Heute ist der 4.05.2026. Die Nachrichten aus der russischen Wirtschaft sind alles andere als rosig. Die Lage ist angespannt, und die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs sind überall spürbar. Besonders die Angriffe auf Ölraffinerien in Tuapse und Ust-Luga bringen die ohnehin schon angeschlagene Wirtschaft weiter ins Wanken. Gouverneur Alexander Drozdenko hat die Leningrad Oblast zur Frontregion erklärt, und das ist mehr als nur eine Floskel. Es ist pure Realität im Angesicht der ukrainischen Drohnenangriffe, die in den letzten zwei Wochen bereits zum vierten Mal die Ölraffinerie in Tuapse getroffen haben.
Erst am 1. Mai kam es zu einem weiteren Angriff. Die massive Rauchentwicklung und die Explosionen waren unübersehbar. Laut dem russischen Verteidigungsministerium wurden über 141 Drohnen über dem eigenen Gebiet abgeschossen, was zeigt, wie ernst die Lage ist. Feuerwehrleute – mehr als 100 – sind im Dauereinsatz, um die Brände zu löschen, doch die Raffinerie in Tuapse, die im Besitz von Rosneft ist und jährlich rund 12 Millionen Tonnen Öl verarbeitet, steht still. Die Angriffe begannen am 16. April, und die Umweltfolgen sind verheerend. Ein Ölfleck zieht sich entlang der Schwarzmeerküste, und Berichte über Fisch- und Vogelsterben häufen sich. Tote Delfine wurden bereits in der Nähe von Sotschi angespült.
Wirtschaftliche Auswirkungen
Die wirtschaftlichen Folgen sind dramatisch. Der Öl- und Gaseinnahmen Russlands sind im Jahr 2025 um 24 Prozent gesunken. Bis Februar 2026 liegen die fossilen Exporterlöse sogar 27 Prozent unter dem Vorkriegsniveau. Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Im ersten Quartal 2026 sank das Bruttoinlandsprodukt um 1,8 Prozent, und das Haushaltsdefizit summiert sich auf rund 50 Milliarden Euro. Die Raffineriekapazitäten sind auf dem tiefsten Stand seit Dezember 2009, mit nur noch 4,69 Millionen Barrel pro Tag. Angriffe auf die Ölinfrastruktur, insbesondere in Ust-Luga und Primorsk, die zu den größten Ostseehäfen gehören, haben viele der russischen Ölexportkapazitäten lahmgelegt – schätzungsweise 40 Prozent! Das ist eine gewaltige Zahl.
Um die finanziellen Probleme in den Griff zu bekommen, plant die russische Regierung eine Erhöhung der Mehrwertsteuer von 20 auf 22 Prozent. Das soll etwa 180 Milliarden Euro der Gesamteinnahmen sichern. Gleichzeitig fließen 40 Prozent der staatlichen Ausgaben in Verteidigung und Sicherheit, was die Situation nur verschärft. Der Benzinmangel in vielen Regionen ist mittlerweile Realität, und die Großhandelspreise für Diesel sind seit Januar um über 40 Prozent gestiegen. Man fragt sich, wo das enden soll.
Strategische Ziele der Ukraine
Die Ukraine hat sich strategisch darauf konzentriert, die russische Ölindustrie ins Visier zu nehmen. Präsident Selenskyj kündigte an, die Angriffe zu intensivieren. Drohnen, die bis zu 1.400 Kilometer fliegen können, treffen nicht nur auf die Raffinerien in Tuapse, sondern auch auf andere wichtige Anlagen. Seit August 2025 wurden 16 von 38 russischen Ölraffinerien attackiert, was über 1 Million Barrel pro Tag von der Raffineriekapazität Russlands gestört hat. Das ist ein massiver Schlag gegen die Kriegskasse Putins, die auf die Einnahmen aus dem Öl angewiesen ist.
Im September 2025 fielen die Diesel-Exporte auf das niedrigste Niveau seit 2020, und der Kreml sah sich gezwungen, ein Treibstoffexportverbot bis Jahresende zu verhängen, da die Tankstellen leer sind. Es ist ein Teufelskreis, der durch westliche Sanktionen und Reparaturprobleme in der Ölindustrie noch verschärft wird. Die wirtschaftliche Realität in Russland ist in den letzten Monaten alles andere als stabil geworden, und die Folgen sind für alle sichtbar.