Heute ist der 29. Mai 2026, und in Tübingen tut sich etwas Erstaunliches! An der Kläranlage wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Man hat sich entschieden, die bestehende Infrastruktur durch die Installation eines dritten Blockheizkraftwerks (BHKW) und einer innovativen Wärmepumpe zu erweitern. Das Ziel? Nicht weniger als eine Effizienzsteigerung der Klärgasverstromung! Hier wird nicht nur auf modernste Technik gesetzt, sondern auch auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Die Wärmeversorgung soll dabei das Quartier Alte Weberei sowie das benachbarte Queck-Areal mit einbeziehen. Das klingt doch vielversprechend, oder?

Ein besonderes Augenmerk gilt dem neuen Jenbacher-Motor Typ JMS 312F, der mit einer elektrischen Leistung von 470 kW und einer thermischen Leistung von 550 kW auftrumpfen kann. Das ist nicht einfach nur Technik, das ist Energie, die sinnvoll genutzt wird! Zwei Brennwert-Abgas-Wärmetauscher von Bomat sind parallel ins Abgassystem eingebunden und sorgen dafür, dass die Abgase weiterverwendet werden – eine wahre Meisterleistung der Ingenieurskunst!

Innovative Wärmepumpe und ihre Besonderheiten

Ein weiterer spannender Aspekt ist die Wärmepumpe, die Wasser mit rund 25 °C nutzt, anstatt der üblichen 10-12 °C. Das ermöglicht eine ganz andere Dimension der Wärmegewinnung. Mit einem COP-Wert von 4 erreicht die Anlage beeindruckende Wassertemperaturen von 55-65 °C auf der Senkenseite. Jeder Wärmetauscher, ausgestattet mit drei Einschüben und 64 Kunststoffrohren aus speziellen Kunststoffen mit Graphitanteil, ist nicht nur innovativ, sondern auch extrem widerstandsfähig gegen schweflige Säuren im Klärgas-Abgas. Hier wird wirklich an alles gedacht, um die Energieausnutzung zu maximieren!

Die Brennwerttechnik kühlt das Abgas bis zur Kondensation und sorgt so für eine nahezu vollständige Nutzung der enthaltenen Energie. Durch die Erweiterung wird die thermische Leistung um etwa 100 kW gesteigert. Das sind rund 700.000 kWh Wärme pro Jahr, die zusätzlich bereitgestellt werden können – eine beeindruckende Bilanz, die nicht nur die Kläranlage selbst, sondern auch die umliegenden Quartiere profitieren lässt.

Tradition und Fortschritt in der Klärgasnutzung

<pEin Blick auf die Klärgasnutzung im Klärwerk Buchenhofen zeigt, dass die Geschichte der Klärgasnutzung in Deutschland schon seit den 1940er Jahren reicht. Damals wurde aufbereitetes Biogas sogar als Kfz-Treibstoff abgegeben! Im Klärwerk Buchenhofen wird seit 1957 Biogas mit Gasmotoren verstromt, was die Abwärme zum Heizen nutzt. Die BHKW-Anlage, die 1998 ins Leben gerufen wurde, besteht mittlerweile aus vier Aggregaten mit einer elektrischen Leistung von 495 kW. Auch hier zeigt sich, wie wichtig nachhaltige Lösungen sind – jährlich werden etwa 9 Millionen kWh erzeugt, was dem Verbrauch von etwa 2.000 Vier-Personen-Haushalten entspricht.

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Die neue BHKW-Anlage, die 2014 erneuert wurde, hat den elektrischen Wirkungsgrad auf 42% angehoben, im Vergleich zu nur 28% der alten Module. Diese Zahlen sind nicht nur beeindruckend, sie haben auch einen praktischen Nutzen: Der Strombedarf des Klärwerks wird zu 85% durch „grünen Strom“ aus eigener Erzeugung gedeckt. Das macht die Kläranlage zu einem echten Vorreiter in der Nutzung erneuerbarer Energien.

In Tübingen wird mit der neuen Anlage ein weiterer Schritt in die Zukunft gemacht. Hier wird nicht nur Energie erzeugt, sondern auch ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Die Einsparung von Kohlendioxid ist ein Aspekt, der nicht unterschätzt werden darf. Die Bewohner der Stadt dürfen aufatmen, denn hier wird mit Bedacht und Weitblick gehandelt – ein Grund mehr, stolz auf die eigene Kläranlage zu sein!