In Tübingen brodelt es derzeit gewaltig. Die Stadt steht vor einer entscheidenden Wende, und das nicht nur wegen der historischen Universitätsstadt, die sie ist. Nach dem Rückzug von CureVac wird die Zukunft des Forschungsstandorts Tübingen neu verhandelt – und das mit niemand Geringerem als der BioNTech SE. Gespräche zwischen der Stadt und BioNTech laufen bereits, und das Ziel? Den Standort zu sichern und die Infrastruktur sowie die Forschung und Entwicklung zu fördern. Ein gewaltiges Unterfangen, wenn man bedenkt, dass BioNTech plant, sich bis Ende 2027 vollständig aus Tübingen zurückzuziehen und damit 700 Arbeitsplätze auf der Kippe stehen.

Oberbürgermeister Boris Palmer und BioNTech-Chef Sierk Poetting haben sich bereits zu Wort gemeldet und betonen, dass die Gespräche in einer „vertrauensvollen Atmosphäre“ stattfinden. Man möchte bestehende Kompetenzen und Netzwerke in Tübingen stärken, was angesichts der Schließung mehrerer Produktionsstandorte von BioNTech, darunter die ehemaligen CureVac-Standorte, nicht ganz einfach sein wird. Die Stadtverwaltung hat sich auch dazu bereit erklärt, über die Ziele dieser Gespräche zu informieren. Die mögliche Nutzung der CureVac-Produktionsanlage steht dabei im Fokus. Ein Innovations- und Forschungs-Hub könnte hier entstehen, und BioNTech prüft die Unterstützung für dieses Vorhaben.

Die Übernahme von CureVac

Aber das ist noch nicht alles. BioNTech hat auch große Pläne für CureVac selbst. Die Übernahme des Unternehmens wird als essenzieller Schritt in der Onkologie-Strategie von BioNTech betrachtet. Ein öffentliches Umtauschangebot für die CureVac-Aktien wurde bereits angekündigt, bewertet mit etwa 5,46 US-Dollar pro Aktie – das ist eine saftige Prämie von 55 % im Vergleich zum durchschnittlichen Kurs. Und das Beste? Der Hauptaktionär von CureVac, dievini Hopp BioTech holding GmbH & Co. KG, steht hinter dieser Transaktion. Wenn alles nach Plan läuft, wird BioNTech im Jahr 2025 die vollständige Kontrolle über CureVac übernehmen und das Forschungspotenzial in Tübingen in ihr Netzwerk integrieren.

Doch die Sache hat einen Haken: Die Übernahme muss noch einige Bedingungen erfüllen, darunter eine Mindestannahmeschwelle von 80 % der CureVac-Aktien. Das wird spannend! Immerhin haben bereits bestimmte Aktionäre, die 36,76 % der Aktien halten, Unterstützungsvereinbarungen für die Transaktion abgeschlossen. Auch die Bundesregierung hat sich positiv zu diesem Schritt geäußert, und BioNTech kommt mit einem gesunden Polster von 15,9 Milliarden Euro an liquiden Mitteln daher. Man darf gespannt sein, wie sich die Situation entwickeln wird.

Die Zukunft der Biotechnologie in Deutschland

Inmitten dieser Veränderungen wird auch die Gründungsoffensive Biotechnologie „GO-Bio next“ ins Spiel gebracht. Die Initiative des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt sieht eine Förderung von über 100 Millionen Euro bis 2032 vor, um Wissenschaftler dabei zu unterstützen, ihre Forschungsergebnisse in marktfähige Unternehmen zu überführen. Diese Initiative könnte das Biotechnologie-Ökosystem in Deutschland weiter stärken. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär hebt die Bedeutung des Technologietransfers in der Biotechnologie für die medizinische Entwicklung hervor. Mit dem Programm „GO-Bio next“ werden ambitionierte Projekte ins Leben gerufen, die das Potenzial haben, die Branche revolutionär zu beeinflussen.

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Die ersten Projekte aus der Auswahlrunde sind bereits gestartet. Innovative Ansätze in der Krebstherapie und neue Arzneistoffe zur Verhinderung von Tumorrückfällen sind nur einige Beispiele, die zeigen, wie dynamisch die Szene ist. Tübingen ist also nicht nur der Schauplatz von BioNTechs und CureVacs Strategie, sondern auch ein Knotenpunkt für die nächste Generation der biotechnologischen Innovationen. Wie sich das alles entwickeln wird – das bleibt abzuwarten, aber eines ist sicher: Tübingen bleibt ein Ort der Forschung und Hoffnung!