Heute ist der 8.05.2026 und die Baustelle an der Staustufe 15 südlich von Landsberg hat einiges zu bieten. Hier wird fleißig an einer Fischaufstiegsanlage gearbeitet, die sich schon jetzt als beliebtes Ziel für Besucher entpuppt—man sieht die ausgetretenen Pfade, die zeigen, dass die Neugierde groß ist. Diese Anlage ist ein Teil des größeren Plans von Uniper Kraftwerke GmbH, die bis zum Sommer 2025 abgeschlossen sein soll. Ursprünglich waren 6,5 Millionen Euro für das Projekt eingeplant, doch nun beläuft sich die Investition auf rund 8 Millionen Euro. Und das ist nur ein kleiner Teil von Unipers Gesamtinvestition von fast 100 Millionen Euro in mehrere Fischaufstiegshilfen am Lech.
Die Baustelle ist nicht nur ein technisches Unterfangen, sondern auch ein spannendes Projekt zur Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Wenn man sich die Anlage näher anschaut, erkennt man, dass sie aus etwa 70 Becken und einem naturnahen Bachbett besteht, das speziell für den Huchen, einen beeindruckenden Leitfisch, entworfen wurde. Diese Tiere können über einen Meter lang werden und müssen eine Höhendifferenz von 8,50 Metern überwinden. Ein echtes Abenteuer für die Fische, das mit einem Durchfluss von 800 Litern pro Sekunde angeheizt wird.
Die Herausforderungen im Blick
Doch die Errichtung dieser Fischaufstiegsanlage ist nicht ohne Herausforderungen. Eine alte Hauptkabeltrasse aus dem Jahr 1943 musste erneuert werden, was zu Verzögerungen führte. Aber ganz ehrlich, die Mühe lohnt sich: Bis Ende Juli 2025 soll die Anlage fertiggestellt sein, und dann wird der Bereich südwestlich des Kraftwerks wieder nutzbar sein. Hier wird ein Übungsplatz für das Technische Hilfswerk und die Wasserwacht entstehen, wobei die Nutzung als Badeplatz aufgrund der Nähe zum Kraftwerk nicht vorgesehen ist.
Uniper hat jedoch nicht nur hier an der Staustufe 15 die Ärmel hochgekrempelt. Es gibt auch weitere Baustellen für Fischaufstiegsanlagen in Dessau, Urspring und Epfach, die bis Ende 2027 fertiggestellt werden sollen. Diese Anlagen sind besonders wichtig, da sie den Huchen, einen flussaufwärtswandernden und vom Aussterben bedrohten Fisch, unterstützen. Der Lech ist bekanntlich Bayerns am dichtesten bebauter Fluss mit 23 Kraftwerken und 32 Staustufen auf 250 km. Das macht die Aufgabe der Renaturierung umso wichtiger.
Ein Blick in die Zukunft
Die Anlagen in Dessau und Urspring werden bereits in diesem Jahr in Betrieb genommen. Hier werden durch verschiedene Stufen, die Höhenunterschiede überwinden, naturnahe Bachläufe gestaltet, um eine bessere Durchgängigkeit für die Fische zu gewährleisten. Man könnte fast sagen, dass diese Projekte nicht nur Baumaßnahmen sind, sondern kleine Schritte in eine nachhaltige Zukunft. Das Herzstück dieser Bemühungen ist eine Broschüre, die vom Bayerischen Landesamt für Umwelt und dem Landesfischereiverband Bayern herausgegeben wurde. Sie bietet eine praxisnahe Grundlage für Planung, Bau und Betrieb von Fischaufstiegsanlagen und berücksichtigt die besonderen Gegebenheiten bayerischer Fließgewässer.
Insgesamt zeigt sich, dass die Fischaufstiegsanlagen nicht nur wichtig sind, um die Durchwanderbarkeit für Fische zu gewährleisten, sondern auch um die ökologischen Zustände unserer Gewässer zu verbessern. Man kann nur hoffen, dass diese Projekte den Huchen und anderen Flussbewohnern helfen, wieder in ihren angestammten Lebensräumen Fuß zu fassen. Und vielleicht, nur vielleicht, können wir bald wieder die Schwärme von Fischen im Lech beobachten, die sich auf ihren Weg durch die neue Anlage machen.