Am 29. April 2026 wird ein bedeutendes Kapitel in der Filmgeschichte aufgeschlagen, wenn der Dokumentarfilm „Geography Is Destiny“ im bulgarischen Pavillon der Biennale in Venedig präsentiert wird. Produziert von der talentierten Sophia Schiller aus Rottweil, spiegelt der Film nicht nur ihre persönliche Reise wider, sondern auch die komplexe Realität des Lebens zwischen Rosenanbau und Waffenproduktion in Kazanlak, Bulgarien.
Sophia Schiller, die schon als Kind von einer Karriere als Filmemacherin träumte, wuchs in einem musikalischen Umfeld auf, das ihre Kreativität prägte. Nach ihrem Psychologiestudium entschied sie sich, ihrer Leidenschaft für das Filmhandwerk nachzugehen und absolvierte ein Filmstudium in Karlsruhe. Dort gründete sie gemeinsam mit Marie Falke das Filmwerk Kalliope, das sich auf künstlerische Dokumentar- und Spielfilmprojekte spezialisiert hat.
Einblicke in Kazanlak
Die Regie des Films hat Rayna Teneva übernommen, die für die Dreharbeiten in ihre Heimatstadt Kazanlak zurückkehrt. Diese Region ist bekannt für ihre weitläufigen Rosenfelder, die zur berühmten Rosenölproduktion beitragen, sowie für ihre Rüstungsindustrie. Teneva taucht tief in diese duale Realität ein, indem sie in einer Waffenfabrik arbeitet, um wertvolle Einblicke zu gewinnen. Die Rosenernte beginnt zeitgleich mit den Dreharbeiten, was die Kontraste zwischen den beiden Industrien besonders eindrücklich verstärkt. Um die verschiedenen Perspektiven festzuhalten, überlässt Teneva ihre Kamera den Arbeitern auf den Feldern, da sie nicht an beiden Orten gleichzeitig filmen kann.
„Geography Is Destiny“ beleuchtet die sozialen und wirtschaftlichen Gegensätze dieser Region sowie deren Verflechtungen. Der Film thematisiert die Auswirkungen politischer Entwicklungen, insbesondere durch den Ukrainekrieg, und wirft dabei einen kritischen Blick auf die Lebensrealitäten der Menschen in Kazanlak.
Ein Ereignis für Rottweil
Nach der Festival-Auswertung wird „Geography Is Destiny“ auch in Rottweil gezeigt, was der Stadt die Möglichkeit gibt, das Werk einer talentierten Filmemacherin zu feiern. Sophia Schiller und Marie Falke sind bereits mit weiteren Projekten beschäftigt, darunter ein neues Filmvorhaben mit Bezug zu Rottweil. Zudem wird das „Studio29“ in der Krankenhausstraße ausgebaut, um als Schnittresidenz für Filmemacher eine kreative Anlaufstelle zu bieten.
Ein Blick auf die Biennale
Die Biennale in Venedig ist ein bedeutendes Ereignis im internationalen Filmschaffen, und die diesjährige 82. Ausgabe findet vom 27. August bis 6. September 2025 statt. Biennale-Präsident Pietrangelo Buttafuoco und Festivaldirektor Alberto Barbera haben ein abwechslungsreiches Programm vorgestellt, in dem insgesamt 17 deutsche Filme und Koproduktionen präsentiert werden. Dazu zählt auch das mit Spannung erwartete Werk „Silent Friend“ von Ildikó Enyedi sowie die Koproduktion „Orphan“ von László Nemes. Werner Herzog wird für sein Lebenswerk mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet und zeigt seine Dokumentation „Ghost Elephants“. Die Vielfalt der gezeigten Werke unterstreicht die Relevanz der Biennale als Plattform für neue filmische Stimmen und Perspektiven.
Mit „Geography Is Destiny“ setzt Rottweil ein Zeichen in der internationalen Filmlandschaft und zeigt, wie lokale Geschichten universelle Themen ansprechen können. Die Verbindung von Kunst, Geschichte und der Suche nach Identität wird durch Schillers Werk lebendig und findet ihren Platz auf der weltgrößten Bühne für Filmkunst.