Am 22. April wurde in Frankfurt am Main eine besondere Ehrung ausgesprochen: Mohamed Seddadi erhielt die Ehrenplakette der Stadt, eine Auszeichnung, die seit 1952 an Persönlichkeiten verliehen wird, die sich in herausragender Weise für die Gemeinschaft einsetzen. Überreicht wurde die Plakette von Oberbürgermeister Mike Josef im festlichen Kaisersaal des Römers, einem der bedeutendsten historischen Gebäude der Stadt.

Die Auszeichnung würdigt Seddadis bemerkenswertes Engagement in der Moscheegemeinde sowie in Stadtteilen und im interreligiösen Dialog. Als Geschäftsführer der Islamischen Gemeinde Frankfurt und Koordinator des Koordinationsrates der Moscheen hat er sich maßgeblich für Integration, Dialog und gesellschaftlichen Zusammenhalt eingesetzt. Besonders hervorzuheben ist sein aktiver Beitrag zur Initiative „Aufstehen gegen Rassismus“ sowie seine Bemühungen in der Präventionsarbeit gegen Radikalisierung und Kriminalisierung von muslimischen Jugendlichen.

Ein Leben für den Dialog

Zusätzlich zu seiner Rolle als Geschäftsführer ist Seddadi auch als Sozialbezirksvorsteher in Bockenheim und Hausen tätig. Seine Stimme ist in den Dialog mit Stadt, Behörden, Schulen und Sicherheitsinstitutionen gefragt. Während der Corona-Pandemie hat Seddadi sich besonders für die Belange von Geflüchteten engagiert. Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg hielt eine Laudatio, in der sie Seddadis vielfältiges Engagement würdigte und dessen Beitrag zur Stärkung der Gemeinschaft hervorhob.

Die Ehrenplakette selbst, die Seddadi nun trägt, hat eine lange Geschichte. 1911 stiftete die Stadt Frankfurt am Main die ersten Ehrenplaketten, entworfen vom Bildhauer Alexander Kraumann. Ihre Maße betragen 70 × 55 Millimeter und die Vorderseite zeigt die Prägung „Ehrengabe der Stadt Frankfurt am Main“ sowie den bekrönten Kopf des Frankfurter Stadt-Adlers. Im Laufe der Jahre gab es zahlreiche Neuentwürfe, darunter die aktuelle Plakette, die 1976 neu gestaltet wurde und den unbekrönten Stadtadler zeigt, ein Entwurf von Hans Leistikow aus dem Jahr 1924.

Interreligiöser Dialog im Fokus

In diesem Kontext ist es interessant, die jüngsten Entwicklungen im interreligiösen Dialog in Frankfurt zu betrachten. Ilona Klemens, die seit Frühjahr neue Pfarrerin der Evangelischen Studierendengemeinde an der Goethe-Universität ist, hat sich ebenfalls der Förderung des Dialogs verschrieben. Sie ist Mitgründerin des Rates der Religionen in Frankfurt und betont die Notwendigkeit eines konstruktiven Austauschs, insbesondere im Hinblick auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen.

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Klemens plant ein interreligiöses Veranstaltungsformat, das Bibel und Koran gemeinsam liest und verschiedene religiöse Stätten besucht. Ihre Vision ist es, die Kirche für gesellschaftspolitische Themen zu öffnen und den interreligiösen Dialog zu fördern. Dies spiegelt sich auch in der Ablehnung von Antisemitismus und Rassismus wider, die im Mission Statement der Evangelischen Studierendengemeinde fest verankert sind.

Die Auszeichnung von Mohamed Seddadi und die Initiativen von Ilona Klemens zeigen eindrucksvoll, wie wichtig der interreligiöse Dialog und das Engagement für eine inklusive Gesellschaft in Frankfurt sind. Durch ihren unermüdlichen Einsatz tragen sie dazu bei, Brücken zu bauen und den Zusammenhalt in der Stadt zu stärken.