Heute ist der 28.04.2026. Staatssekretär Sepp Schellhorn hat kürzlich einen wichtigen Schritt für die österreichisch-südostasiatischen Beziehungen unternommen, indem er nach Brunei reiste, um am ASEAN-EU-Außenministertreffen am 27. und 28. April teilzunehmen. Bei diesem Treffen standen zentrale Themen wie die regionale Stabilität in Südostasien, die wirtschaftliche Zusammenarbeit und das gemeinsame Bekenntnis zu einer internationalen, regelbasierten Weltordnung im Fokus.

Schellhorn führte bilaterale Gespräche mit verschiedenen hochrangigen Vertretern, darunter der Außenminister von Brunei, Erywan Yusof, der Außenminister von Timor-Leste, Bendito Freitas, sowie dem stellvertretenden Premier- und Außenminister von Laos, Thongsavanh Phomvihane. Auch der vietnamesische Außenminister Lê Hoài Trung war Teil dieser bedeutenden Gespräche. In diesen Diskussionen betonte Schellhorn die Notwendigkeit internationaler Anstrengungen und Partnerschaften in der Region.

Wirtschaftliche Perspektiven und Zusammenarbeit

Ein weiterer Punkt auf der Agenda war die Initiative zur Einrichtung eines EU-ASEAN-Zentrums in Wien, die eine intensivere Kooperation zwischen Europa und den südostasiatischen Staaten fördern soll. Schellhorn setzte seine Reise mit weiteren Gesprächen in Singapur und Malaysia fort. In Malaysia traf er sich unter anderem mit dem stellvertretenden Außenminister sowie dem stellvertretenden Minister für Investment, Handel und Industrie. In Singapur standen Gespräche mit dem Minister für digitale Entwicklung und Information auf dem Programm.

Diese Reise ist besonders wichtig, da die südostasiatischen Staaten als bedeutende Partner für Österreich und die EU erkannt werden. Die EU ist derzeit der größte Auslandsinvestor in Singapur und zählt zu den drei wichtigsten Investoren in Malaysia. Der wirtschaftliche Austausch zwischen diesen Regionen ist zentral für die bilateralen Beziehungen, und Österreich bringt Expertise in Bereichen wie Hochtechnologie, Halbleiter und erneuerbare Energien mit.

Vertrauen in die EU wächst

Zusätzlich zu den diplomatischen Bemühungen zeigt eine Studie des ISEAS-Yusof Ishak Institute in Singapur, dass mehr als die Hälfte der befragten Meinungsmacher in Südostasien glaubt, dass die EU „das Richtige tun“ wird, um die Welt zu verbessern. In der Umfrage, die über 2.000 Personen aus den zehn ASEAN-Staaten umfasst, stieg das Vertrauen in die EU von 41,5 % im Jahr 2024 auf 51,9 % in diesem Jahr. Dies ist ein bemerkenswerter Anstieg, insbesondere im Kontext der geopolitischen Unsicherheiten, die durch die US-Politik unter Donald Trump verursacht wurden.

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Die EU wird von 19,3 % der Befragten als potenzielle Führungsfigur zur Aufrechterhaltung der regelbasierten Ordnung gesehen, was eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr darstellt. Dies zeigt das gestiegene Vertrauen in die EU als Verteidiger des Freihandels und der regionalen Sicherheit. Dieses Vertrauen wird durch die laufenden Handelsverhandlungen und die angestrebten Freihandelsabkommen mit Indonesien und Thailand weiter gestärkt.

Geostrategische Bedeutung Südostasiens

Südostasien spielt eine zentrale Rolle in der geopolitischen Strategie der EU. Der indopazifische Raum beherbergt über 50 % der Weltbevölkerung und zwei Drittel des globalen Containerverkehrs. Die EU-Strategie für diesen Raum, die im September 2021 angenommen wurde, zielt darauf ab, strategische Autonomie zu erreichen und eine offene Sicherheitsarchitektur zu fördern. Die EU ist drittgrößter Handelspartner von ASEAN und hat Zusagen in Höhe von 10 Milliarden EUR für Umwelt- und Konnektivitätsinitiativen in der Region geleistet.

In Anbetracht der geopolitischen Herausforderungen, wie dem Südchinesischen Meer und der Taiwan-Frage, ist die Förderung der regionalen Integration mit ASEAN von entscheidender Bedeutung. Die EU ist nicht nur ein bedeutender Wirtschaftsakteur, sondern auch ein wichtiger Geber von Entwicklungshilfe in Südostasien, was die Grundlage für eine nachhaltige und vertrauensvolle Partnerschaft legt.