In Freudenstadt hat sich die mobile Jugendarbeit in den letzten Jahren als unverzichtbares Fundament für das Wohl von Jugendlichen etabliert. Dieses Engagement, das seit 2009 von der Erlacher Höhe, der Akademie Eigen-Sinn und der Diakonischen Bezirksstelle getragen wird, hat sich in vielfältiger Weise entwickelt und wird nun fortgeführt, nachdem die Diakonische Bezirksstelle im Jahr 2024 ausstiegt. Die Akademie Eigen-Sinn hat in Anbetracht dieser Veränderungen nicht nur die Verantwortung übernommen, sondern auch ihr Team aufgestockt.
Seit Februar 2024 ist Annafrid Merz als Streetworkerin aktiv und bringt ihre Expertise in der Wohnungsnotfallhilfe ein. Ihr kollegialer Zuwachs, Carmen Folcz, die im März 2025 zur Gruppe stieß, hat sich auf die Schulsozialarbeit spezialisiert. Beide engagieren sich intensiv an drei Tagen in der Woche – montags, mittwochs und freitags – um eine vertrauensvolle Beziehung zu den Jugendlichen aufzubauen. Ziel dieser Arbeit ist nicht nur die Unterstützung bei Behördengängen, sondern auch die Stärkung der individuellen und kollektiven Identität der Jugendlichen in der Stadt.
Vielfältige Ansätze und moderne Kommunikation
Die mobile Jugendarbeit umfasst ein breites Spektrum an Aktivitäten, darunter Streetwork, Einzelfallhilfe, Gruppenarbeit und Gemeinwesenarbeit. Die beiden Streetworkerinnen sind nicht nur Ansprechpartnerinnen vor Ort, sondern agieren auch als Sprachrohr für die Jugendlichen. Um den Kontakt zu den jungen Menschen zu fördern, nutzen sie moderne Kommunikationsmittel wie WhatsApp und Instagram. Diese digitale Nähe ermöglicht es, schneller auf Anliegen und Bedürfnisse zu reagieren und die Jugendlichen aktiv in die Gestaltung ihrer Umgebung einzubeziehen.
Um die Sichtbarkeit der mobilen Jugendarbeit zu erhöhen, wurden neue Logos, T-Shirts und Jacken eingeführt. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, ein einheitliches Erscheinungsbild zu schaffen und das Team in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Carmen Folcz, die erst kürzlich ihr Studium der Kindheitspädagogik abgeschlossen hat, und Annafrid Merz, die sich intensiv mit Abhängigkeiten während ihres Studiums der Sozialen Arbeit auseinandersetzte, bringen wertvolle Perspektiven in ihre Arbeit ein.
Ein Blick in die Zukunft
Ein bedeutendes Ereignis, das die mobile Jugendarbeit in Baden-Württemberg weiter voranbringen wird, ist die Jahrestagung der Mobilen Jugendarbeit/Streetwork, die vom 05. bis 07. Mai 2025 im Tagungszentrum Gültstein stattfindet. In Kooperation mit der LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork und dem KVJS-Landesjugendamt wird diese Veranstaltung einen Raum für Austausch und Inspiration bieten. Teilnehmer sind eingeladen, persönliche „Geheimtipps“ in Form von Büchern, Podcasts und anderen Inspirationsquellen zu teilen, um die tägliche Arbeit zu bereichern.
Die Vorbereitungsgruppe hofft, dass viele Fachkräfte ihre Erfahrungen und Ideen in Form eines kleinen Steckbriefs einbringen werden, um das Netzwerk der mobilen Jugendarbeit zu stärken und neue Impulse zu setzen. So wird nicht nur die wertvolle Arbeit in Freudenstadt fortgeführt, sondern auch die gesamte mobile Jugendarbeit in der Region nachhaltig gefördert.