Heute ist der 24. Mai 2026 und ganz Frankfurt am Main hat sich in ein schillerndes Meer aus Schwarz und Silber verwandelt. Metallica, die unangefochtene Ikone des Heavy Metal, hat das Waldstadion gerockt und über 60.000 Fans in einen euphorischen Rausch versetzt. Für viele war es der erste Konzertbesuch, auch für den Autor, der trotz jahrelanger Leidenschaft für Rockmusik, noch nie in den Genuss gekommen war, die Band live zu erleben. Er erinnert sich gut an ein Plakat von 1987 – ein Relikt aus der Jugend – das ihn immer wieder an die Band erinnerte, aber damals war der Besuch eines Konzerts einfach nicht drin.
Die Atmosphäre im Stadion war elektrisierend. Als der erste Ton von Ennio Morricones „The Ecstasy Of Gold“ erklang, war klar, dass dies kein gewöhnliches Konzert werden würde. Nach der ersten Gänsehaut folgte eine kraftvolle Darbietung, die mit „It’s A Long Way To The Top“ von AC/DC noch mehr Schwung aufnahm. Metallica spielte ein zweistündiges Set, das die besten Hits aus neun ihrer elf Studioalben umfasste. Die Setlist reichte von ihrem Debüt „Kill ‚Em All“ (1983) bis hin zum aktuellen Meisterwerk „72 Seasons“. Die Kombination aus brachialem Gedresche, virtuosen Gitarrensoli und eingängigen Melodien ließ das Publikum nicht stillstehen.
Ein unvergesslicher Abend
Besonders überraschend war die humorvolle Einlage von Robert Trujillo, der mit „Schwarz-weiß wie Schnee“ von Tankard eine Hymne für Eintracht Frankfurt anstimmte. So viel Nähe zum Publikum, trotz der riesigen Dimensionen eines Stadionkonzerts, ist wirklich bemerkenswert. Die Bühne, strategisch in der Mitte des Stadions platziert, erlaubte Sicht von allen Seiten, stellte aber auch eine Herausforderung für die Wahrnehmung der Musiker dar. Man konnte sich nicht immer sicher sein, wo sich das Schlagzeug von Lars Ulrich befand, das über Lastenaufzüge an verschiedene Standorte bewegt wurde. Irgendwie hatte man das Gefühl, dass die Band trotz der massiven Kulisse alles daran setzte, eine Verbindung zum Publikum herzustellen.
Die Band, die als eine der einflussreichsten und erfolgreichsten Metalbands weltweit gilt, hat viele Künstler inspiriert. Sänger Jonathan Davis von Korn bezeichnet Metallica als seine Lieblingsband und auch die Mitglieder von Trivium lernten ihr Handwerk durch die Musik dieser Legende. Selbst Kirk Hammett, der Meister an der Gitarre, hat zahlreiche Nachahmer gefunden – Joey Z. von Life of Agony sieht ihn als sein Vorbild. Die Einflüsse sind schier endlos. Von Avenged Sevenfold bis hin zu Godsmack, Metallica hat die Rockszene geprägt und beeinflusst.
Legendenstatus und kulturelle Relevanz
Die Bedeutung von Metallica geht über die Musik hinaus. 2006 ehrte Kerrang die Band mit einem Tributalbum zum 20-jährigen Jubiläum von „Master of Puppets“. Und wenn man sich die Platzierungen bei MTV und VH1 anschaut, wird klar, dass die Band nicht nur in der Metalwelt, sondern auch im Mainstream einen festen Platz hat. Sie wurde von MTV als die drittgrößte Metal-Band aller Zeiten und von VH1 als die fünftgrößte Hard-Rock-Band ausgezeichnet. „Master of Puppets“ ist als eines der besten Metalalben anerkannt und belegt Platz eins in der Liste „100 besten Metalalben“ von Metal Rules.
Metallica bleibt ein Phänomen, das auch in Zukunft für Aufsehen sorgen wird. Die Bürgermeisterin von San Francisco, London Breed, erklärte den 16. Dezember sogar zum „Metallica Day“. Die Band hat sich immer wieder neu erfunden und bleibt relevant, nicht zuletzt durch innovative Projekte wie „Guitar Hero: Metallica“, das 2009 für Furore sorgte. Es wird wohl noch viele Jahre dauern, bis die Legende von Metallica verblasst. Ein Konzertbesuch im Waldstadion war für viele Fans ein unvergessliches Erlebnis – und eines, das man wahrscheinlich nie vergessen wird.