Heute ist der 24.04.2026 und in Hamburg stehen die Zeichen auf Olympia. Am 31. Mai 2026 findet ein entscheidendes Referendum zur Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 statt. Der Wahlzettel wird klar und deutlich formuliert: „Ich bin dafür, dass sich der Deutsche Olympische Sportbund mit der Freien und Hansestadt Hamburg als Austragungsort um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele für die Jahre 2036, 2040 oder 2044 bewirbt.“ Die Hamburger sind also gefordert, sich zu positionieren – mit einem klaren „Ja“ oder „Nein“.
Um das Referendum erfolgreich zu gestalten, benötigen die Organisatoren mehr „Ja“- als „Nein“-Stimmen, und eine Wahlbeteiligung von mindestens 20 % der Wahlberechtigten muss erreicht werden. Bei der letzten Bürgerschaftswahl wurden 1.313.043 Wahlberechtigte registriert, was bedeutet, dass mindestens 262.609 „Ja“-Stimmen notwendig sind. Die Stimmenauszählung wird am Referendumstag live übertragen, und erste Ergebnisse werden gegen 18:30 Uhr erwartet. Das amtliche Endergebnis soll spätestens am 25. Juni bekannt gegeben werden.
Wer darf wählen?
Stimmberechtigt sind alle Hamburger mit deutscher Staatsangehörigkeit, die am 31. Mai mindestens 16 Jahre alt sind und seit mindestens drei Monaten in Hamburg leben. Die Abstimmung erfolgt vorrangig per Briefwahl, und die entsprechenden Benachrichtigungen werden Ende April verschickt. Für diejenigen, die lieber persönlich abstimmen möchten, gibt es 178 Abstimmungsbezirke in Hamburg, in denen die Wähler ihre Abstimmungsstelle frei wählen können.
Die Bedeutung dieses Referendums wird zusätzlich durch die Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am 26. September 2023 über den deutschen Olympia-Kandidaten untermauert. Neben Hamburg haben auch Berlin, München und die Region Rhein-Ruhr Interesse signalisiert. Interessanterweise gab es in München bereits ein erfolgreiches Referendum mit 66,4 % Zustimmung, was die Latte für Hamburg hochlegt.
Finanzielle Aspekte und Infrastruktur
Die organisatorischen und Durchführungskosten für die Bewerbung werden auf 4,8 Milliarden Euro geschätzt, während ein zusätzliches Investitionsbudget von rund 1,3 Milliarden Euro für langfristige Maßnahmen vorgesehen ist. Hamburg setzt bei seiner Bewerbung auf kurze Wege und Nachhaltigkeit. Ein zentrales Element ist das geplante Olympische Dorf in Altona, das später als „Science City“ sowie Wohnraum genutzt werden soll. Zudem plant der HSV den Bau einer neuen Arena, die auch als Leichtathletik-Stadion fungieren könnte.
Die Linke äußert Bedenken hinsichtlich finanzieller Risiken und hatte ein Gutachten des Rechnungshofes beantragt, das jedoch abgelehnt wurde. Kiel, als Partnerstadt im Hamburger Olympiakonzept, hat bereits ein positives Signal gesetzt: Bei einem Bürgerentscheid am 19. April stimmten 63,5 % der Kieler Bürger für eine Olympia-Bewerbung. Dies zeigt, dass die Begeisterung für die Olympischen Spiele weit über Hamburg hinausgeht.
Ausblick auf die Entscheidung
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wird frühestens 2027 über die Vergabe der Spiele entscheiden. Bis dahin bleibt es spannend, wie sich die Hamburger Bürger entscheiden werden. Die kommenden Wochen und die Vorbereitungen auf das Referendum werden entscheidend dafür sein, ob Hamburg ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Olympischen Spiele wird oder ob andere Städte den Zuschlag erhalten. Die Vorfreude und die Diskussionen rund um dieses wichtige Thema sind in der Stadt bereits spürbar und zeigen, dass der Traum von Olympia viele Hamburger begeistert.