Der Märkische Kreis steht vor einer bedeutenden Herausforderung in der digitalen Infrastruktur. Der Teilrückzug der UGG betrifft nicht nur die Haushalte in Menden, sondern auch in Iserlohn, Hemer, Nachrodt-Wiblingwerde, Altena, Lüdenscheid und Halver. Diese Städte sind nun gefordert, Lösungen zu finden, um die flächendeckende, leistungsfähige und zukunftssichere Glasfaserversorgung im Kreisgebiet zu gewährleisten. Die Kommunen suchen den Dialog mit Telekommunikationsunternehmen, um gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten.
Besonders problematisch ist, dass Gebiete mit einem Vodafone-Kabel-TV-Netz bereits über gigabitfähige Internetanschlüsse verfügen und daher nicht förderfähig sind. Dies bedeutet, dass der Märkische Kreis nur den geförderten Glasfaserausbau steuern kann, nicht jedoch den eigenwirtschaftlichen Ausbau, wie ihn die UGG plant. Der geförderte Ausbau wird durch öffentliche Mittel finanziert und fokussiert sich auf wirtschaftlich unattraktive Gebiete.
Fortschritte im Glasfaserausbau
Die Koordinatoren für digitale Infrastruktur im Märkischen Kreis, Matthias Pohl und Thomas Hoheisel, stehen in ständigem Austausch mit den Kommunen und den Telekommunikationsunternehmen. Der eigenwirtschaftliche Ausbau hat Priorität, während Förderprogramme nur dann zum Einsatz kommen, wenn kein Ausbau oder Kabel-TV-Netz vorhanden ist. In diesem Zusammenhang wird der Glasfaseratlas des Märkischen Kreises kontinuierlich aktualisiert, um neue Ausbaugebiete zu veröffentlichen.
Ein positiver Aspekt ist der Glasfaser-Eigenausbau der Telekom, der im Märkischen Kreis vorangetrieben wird. Am 22. Januar 2025 wurde ein Vertrag für den geförderten Breitbandausbau unterzeichnet, mit dem Ziel, 2.600 weitere Adressen mit Glasfaseranschlüssen zu versorgen. Der Baubeginn ist für den 13. Mai 2025 in Kierspe-Rönsahl geplant, und die Fertigstellung des Projektes wird für das vierte Quartal 2026 angestrebt.
Aktuelle Ausbauplanung und Bürgerinformation
Die Ausbauplanung sieht auch für andere Kommunen im Märkischen Kreis bedeutende Fortschritte vor. In Altena, Balve, Halver, Hemer, Iserlohn, Kierspe, Lüdenscheid, Menden, Plettenberg, Schalksmühle und Werdohl ist der Baustart zwischen dem dritten Quartal 2023 und dem ersten Quartal 2023 bereits erfolgt, mit einem geplanten Bauende im vierten Quartal 2026. Um die Bürger umfassend zu informieren, sind Informationsschreiben an Eigentümer für Anfang März 2025 vorgesehen, und es werden Bürgerinformationsveranstaltungen sowie Bürgersprechstunden vor den Inbetriebnahmen geplant.
Die Notwendigkeit eines Glasfaserausbaus bis ins Haus und einer flächendeckenden 5G-Versorgung ist in der heutigen Zeit unbestritten. Die Bundesregierung hat erkannt, dass schnelles Internet und der neueste Mobilfunkstandard entscheidend für die Modernisierung des Wirtschaftsstandortes Deutschland sind. Der Ausbau der digitalen Infrastruktur wird von überragendem öffentlichen Interesse betrachtet und soll beschleunigt werden. Mit der Gesetzesänderung, die am 30. Juli 2025 in Kraft trat, wird dem Bau von Mobilfunkmasten und Glasfaserleitungen bei Genehmigungsverfahren mehr Gewicht beigemessen.
In der aktuellen Situation sind etwa 79,0 Prozent der Haushalte in Deutschland mit Gigabit-Anschlüssen versorgt, während 42 Prozent über Glasfaseranschlüsse verfügen. Die Herausforderungen im Märkischen Kreis sind also Teil eines größeren Rahmens, in dem funktionierende digitale Infrastrukturen nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die öffentliche Daseinsvorsorge und Kommunikation von zentraler Bedeutung sind.