauchtums. Und wie wichtig das ist! Die Kirmes schafft einen Raum, in dem Erinnerungen entstehen und Geschichten erzählt werden können. Ortsvorsteher Robin Gambach brachte es auf den Punkt: „Die Kirmes ist das Herz des Dorfes“, und das ist wahrlich nicht übertrieben.
Tradition und Gemeinschaft
Ein weiteres Highlight der Feiern war die Bierpreis-Aktion, bei der ein Körbchen Bier für 2,50 Euro zu ergattern war – und damit die Chance, an einer Losaktion teilzunehmen. Da wird das Feiern gleich doppelt so schön! Auch die Lauterbacher Bierkönigin Anne Saller ließ es sich nicht nehmen, über die Bedeutung von Tradition und Brauchtum zu sprechen. Das alles war umrahmt von einer herzlichen Atmosphäre, die man einfach spüren konnte, wenn man durch die Gassen schlenderte.
Ein kleiner Exkurs in die Geschichte der Dörfer: Nösberts und Weidmoos waren bis zum 19. Jahrhundert Teil der Herrschaft der Familie Riedesel. Die Ortschaften erlebten viele Höhen und Tiefen, einschließlich der Zerstörung während der Fehde zwischen Riedeseln und dem Kloster Fulda im Jahr 1467. Doch die Dorfbewohner haben nie aufgegeben. Im 16. Jahrhundert begann die Erholung, und die Dörfer entwickelten sich weiter, mit eigenen Schulen und schließlich dem Zusammenschluss zur Gemeinde Nösberts-Weidmoos im Jahr 1938.
Die Kirmes ist also weit mehr als nur ein Fest. Sie ist ein lebendiges Stück Geschichte, ein Symbol für Beständigkeit und Gemeinschaft im Wandel der Zeit. Wenn man das alles betrachtet, wird klar: In Nösberts-Weidmoos wird nicht nur das Bier, sondern auch die Tradition in vollen Zügen gefeiert!