Kippenchaos in Schleswig-Holstein: Ein Wegweiser durch den Müll-Dschungel
Heute ist der 14.07.2026 und wir werfen einen Blick auf ein Thema, das viele von uns betrifft, auch wenn wir es oft nicht direkt wahrnehmen: die Kippen. Ja, genau, die Zigarettenstummel, die man fast überall auf den Straßen findet. Wusstet ihr, dass laut der WHO zwei Drittel der weltweit gerauchten Zigaretten einfach in der Natur landen? Ein ganz schöner Batzen an Müll, der jährlich in Schleswig-Holstein allein etwa 510 Tonnen an Kippenabfall ausmacht. Das Wegwerfen dieser Filter bleibt hierzulande weitgehend unbestraft, was die Situation nicht gerade verbessert.
Um dem entgegenzuwirken, wurde im Rahmen des neuen Einwegkunststofffonds, der seit Januar 2023 gültig ist, ein bisschen frischer Wind in die Angelegenheiten gebracht. Der Fonds, dessen Geld zu einem großen Teil – bis zu 55 Prozent – von der Tabakindustrie stammt, soll dazu beitragen, die Kosten für die Sammlung und Entsorgung dieses Abfalls zu decken. Im Jahr 2024 sind bereits 216 Millionen Euro in den Fonds geflossen, um die Kommunen zu unterstützen, die bislang die finanziellen Lasten allein getragen haben.
Die Herausforderungen der Kommunen
Doch hier kommt der Haken: Die digitale Plattform DIVID, die für die Abwicklung des Fonds zuständig ist, steht noch nicht bereit. Das hat zur Folge, dass die Kommunen, wie beispielsweise Kiel, Flensburg oder Norderstedt, zwar bereits ihre Reinigungs- und Sammelleistungen gemeldet haben, aber noch kein Geld erhalten haben. Man könnte sagen, die Kommunen müssen sich noch etwas in Geduld üben, denn die ersten Auszahlungen sind erst für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. Und das, nachdem die Einzahlungen erst Ende 2025 bearbeitet werden können!
Die Verantwortlichen haben es nicht leicht. Nach Hochrechnungen belaufen sich die jährlichen Kosten für das Einsammeln von Zigarettenresten in Schleswig-Holstein auf knapp sechs Millionen Euro. Dabei sind etwa 2.000 anspruchsberechtigte Entsorgungsträger bundesweit im Gespräch, die aus dem Fonds finanziell unterstützt werden sollen. Komischerweise haben sich Husum und Sylt bisher gar nicht registriert, um Gelder aus diesem Fonds zu beantragen. Man könnte meinen, sie haben andere Prioritäten – oder vielleicht einfach kein Interesse? Wer weiß das schon.
Das Einwegkunststofffondsgesetz und seine Auswirkungen
Mit dem Inkrafttreten des Einwegkunststofffondsgesetzes (EWKFondsG) sollen Hersteller von bestimmten Kunststoffprodukten, darunter auch Tabakwaren mit kunststoffhaltigen Filtern, zur Kasse gebeten werden. Das Ziel? Eine Verringerung des Einsatzes von Einwegplastik und die damit verbundenen umweltschädlichen Auswirkungen. Die Hersteller müssen sich im Einwegkunststoffregister des Umweltbundesamtes anmelden und eine Abgabe leisten. Für Lebensmittelbehälter liegt diese bei 0,177 Euro pro Kilogramm, während für Tabakprodukte mit Filtern der Satz bei stolzen 8,972 Euro pro Kilogramm liegt.
Das Gesetz setzt die Regelungen der EU-Einwegkunststoffrichtlinie in deutsches Recht um und bietet einen Anreiz für die Hersteller, nachhaltigere und wiederverwendbare Materialien zu verwenden. Die Kommunen können die Gelder aus dem Fonds für die Sammlung, Reinigung und Öffentlichkeitsarbeit nutzen, um das Bewusstsein für das Littering-Problem zu schärfen. Die erste Auszahlung wird voraussichtlich Ende 2025 erfolgen, doch die Kommunen müssen sich zunächst im Register anmelden, um überhaupt Gelder zu erhalten – ein bürokratischer Prozess, der sicher nicht jedem leicht von der Hand geht.
Die Rolle des Umweltbundesamtes
Das Umweltbundesamt hat zudem eine Liste von Prüfern veröffentlicht, die im Anwendungsbereich des EWKFondsG tätig sind. Diese Prüfer, die aus verschiedenen Bereichen stammen – von Wirtschaftsprüfern bis zu vereidigten Buchprüfern – können von den Herstellern zur Beauftragung ausgewählt werden. Eine gute Sache, um die Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Abläufe zu gewährleisten. Wer einen Prüfer benötigt, kann sich daran orientieren. Die Kontaktdaten sind meist über Internetrecherche zu finden, was die Sache etwas erleichtert.
Der Weg zur Sauberkeit in unseren Städten ist lang und steinig. Aber mit den richtigen Maßnahmen und etwas Geduld könnte sich das Bild vielleicht schon bald deutlich verbessern. Und wer weiß, vielleicht wird der nächste Spaziergang durch Schleswig-Holstein ein wenig angenehmer – ohne die lästigen Kippen, die uns ständig ins Auge fallen.
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