In Tübingen, wo die Luft oft von frischem Forschungsgeist durchzogen ist, zieht BioNTech, das Unternehmen, das während der Pandemie für seine Corona-Impfstoffe gefeiert wurde, die Reißleine. Die Entscheidung, die Produktion von Impfstoffen in Deutschland einzustellen, trifft wie ein Schlag ins Gesicht. Fast alle deutschen Standorte, darunter Marburg und Idar-Oberstein, stehen vor der Schließung, und sage und schreibe 1860 Stellen werden gestrichen. Das Unternehmen, das einst mit einem Aktienkurs von 150 Euro glänzte, hat nun andere Pläne im Kopf – der Fokus soll auf der Entwicklung von Krebsmedikamenten liegen. Es ist ein radikaler Schnitt, und die Frage bleibt: Was ist hier wirklich los?
Im Jahr 2022, als die Pandemie noch ihre Schatten warf, registrierte das Robert Koch-Institut in Deutschland fast 150.000 COVID-19-Infektionen und 2.551 Todesfälle. BioNTech, das mit dem Verkauf seines Impfstoffs bis zu 19 Milliarden Euro einnahm und dabei öffentliche Fördermittel in Höhe von 465 Millionen Euro erhielt, scheint sich nun von der Corona-Ära abzuwenden. Uğur Şahin und Özlem Türeci, die Gründer des Unternehmens, planen, ihre Führungspositionen bis Ende des Jahres niederzulegen und ein neues Unternehmen zu gründen. In der Krebsforschung, die als hochgradig anspruchsvoll gilt, sind jedoch keine großen Neueinstellungen in Sicht. So viel für die glorreiche Zukunft!
Ein Blick auf die Reaktionen
Die Entlassungen und Schließungen stoßen auf wenig Widerstand. Die IG BCE und der Betriebsrat, die eigentlich für die Interessen der Arbeitnehmer eintreten sollten, zeigen sich machtlos. Die IG BCE wird als wirtschaftsfreundlichste Gewerkschaft im DGB wahrgenommen. In der Vergangenheit haben sie keine signifikanten Streiks organisiert. Man könnte fast meinen, sie hätten sich mit dem Schicksal der Entlassenen abgefunden.
Die Entscheidung von BioNTech wirft nicht nur Fragen zur Zukunft der Mitarbeiter auf, sondern auch zur globalen Impfkampagne. In Afrika etwa konnten nur rund 2% der Bevölkerung geimpft werden, was tragischerweise zu hohen Todeszahlen führte. Und während hierzulande Millionen von Dosen verimpft wurden, bleibt der Nachgeschmack von Ungerechtigkeiten. Die damalige Bundesregierung unter Angela Merkel lehnte die Aussetzung des Patentschutzes für Impfstoffe ab – eine Entscheidung, die durch die aktuellen Entwicklungen umso mehr in Frage steht.
Krebsrisiko und Impfungen – Ein heikles Thema
Die Diskussion um Impfstoffe wird auch durch Berichte über mögliche gesundheitliche Folgen zusätzlich angeheizt. Kritiker warnen vor möglichen gefährlichen Nebenwirkungen, und über 14.000 Anträge wegen Covid-19-Impfschäden wurden bereits anerkannt. Eine Studie, die auf Gesundheitsdaten von über 8,4 Millionen Erwachsenen basiert, legt nahe, dass geimpfte Personen ein erhöhtes Risiko für mehrere Krebsarten haben, insbesondere bei Senioren ab 65 Jahren. So berichten die Zahlen von einem Anstieg: Brustkrebs um 20%, Darmkrebs um 28% und sogar Lungenkrebs um 53% – eine alarmierende Bilanz!
Doch Wissenschaftler wehren sich gegen diese alarmierenden Schlussfolgerungen. Dr. Benjamin Mazer von der Johns Hopkins University weist darauf hin, dass kein Karzinogen so schnell Krebs auslösen kann. Die Diskrepanz in den Diagnosen könnte auch mit häufigeren Vorsorgeuntersuchungen bei Geimpften zusammenhängen. Man könnte fast sagen, dass hier ein „Unmasking-Effekt“ am Werk ist, bei dem unentdeckte Gesundheitsprobleme ans Licht kommen. Komisch, oder? Die Welt dreht sich weiter, und während einige auf das Ende der Impfära blicken, blicken andere in die düstere Zukunft der Krebsforschung.