In Frankfurt am Main brodelt es. Nach der Kommunalwahl vor acht Wochen, die am 15. März 2026 stattfand, ist die politische Landschaft in der Stadt alles andere als klar. Es gibt noch keinen Koalitionsvertrag, und die Bürgerinnen und Bürger schauen gespannt zu, wie sich die Parteien um die Macht balgen. Die CDU hat zwar die Wahl gewonnen, doch mit 23 von 93 Sitzen sind sie auf Unterstützung angewiesen. Allein können sie die Koalitionsverhandlungen nicht bestimmen. Ein bisschen wie ein Schachspiel, bei dem jeder Zug wohlüberlegt sein muss.
CDU-Spitzenkandidat Nils Kößler hat sich zunächst für eine Koalition mit der FDP ausgesprochen. Doch das stieß auf Widerstand, und die CDU denkt jetzt laut über eine Kenia-Koalition nach, ein Bündnis aus CDU, Grünen und SPD. Die SPD zeigte Interesse an einer Zusammenarbeit, während die Grünen, ganz ihrem eigenen Kurs folgend, nur mit Volt zusammenarbeiten wollen. Das ist alles andere als einfach, denn die Grünen sind an das Votum einer Mitgliederversammlung gebunden, die eine Partnerschaft mit Volt befürwortet hat. Kößler hat die Grünen zwar aufgefordert, in die Kenia-Koalition einzutreten, doch das könnte man auch als stur oder gar als Drohung interpretieren. Die politische Bühne ist also ein ziemliches Durcheinander.
Die Herausforderungen der Koalitionsverhandlungen
Ein Blick auf die aktuellen Trends zeigt, dass die CDU voraussichtlich stärkste Kraft bleibt, gefolgt von Grünen und SPD. Es gibt viele mögliche Koalitionen: CDU mit Grünen, SPD, FDP und Volt. Doch eine Linksbündnis-Koalition aus Grünen, SPD, Linken und Volt gilt als unwahrscheinlichste Option. Im Moment macht die CDU den Eindruck, dass sie das Kenia-Modell für stabil hält. Historisch gesehen gibt es zwischen CDU und Grünen Spannungen, aber auch gemeinsame Beschlüsse. Man fragt sich, ob das bei den aktuellen Koalitionsverhandlungen hilft oder eher hinderlich ist.
Die SPD plant, Koalitionsgespräche mit der CDU und den Grünen aufzunehmen. Ein Kenia-Bündnis würde 57 Sitze in der Stadtverordnetenversammlung ergeben – das klingt nach einer soliden Mehrheit. Doch Kößler hat Bedenken, dass eine knappe Mehrheit kritisch sein könnte. Es muss einfach alles stimmen. Die Themen Planung und Mobilität sind dabei besonders herausfordernd. Die Grünen haben angedeutet, dass es in verkehrspolitischen Fragen durchaus gemeinsame Lösungen mit der CDU geben könnte. Ein kleiner Lichtblick in dieser politischen Dunkelheit.
Die Rolle von Volt und die Zukunft der Stadtpolitik
Volt hat sich gegen eine Koalition mit der FDP entschieden und zieht nun eine Zusammenarbeit mit CDU und Grünen in Betracht. Christian Tobias Pfaff, ein Sprecher von Volt, äußert jedoch Bedenken hinsichtlich der Stabilität eines Viererbündnisses. Die CDU hat, im Gegensatz dazu, eine klare Agenda. Kößler hat betont, die Drogenpolitik in Frankfurt weiterzuentwickeln und einen modernen Ansatz zu fördern. Ein Schritt in die richtige Richtung, vielleicht?
Die Beziehung zwischen Grünen und SPD hat sich in letzter Zeit verschlechtert. Das macht die Koalitionsgespräche nicht einfacher. Zudem kündigte die Linke an, konsequent in die Oppositionspolitik zu gehen und bedauert die Entscheidung der SPD. Ein wenig wie ein Schachspiel, das sich nach einem Zug in eine ganz andere Richtung entwickelt. Die Zeit drängt, und die Frankfurter Grünen treffen sich am 29. April zu einer Mitgliederversammlung, um über die Koalitionsgespräche zu entscheiden. In der Stadt spürt man bereits die Unruhe und Vorfreude – was wird die nächste Runde bringen?
Die Koalitionsbildung im Römer könnte sich also noch hinziehen. Politikerinnen und Politiker stehen unter Druck, die richtigen Entscheidungen zu treffen, denn schließlich geht es um die Zukunft der Stadt und ihrer Bewohner. Eine verlässliche Stadtregierung ist dringend notwendig, und die Bürgerinnen und Bürger hoffen auf ein stabiles und funktionierendes Bündnis, das die Herausforderungen der Stadtpolitik angehen kann.