Heute ist der 5.05.2026, und hier in Frankfurt am Main tut sich so einiges in der städtischen Finanzlandschaft. Es ist ein bisschen wie in einem Drama, das sich über Jahre hinzieht – die Haushaltslage, die von Hoffnung aufblühen könnte, überrascht uns erneut mit einem unerwarteten Tiefpunkt. Der Haushalt für 2025 zeigt den höchsten Fehlbetrag seit Einführung der doppelten Buchführung im Jahr 2007. Ein Defizit von 383 Millionen Euro, im ordentlichen Ergebnis sogar knapp 400 Millionen Euro. Das ist schon eine Hausnummer!

Kämmerer Bastian Bergerhoff von den Grünen hat den Jahresabschluss präsentiert und die Zahlen sind alles andere als erfreulich. In der vorhergehenden Wahlperiode, wo wir noch mit Überschüssen in dreistelliger Millionenhöhe glänzen konnten, ist jetzt ein schmerzhafter Rückschlag zu verzeichnen. Rücklagen in Höhe von einer Milliarde Euro sind zwar da – ein Rekordstand, der jedoch dringend für den Haushaltsausgleich in 2025 und den Folgejahren benötigt wird. Aber wie kam es nur zu diesem Defizit? Die laufenden Ausgaben lagen um etwa 500 Millionen Euro über dem geplanten Rahmen und überschritten die Sechs-Milliarden-Marke!

Ursachen und Entwicklungen

Die Gewerbesteuererträge konnten immerhin 3,1 Milliarden Euro einbringen, was zwar knapp unter dem Rekord von 2024 liegt, aber immerhin 128 Millionen Euro über den Erwartungen. Doch die Ausgaben? Die summierten sich auf 305 Millionen Euro, und das ist schon ein bisschen grenzwertig. Besonders bitter: Einige Dezernate haben ohne Gremienzustimmung den ihnen zur Verfügung stehenden Rahmen überschritten. So weist das Bildungs- und Baudezernat mit 186 Millionen Euro den höchsten ungedeckten Betrag aus. Das Kulturdezernat braucht fast 20 Millionen Euro mehr, und das Dezernat für Sicherheit und Ordnung hat über 11 Millionen Euro zusätzlich eingeplant. Das Sozialdezernat, das von Elke Voitl geleitet wird, benötigte 112 Millionen Euro mehr als vorgesehen – da fragt man sich, wo die ganze Kohle bleibt.

Ein Lichtblick könnte die Tatsache sein, dass Frankfurt das Haushaltsjahr 2024 mit einem Überschuss von rund 212 Millionen Euro abgeschlossen hat. Das klingt schon fast wie ein Wunder, wenn man bedenkt, dass ursprünglich ein Defizit von rund 112 Millionen Euro veranschlagt war. Steuer- und steuerähnliche Einnahmen machen fast drei Viertel der Erträge aus, wobei der größte Teil natürlich aus der Gewerbesteuer stammt. Doch der aktuelle Schuldenstand von etwa 2,7 Milliarden Euro ist auch nicht zu vernachlässigen.

Investitionen und Ausblick

Die geplanten Investitionen für 2025 konnten nur zu einem Bruchteil umgesetzt werden. Tatsächlich wurde nur die Hälfte der neuen Investitionen getätigt. Das hat zur Folge, dass die Ausführungsquote ausstehender Investitionen aus den Vorjahren unter 30 Prozent liegt – naja, das lässt uns schon ein wenig schaudern. Kämmerer Bergerhoff fordert mehr Ehrlichkeit im Umgang mit den Haushaltsausgaben, und das ist, ehrlich gesagt, auch dringend nötig. Budgetüberträge von 2025 auf das nächste Jahr sind nicht möglich, also müssen wir uns jetzt schon Gedanken machen, wie es weitergeht.

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Der Schuldenstand lag Ende 2025 bei gut drei Milliarden Euro, was eine halbe Milliarde Euro niedriger ist als ursprünglich geplant. Aber ob das wirklich ein Grund zur Freude ist? Die Stadt plant mit einem Defizit von 90 Millionen Euro für den Haushalt 2025. Es bleibt abzuwarten, wie die Verantwortlichen die Herausforderungen meistern und ob wir bald wieder in ruhigere Gewässer segeln können. Ein bisschen Hoffnung schwingt immer mit, doch die Realität sieht momentan eher nach einem stürmischen Meer aus.