Heute ist der 30.04.2026, und an der dänischen Küste gibt es eine Geschichte, die sowohl das Herz berührt als auch Fragen aufwirft. Ein Transportschiff, das einen beeindruckenden Buckelwal transportiert, hat Kurs auf die Westküste Schwedens genommen. Der Wal, der etwa zwölf Meter lang und rund zwölf Tonnen schwer ist, wurde zuvor an der Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern geborgen und hatte vier Wochen lang in der Bucht der Insel Poel festgesteckt.
Am Dienstag wurde der Wal in eine Barge bugsierte, die von dem Mehrzweckschiff „Fortuna B“ gezogen wird. Dieses spezielle Schiff, das einst unter dem Namen „Scharhörn“ für die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes im Einsatz war, hat sich als besonders geeignet erwiesen. Der Schleppverband, bestehend aus der „Fortuna B“ und dem Schlepper „Robin Hood“, bewegt sich mit drei bis vier Knoten entlang der dänischen Küste. Laut Vesselfinder war das Schiff am 30. April 2026 um 04:45 Uhr etwa 3 Seemeilen (ca. 5,5 km) südwestlich der dänischen Insel Sejero.
Die Herausforderungen der Rettungsaktion
Die private Initiative, die diesen Wal lebend in die Nordsee oder den Atlantik bringen möchte, steht allerdings vor vielen Herausforderungen. Kritiker, darunter das Deutsche Meeresmuseum, äußern Bedenken hinsichtlich der Stressbelastung für den Wal und empfehlen palliative Versorgung anstelle einer riskanten Rettungsaktion. Walforscher Fabian Ritter hat ebenfalls Skepsis über den Zustand des Wals und die Erfolgsaussichten der Rettungsversuche geäußert.
Die dänische Umweltbehörde betrachtet die Strandung von Meeressäugetieren als „natürlich vorkommendes Phänomen“ und hat erklärt, dass gestrandete Tiere in Dänemark nicht gerettet werden. Diese Sichtweise steht im Widerspruch zu den Bemühungen der privaten Gruppe, die trotz gegenteiliger Empfehlungen von Wissenschaftlern versucht, den Wal um die Nordspitze Dänemarks durch das Skagerrak in die Nordsee zu bringen.
Ein Wal auf Reisen
Die Rettungsaktion begann am 28. April 2026, als der Buckelwal in einen Lastkahn geleitet wurde. Der Transport erfolgt in einem Schwimmdock, das für kleinere Schiffe gedacht ist und den Wal mit einem Netz sichert. Der Kapitän der „Robin Hood“ berichtete, dass der Schleppverband planmäßig vorankommt und der Wal regelmäßig Fontänen ausbläst – ein Zeichen dafür, dass er noch lebt und zumindest einigermaßen fit ist.
Die Idee, den Wal durch den Nord-Ostsee-Kanal (NOK) zu transportieren, wurde als nicht praktikabel erachtet, um Risiken zu vermeiden. Stattdessen wird der Wal nun auf direktem Weg in die Nordsee entlassen, wo er die Freiheit der offenen See erlangen soll – ein mutiger Schritt in einer ungewissen Situation.
Ein Blick in die Zukunft
Es bleibt abzuwarten, wie sich diese außergewöhnliche Rettungsaktion entwickeln wird. Auch wenn die Voraussetzungen und Empfehlungen der Wissenschaftler gegen die Initiative sprechen, zeigt sich hier der unermüdliche Wille von Menschen, das Leben eines majestätischen Wesens zu retten. Der Buckelwal, der am 3. März 2026 erstmals im Hafen von Wismar gesichtet wurde und mehrere Strandungen hinter sich hat, wird nun auf seiner letzten Reise in die Freiheit begleitet. Die Welt schaut gespannt zu, während dieser Wal hoffentlich bald wieder in den Tiefen der Nordsee schwimmen kann.