Schleswig-Holsteins Bildungsrevolution: EVi bringt frischen Wind in die frühkindliche Sprachförderung
Heute ist der 24.07.2026 und Schleswig-Holstein steht vor einem spannenden Wandel in der frühkindlichen Bildung. Ab Anfang 2027 wird das Verfahren „Entwicklungsfokus Viereinhalb“ (EVi) eingeführt, ein gewaltiger Schritt in der Sprachförderung und Entwicklungsdiagnostik für Kinder. Ziel ist es, schon im Alter von viereinhalb Jahren Entwicklungs- und Sprachförderbedarfe zu erkennen und gezielt zu unterstützen. Ein tolles Vorhaben, das die Bildungschancen unserer Kleinsten erheblich verbessern könnte!
Das Kabinett hat bereits die notwendigen Änderungen im Schulgesetz und KiTa-Gesetz beschlossen. Besonders bemerkenswert ist, dass alle Kinder in diesem Alter einbezogen werden, unabhängig davon, ob sie eine Kita besuchen oder nicht. Wenn es einen erheblichen Sprachförderbedarf gibt, erhalten die Kleinen im Jahr vor der Einschulung verbindliche Sprachförderung. Das lässt hoffen!
Ein umfassendes Konzept für die Zukunft
Das EVi-Programm wird ab dem Kita-Jahr 2027/28 an allen öffentlich geförderten Kitas umgesetzt. Die Kitas dokumentieren die Entwicklung der Kinder nach einem landesweit anerkannten Verfahren. Dabei werden verschiedene Bereiche erfasst: von Sprache über soziale und persönliche Kompetenzen bis hin zu Körper und Motorik, Mathematik, Naturwissenschaften, Musik und Kunst. Ein ganzheitlicher Ansatz, der die Kinder in ihrer gesamten Entwicklung abholt.
Die Ergebnisse der Sprachförderbedarfsanalysen werden, natürlich mit Einwilligung der Eltern, an die zuständigen Grundschulen weitergegeben. Ab 2028 überprüfen die Grundschulen dann den Sprachstand aller Kinder, die 2029/30 eingeschult werden. Hier wird’s spannend: Bei ernsthaften Sprachförderbedarfen ist die Teilnahme an der Förderung verpflichtend! Das bedeutet, dass auch Kinder, die keine Kita besuchen, an der Sprachstandsfeststellung teilnehmen müssen. Ein kluger Schachzug, um sicherzustellen, dass wirklich jedes Kind die Unterstützung erhält, die es braucht.
Pilotprojekt und positive Erfahrungen
Im Rahmen eines Pilotprojekts, das bereits gestartet ist, gibt es ermutigende Rückmeldungen. Inga Cornelsen, eine engagierte Deutschlehrerin an der Hans-Christian-Andersen-Grundschule, berichtet von den Fortschritten der 22 Kinder, die an dem Programm teilnehmen – erstaunlich, dass 21 von ihnen zu Hause kein Deutsch sprechen! Sie werden in kleinen Gruppen gefördert, was eine individuelle Betreuung ermöglicht und die Grundlagen der deutschen Sprache spielerisch vermittelt. Das klingt absolut vielversprechend!
Die Kinder werden in fünf Bereichen beurteilt: überfachliche Kompetenzen, Körper und Motorik, Musik, Kunst und Naturwissenschaft, Mathematik sowie Sprache. Ab dem Schuljahr 2028/29 sollen diese Sprachtests und Förderungen dann für alle Kinder in Schleswig-Holstein verpflichtend werden. Ein ehrgeiziges, ja fast schon mutiges Vorhaben, das nicht nur auf die Sprachkenntnis abzielt, sondern auch die sozialen Fähigkeiten und die ganzheitliche Entwicklung in den Fokus rückt.
Herausforderungen und kritische Stimmen
Natürlich gibt es auch kritische Stimmen. Die Opposition bemängelt, dass die Umsetzung zu langsam voranschreitet und viele Kinder möglicherweise nicht erreicht werden. Auch die Gewerkschaft GEW äußert Bedenken hinsichtlich der Wirksamkeit des Programms und fordert mehr Personal in den Kitas. Ein berechtigter Punkt, denn ohne ausreichend Fachkräfte kann eine gute Umsetzung schwierig werden. Man fragt sich, wie das alles finanziert werden soll, denn die Kosten wurden bislang noch nicht klar benannt. Die Ministerinnen versichern jedoch, dass bei den Kitas und dem Übergang zur Schule nicht gespart wird – das ist ein wenig beruhigend, aber wie lange kann man das versprechen?
In der bildungspolitischen Debatte ist die Sprachbildung und -förderung ein zentrales Thema. Sprache gilt als Schlüsselkompetenz für Bildungsbiografien und gesellschaftliche Teilhabe. Die Umsetzung des EVi-Programms könnte ein wichtiger Schritt in diese Richtung sein. Der Fokus auf Mehrsprachigkeit, die schulische Begleitung und die Unterstützung von Kindern mit Fluchterfahrung sind ebenfalls essenzielle Aspekte, die in diesem Kontext nicht vernachlässigt werden dürfen.
Die kommenden Jahre werden entscheidend sein. Die vier Schritte zur vollständigen Implementierung sind klar umrissen und zeigen, dass Schleswig-Holstein bereit ist, in die Zukunft der frühkindlichen Bildung zu investieren. Das lässt auf eine spannende Entwicklung hoffen, die sowohl Kinder als auch Eltern in den kommenden Jahren positiv beeinflussen könnte.
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