Finanzielle Hürden im Handwerk: Wie hohe Internatskosten die Ausbildung junger Talente belasten
Heute ist der 18.06.2026 und wir werfen einen Blick auf ein Thema, das hier im schönen Hof und Umgebung viele Gemüter bewegt. Es geht um die Ausbildung junger Leute im Handwerk, die in letzter Zeit auf unerwartete Hürden stoßen. Der Bauunternehmer Volker Peetz aus Zedtwitz bei Feilitzsch schildert die Situation seiner Lehrlinge aus Thüringen, die mit hohen Kosten für die Unterbringung im Internat konfrontiert sind. Ein Thema, das für viele Eltern und Auszubildende brennend aktuell ist.
Die Zimmerer-Lehrlinge, die aus oberfränkischen Betrieben stammen, nehmen im ersten Lehrjahr an einer theoretischen Ausbildung in Bayreuth teil. Das klingt erst einmal vielversprechend, schließlich ist der Unterricht in der Berufsschule kostenlos. Doch dann kommt der Haken: Die Unterbringungskosten im Internat, die normalerweise vom Landkreis des Wohnorts des Lehrlings übernommen werden, können teils astronomische Höhen erreichen. Peetz berichtet, dass zwei seiner Lehrlinge aus Thüringen nun rund 10.000 Euro für die Internatsunterbringung zahlen sollen. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs, denn die Kosten für die Internatsunterbringung belaufen sich auf durchschnittlich 33 Euro pro Tag und Lehrling. Bei Aufbettung sind es immerhin noch 31 Euro. Das summiert sich schnell!
Die Zahlen sprechen für sich
Laut den Informationen eines Internats in der Nähe, können die Kosten auf bis zu 197 Euro pro Woche ohne Zuschuss steigen. Bei einer Unterbringung mit Verpflegung liegt der Preis bei etwa 137 Euro pro Woche, wenn man den Zuschuss in Betracht zieht. Man muss sich einfach mal vorstellen, was das für eine Familie bedeutet. Vereinfacht gesagt: Die Eltern müssen in diesem Fall nicht nur für Fahrt- und Verpflegungskosten aufkommen, sondern auch für die teuren Internatsgebühren. Das kann zu einer echten finanziellen Belastung werden.
Und die Situation wird nicht einfacher. Das Bundesarbeitsgericht hat klar entschieden, dass ausbildende Betriebe auch für Kosten von außerbetrieblichen Lehrgängen aufkommen müssen, einschließlich der Übernachtungs- und Verpflegungskosten. Doch was passiert, wenn diese Regelungen nicht greifen oder wenn die Betriebe nicht bereit sind, diese Kosten zu tragen? Das wirft Fragen auf. Ist das nicht eine neue Mauer zwischen Ost und West? Ein Zustand, der dringend überdacht werden sollte, damit die jungen Talente nicht ausgebremst werden.
Ein Ausblick auf die Zukunft
Es bleibt zu hoffen, dass sowohl die Politik als auch die Unternehmen Lösungen finden, um diese finanziellen Hürden zu minimieren. Denn eine fundierte Ausbildung ist der Schlüssel zur Sicherung von Fachkräften in der Region. Die junge Generation darf nicht unter den hohen Kosten für die Ausbildung leiden, schließlich sind sie die Zukunft unseres Handwerks und unserer Gesellschaft. Vielleicht sind es ja diese Herausforderungen, die uns dazu bringen, neue Wege zu gehen und das System zu überdenken. Wer weiß, vielleicht sehen wir bald positive Veränderungen in der Ausbildungsszene.
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