In der pulsierenden Stadt Frankfurt am Main, wo Tradition und Innovation aufeinandertreffen, zeigt eine aktuelle Studie des Schreibzentrums der Goethe-Universität interessante Einblicke in den Umgang von Studierenden mit Künstlicher Intelligenz (KI). In einer Befragung unter 4048 Studierenden wird deutlich, dass viele von ihnen KI-Tools wie ChatGPT oder DeepL in ihren akademischen Arbeiten als unverzichtbare Helfer nutzen. Besonders gefragt sind diese Tools bei der Ideenfindung, dem Verfassen thematischer Einstiege und der sprachlichen Überarbeitung. Mit 89 Prozent ist die Mehrheit überzeugt, dass KI ihre Effizienz steigert und Schreibschwierigkeiten überwindet. Doch was auf den ersten Blick nach einer genialen Lösung aussieht, wirft auch einige kritische Fragen auf.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass rund ein Drittel der Befragten KI eher selten für das Auswerten von Forschungstexten oder inhaltliche Überarbeitungen verwendet. Dennoch ist die Sorge groß: Über 50 Prozent der Studierenden berichten von einem Verlust an Selbstständigkeit, und fast die Hälfte fürchtet, das kritische Denken zu verlernen. Trotz dieser Bedenken bekennen sich 92,2 Prozent der Befragten weiterhin zu ihrer Verantwortung für die eigenen Texte. Man könnte sagen, sie sind sich ihrer „Schreibpflicht“ durchaus bewusst, auch wenn die Verlockung, KI als Ghostwriter zu nutzen, groß ist. Komischerweise lehnen etwa 10 Prozent die Nutzung von KI im Alltag sogar ganz ab.

Die Rolle von KI im akademischen Schreiben

Wie es scheint, ist der Druck, in der akademischen Welt zu bestehen, ein treibender Faktor für den KI-Einsatz. Zeit- und Notendruck, Schreibschwierigkeiten und der Bedarf nach Austausch und Anregung bringen viele Studierende dazu, auf KI zurückzugreifen. Eine Studentin schildert, dass es ihr schwerfällt, auf diese Hilfsmittel zu verzichten. Sie muss sich aktiv motivieren, selbst zu denken und zu schreiben. Die Autorin der Studie, Nora Hoffmann, empfiehlt daher Hochschulen, sich intensiver mit der Rolle von KI im akademischen Schreiben auseinanderzusetzen. Fachspezifische Regeln, die Förderung von Schreib- und Lesekompetenzen sowie die Berücksichtigung emotionaler Fragen könnten helfen, den Umgang mit KI zu verbessern.

In einem weiteren Kontext betrachtet Klaus Zierer, Professor für Schulpädagogik an der Universität Augsburg, das Potenzial von Chatbots wie ChatGPT. Er hebt hervor, dass diese nicht als Denkersatz, sondern als kritische Begleiter fungieren sollten. Ein Beispiel, das er anführt, ist, dass Schüler zuerst selbst einen Aufsatz verfassen und anschließend um Feedback vom Chatbot bitten sollten. Diese Herangehensweise könnte verhindern, dass der Einsatz von KI zu einem negativen Lernprozess führt.

Die Frage, wie KI tatsächlich den Lernprozess beeinflusst, ist nach wie vor brisant. Eine Studie an einer türkischen Schule verdeutlicht dies, indem sie den Einfluss von KI auf den Lernerfolg von Schülern untersuchte. Die Ergebnisse zeigen, dass Schüler, die mit KI arbeiteten, während der Übungsphasen bessere Ergebnisse erzielten als ihre Mitschüler, die nur mit Lehrbuch arbeiteten. Doch im Test schnitt die Gruppe mit dem einfachen KI-System schlechter ab, was Bedenken hinsichtlich einer unreflektierten Nutzung aufwirft. Die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen im Umgang mit KI wird also immer deutlicher. Zierer betont, dass die Unterrichtsqualität letztlich entscheidend bleibt und KI nur einer von vielen Faktoren ist, die das Lernen beeinflussen.

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Insgesamt sehen wir, dass KI beim akademischen Schreiben und Lernen sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringt. Die Frage bleibt, wie Studierende und Lehrkräfte gemeinsam lernen können, KI verantwortungsvoll zu nutzen, um nicht nur ihre Effizienz zu steigern, sondern auch das kritische Denken und die persönliche Entwicklung zu fördern. Am Ende des Tages wird es eine Balance brauchen, um das Beste aus beiden Welten zu vereinen.