Am 5. Juni 2026, genauer gesagt um 12:45 Uhr, ereignete sich am Frankfurter Flughafen ein Vorfall, der die Luftfahrtgemeinschaft in Aufregung versetzte. An der Parkposition A15, wo eine Boeing 787-9 der Lufthansa mit dem klangvollen Namen „Herne“ stationiert war, knickte das Bugfahrwerk ein. Die Nase des Flugzeugs sackte abrupt auf den Boden, was nicht nur für die anwesenden Mitarbeiter, sondern auch für die Luftfahrtprofis eine besorgniserregende Situation darstellte.
Glücklicherweise waren zu diesem Zeitpunkt keine Fluggäste an Bord – nur Crewmitglieder und Mitarbeiter von Dienstleistungsunternehmen. Dennoch erlitten mehrere Personen, darunter 13 Crewmitglieder der Lufthansa, leichte Verletzungen. Zwei Kabinencrew-Mitarbeitende sowie weitere Mitarbeiter mussten zur ärztlichen Versorgung ins Krankenhaus gebracht werden, konnten aber glücklicherweise bald entlassen werden. Ein Krisenstab wurde von Lufthansa eingerichtet, um die Situation zu bewältigen und weitere Maßnahmen zu koordinieren.
Ein unerwarteter Zwischenfall
Der Vorfall ereignete sich kurz vor dem geplanten Abflug des Fluges LH450 nach Los Angeles, der für 13:50 Uhr angesetzt war. Videoaufnahmen, die schnell im Internet verbreitet wurden, zeigen eindrücklich den Zusammenbruch des Fahrwerks und ein eingeklemmtes Gepäckförderfahrzeug. Die Beklemmung war förmlich spürbar, als das Flugzeug auf dem Bauch aufschlug und die Klappen des Bugfahrwerks nach außen gedrückt wurden – ein Bild, das man so schnell nicht vergisst. Die rechte Klappe riss sogar ab; ein deutliches Zeichen für die heftige Wucht des Aufpralls.
Die Frankfurter Polizei und der Flughafenbetreiber Fraport bestätigten den Vorfall und gaben an, dass es bisher keine größeren Auswirkungen auf den Flugverkehr gab. Dennoch ist das festliegende Flugzeug ein ernsthaftes Problem, da andere Maschinen nicht ein- oder ausparken können. Ein Tankwagen, der auf der linken Seite des Flugzeugs zu sehen war, lässt zudem die Frage offen, ob die Betankung noch im Gange war. Der Schlauch für die Kerosinzuführung war jedenfalls noch angeschlossen. Über die genaue Ursache des Vorfalls gibt es bislang keine Informationen, aber Experten sind vor Ort, um das Flugzeug einer gründlichen Prüfung zu unterziehen.
Verbindungen zur Vergangenheit
Einige Beobachter ziehen Vergleiche zu einem früheren Vorfall in London während der Coronapandemie, bei dem ein Bugfahrwerk nicht richtig gesichert war. Auch damals kam es zu Beschädigungen und leichten Verletzungen. In Reaktion auf diesen Vorfall hatte das Luftfahrt-Bundesamt eine Lufttüchtigkeitsanweisung herausgegeben, um ähnliche Fehler in Zukunft zu vermeiden. Ob und inwieweit diese Anweisung für den Vorfall in Frankfurt relevant ist, bleibt abzuwarten. Die zuständigen Behörden und die Lufthansa selbst haben bereits Untersuchungen eingeleitet.
Die Boeing 787-9, die nun in den Schlagzeilen steht, ist etwa ein Jahr alt und wurde im Januar 2025 an die Lufthansa ausgeliefert. Mit einer Flotte von 17 Dreamlinern hat die Lufthansa in der Vergangenheit stets auf die Zuverlässigkeit und Sicherheit ihrer Flugzeuge gesetzt. Die neue Kabine namens Allegris an Bord sollte den Passagieren ein einzigartiges Flugerlebnis bieten. Ironischerweise wird dieses Erlebnis nun von einem Vorfall überschattet, der zeigt, wie schnell sich die Dinge in der Luftfahrt ändern können.
Die Statistiken des Luftfahrt-Bundesamts (LBA), die bis zum 31. Dezember eines jeden Jahres kostenfrei bereitgestellt werden, unterstreichen die Bedeutung von Sicherheit und Zuverlässigkeit in der Luftfahrt. Themen wie Ereignismeldungen und technische Kontrollen sind für die Aufrechterhaltung der Luftfahrtstandards unerlässlich. Die Luftfahrtbranche steht unter ständiger Beobachtung, und jeder Vorfall wird genau analysiert, um die Sicherheit für alle zu gewährleisten.