Engagierte Geschichtswächter: Drei Persönlichkeiten prägen die Erinnerungsarbeit im Kreis Segeberg
Am 25. Juni 2026 war es endlich so weit: Während der Kreistagssitzung in Wahlstedt, Norderstedt und Kaltenkirchen wurden drei herausragende Persönlichkeiten aus dem Kreis Segeberg in die Bürgerrolle aufgenommen. Ein Moment, der nicht nur die Geehrten selbst, sondern auch viele andere Menschen berührte. Kreispräsident Jörg Buthmann, mit einem Lächeln auf den Lippen, würdigte ihre bemerkenswerten Beiträge zur Gesellschaft und zur Geschichtsvermittlung. Es war ein Fest des Engagements!
Angelika Remmers, Jahrgang 1948 und seit 1988 die 1. Vorsitzende der Volkshochschule Wahlstedt, hat sich unermüdlich für die historische Aufarbeitung des Marineartilleriearsenals und der NS-Zeit eingesetzt. Ihre Initiativen, wie die Aufnahme des Wasserwerksbunkers in die Denkmalliste Schleswig-Holsteins, sind nicht nur beeindruckend, sondern auch von großer Bedeutung für die lokale Geschichtskultur. Besonders erwähnenswert ist, dass sie seit 2015 Sprachkurse für Geflüchtete organisiert — eine Herzensangelegenheit, die in diesen Zeiten besonders wichtig ist.
Ein Vorbild für die Jugend
Sabine Laubner, geboren 1976 in Norderstedt, hat als eine der ersten Frauen in der freiwilligen Feuerwehr eine echte Pionierarbeit geleistet. Über 25 Jahre aktiver Einsatzdienst bei der Ortsfeuerwehr Garstedt sprechen für sich. Jährlich rund 200 Einsätze sind kein Pappenstiel! Zudem leitet sie seit 2009 die Jugendfeuerwehr Norderstedt, wo sie mit 50 Kindern und Jugendlichen zusammenarbeitet. Ihr Engagement geht jedoch weit über die Feuerwehr hinaus: Während der Flutkatastrophe 2021 im Ahrtal war sie aktiv beim Malteser Hilfsdienst in der psychosozialen Notfallversorgung. Ein wahres Vorbild für die Jugend!
Dr. Gerhard Braas, Jahrgang 1954 und aus Kaltenkirchen stammend, hat sich seit 1972 intensiv mit der historischen Erinnerungsarbeit befasst. Als Mitglied der Verbandsvertretung des Schulverbandes Kaltenkirchen und Gründungsmitglied der „GeschichtswerkStadt“ hat er bedeutende Beiträge zur NS-Zeit und Nachkriegsgeschichte geleistet. Seine Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern aus sieben Schulen im Stolpersteinprojekt Kaltenkirchen ist ein leuchtendes Beispiel für gelebte Geschichtsvermittlung. Außerdem führt er historische Radtouren und Stadtführungen durch und erstellt Beiträge für NDR-Zeitreise. Ein echtes Multitalent!
Geschichte aktiv aufarbeiten
Die Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte ist ein Thema, das weiterhin von enormer Relevanz ist. Auch 80 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg bleibt das Interesse daran ungebrochen. Das zeigt sich nicht nur an den Aktivitäten der Geehrten, sondern auch an Projekten wie dem von Sabine Werry in Dömitz, die die NS-Geschichte ihrer Feuerwehr aufarbeiten. Unter der Leitung von Historiker Clemens Tangerding wird dort eine tiefere Auseinandersetzung mit der Vergangenheit angestrebt. Es ist wichtig, dass Feuerwehrleute und andere Mitglieder der Gesellschaft sich aktiv an dieser Forschung beteiligen, um die eigene Geschichte besser zu verstehen.
In Deutschland gibt es viele Initiativen, die sich um die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit bemühen. Das Bundesprogramm „JUGEND erinnert“ fördert Projekte, die sich intensiv mit dieser Thematik auseinandersetzen. Die Tatsache, dass bei jungen Menschen ein wachsendes Interesse an der NS-Vergangenheit zu verzeichnen ist, zeigt, dass die kommenden Generationen bereit sind, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und daraus zu lernen. Es ist erfreulich, dass es zahlreiche Fördermöglichkeiten gibt, die innovative Vermittlungsformate unterstützen, die gerade auch die Jugend ansprechen.
So wird deutlich, dass die Arbeit von Menschen wie Angelika Remmers, Sabine Laubner und Dr. Gerhard Braas nicht nur die Vergangenheit würdigt, sondern auch einen enormen Einfluss auf die Gegenwart und Zukunft hat. Ihre Leidenschaft und ihr Engagement für die Geschichtsvermittlung sind ein leuchtendes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, die Erinnerungen wachzuhalten und weiterzugeben. Geschichtliche Erinnerung ist nicht nur ein Blick zurück, sondern auch ein Schlüssel für die Gestaltung einer besseren Zukunft.
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