Die Vorbereitungen für den Bau der neuen U-Bahn-Linie 5 in Hamburg nehmen Formen an. Ursprünglich war die Nutzung von Flächen in der Alster und auf der Moorweide als Logistikflächen für die Tunnelbohrmaschinen angedacht. Diese Überlegungen wurden jedoch nun verworfen. Stattdessen schlägt die Hochbahn sechs andere Flächen vor, die für die Bauvorbereitungen genutzt werden sollen.

Diese Logistikflächen sind essenziell, denn sie werden sechs bis sieben Jahre lang für die Versorgung der Tunnelbohrmaschinen benötigt, die für den Großteil des U5-Baus eingesetzt werden. Pro Fläche werden etwa 12.000 Quadratmeter benötigt, um den Transport von Beton-Vorprodukten und dem ausgegrabenen Erdreich zu organisieren.

Die neuen Baustellenflächen

Die ausgewählten Baustellenflächen für die U5 liegen an verschiedenen strategischen Punkten in Hamburg. Dazu gehören der Mittelstreifen und ein bis zwei Fahrbahnen der Hamburger Straße, eine Freifläche zwischen Ferdinandstor und Kennedybrücke, der Dom-Parkplatz an der Glacischaussee, die Fläche am Universitätsbau Informatikum sowie zwei HSV-Parkplätze – einer am Parkplatz Grau/Vorplatz Arenen und der andere am Parkplatz Braun an der Autobahn 7. Diese Flächen wurden bewusst gewählt, um möglichst wenig Einfluss auf unbefestigte Flächen wie Grünanlagen und Wasserflächen zu haben.

Die ersten der sechs Flächen sollen ab 2030 angelegt werden, während die letzten bis 2040 wieder verschwinden. Insgesamt werden bis zu 14 Tunnelbohrmaschinen, die zwischen 60 und 100 Meter lang sind und Röhren mit einem Durchmesser von sieben Metern graben können, für dieses großangelegte Projekt eingesetzt. Zwei Drittel der insgesamt 29 Kilometer langen Strecke werden unterirdisch gegraben, während der Rest in offener Bauweise realisiert wird.

Logistik und Planung

Die Logistikflächen an der Oberfläche sind notwendig, um die abgetragene Erde zu verwalten und die Tunnelbohrmaschinen kontinuierlich zu versorgen. Eine Logistikfläche pro Tunnelbohrmaschine benötigt etwa 6.000 Quadratmeter. Um sicherzustellen, dass die Stadt so wenig wie möglich belastet wird, wurde der Suchraum für Logistikflächen auf 1,5 Kilometer Luftlinie zu den Startschächten erweitert, insgesamt wurden 178 Flächen identifiziert und nach Größe sowie Belastungskriterien ausgewählt.

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Flächen in unmittelbarer Nähe zu Wohnsiedlungen oder Freizeitflächen sowie schützenswerte Biotope und Flächen mit besonderen Schutzrechten wurden ausgeschlossen. Die sechs geeigneten Flächen, die nun zur Diskussion stehen, sind überwiegend versiegelt und verursachen nur geringe verkehrliche Beeinträchtigungen. Die Detailplanung dieser Flächen wird bald beginnen, um Optimierungspotenziale zu prüfen und Ausgleichsmaßnahmen zu diskutieren.

Die U5 ist nicht nur Hamburgs größtes U-Bahn-Neubauprojekt mit 29 Kilometern und 24 Haltestellen, sondern auch ein Schritt in Richtung einer umweltschonenden Infrastruktur. Der Verlauf der neuen Strecke wird unter anderem nahe den Forschungseinrichtungen Desy und XFEL führen. Fahrgäste der U-Bahn-Linien U1 und U5 können zudem am Hamburger Dammtor-Bahnhof bequem in Fern- und Regionalzüge sowie in die S-Bahn umsteigen.

Mit diesen Maßnahmen zeigt die Stadt Hamburg, dass sie die Herausforderungen des urbanen Wachstums anpackt und gleichzeitig die Bedürfnisse der Bürger und der Umwelt respektiert. Die nächsten Schritte sind die Detailplanung und die Genehmigung der Logistikflächen durch die zuständigen Behörden, bevor die tatsächliche Umsetzung der U5 in den kommenden Jahren erfolgen kann.