Heute ist der 7.05.2026, und in Schleswig-Flensburg ist die Vorfreude auf die Erdbeersaison greifbar. Die Erdbeerlandwirte haben die Saison am 07. Mai gestartet und mit ihr die ersten süßen Früchte des Jahres geerntet. Nann Kühl aus Garding, einem beschaulichen Ort im Kreis Nordfriesland, ist einer der ersten, der die schmackhaften roten Beeren erntet. Am ersten Tag wurden bereits etwa 30 Kilogramm gepflückt – ein kleiner Vorgeschmack auf das, was in der Hochsaison noch kommen wird. Einige Gewächshäuser können beeindruckende 300 Kilogramm pro Tag erreichen!
Doch nicht alles läuft wie am Schnürchen. Der Kilogrammpreis der Erdbeeren steigt, und das hat seine Gründe. Höhere Personalkosten, die nicht zuletzt mit dem steigenden Mindestlohn zusammenhängen, sorgen für eine Erhöhung. Mit einem Preis von 6,00 bis 6,60 Euro für ein halbes Kilo Erdbeeren erleben wir eine Steigerung von rund 70% im Vergleich zu 2015. Das lässt die Verbraucher aufhorchen, zumal die Lebenshaltungskosten ebenfalls steigen. Man könnte sagen, die Erdbeeren werden zum Luxusgut.
Hoffnung auf eine ertragreiche Ernte
Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein sieht jedoch optimistisch in die Zukunft. Günstige Witterungsbedingungen und die Aussicht auf viele große Blüten an den Pflanzen lassen hoffen, dass die Ernte in diesem Jahr besonders reichhaltig wird. Die Verwendung von Folientunneln hat sich als eine innovative Lösung erwiesen, die nicht nur das Wachstum beschleunigt – oft sind die Erdbeeren bis zu drei Wochen früher erntereif – sondern auch die Arbeitsbedingungen verbessert. Diese Tunnel bieten Schutz vor schlechtem Wetter und machen die Erträge planbarer. Zudem erfordert der Tunnelanbau weniger Personal, was wiederum den Druck auf die Kosten mindert.
Dennoch bleibt der traditionelle Anbau nicht ganz aus der Mode. Nann Kühl setzt weiterhin auf die klassischen Felder – aus Kostengründen, versteht sich. Der Bau von Folientunneln schlägt mit 10.000 bis 20.000 Euro pro Anlage zu Buche, was für viele Landwirte eine große Investition darstellt. Ein gewisses Risiko bleibt also, und das zeigt sich auch in den Verkaufszahlen: Verbraucher scheinen vorsichtiger beim Kauf von Erdbeeren zu sein, was zu einem Rückgang der Käufe führt.
Ein Blick in die Zukunft
Die Anbaufläche für Erdbeeren in Deutschland ist in den letzten Jahren um fast 23% geschrumpft und beläuft sich jetzt auf etwa 12.700 Hektar. Die Betriebe passen sich an, und der Trend zu geschützten Anbausystemen nimmt zu. Es bleibt spannend, wie sich die Erdbeerproduktion weiter entwickeln wird. Vielleicht wird diese Saison ein Wendepunkt, der zeigt, dass auch in schwierigen Zeiten gute Qualität und innovative Anbautechniken Hand in Hand gehen können.
So stehen wir am Anfang einer neuen Erdbeersaison, gespannt auf das, was uns die kommenden Wochen bringen werden. Vielleicht wird es ja doch ein süßer Sommer – auch wenn die Preise nicht mehr ganz so süß sind.