Der THW Kiel steht in der Handball-Bundesliga momentan unter Druck. Nach einer durchwachsenen Leistung in den letzten sechs Spielen, in denen die Zebras nur einen einzigen Sieg erringen konnten, ist die Stimmung angespannt. Aktuell rangiert das Team um Kapitän Domagoj Duvnjak auf Platz fünf der Tabelle. Doch Duvnjak gibt sich kämpferisch und hat klar angekündigt, dass die Europa League auf der Wunschliste weit oben steht. Am 30. und 31. Mai findet das Final Four in Hamburg statt, und die Vorfreude auf die Begegnung gegen Montpellier könnte für frischen Wind sorgen.
In der Vorrunde konnten die Kieler gegen den französischen Klub bereits zweimal gewinnen – das gibt Hoffnung. Das Halbfinale wird spannend, denn bei einem Sieg trifft der THW auf den Sieger des Spiels zwischen MT Melsungen und SG Flensburg-Handewitt. Trainer Filip Jicha sieht trotz der letzten Niederlage gegen die Füchse Berlin (28:35) positive Ansätze im Team. Er betont, dass die Chancenverwertung in den letzten zehn Minuten entscheidend war und die Mannschaft noch Potenzial hat, sich zu steigern. Vor dem großen europäischen Highlight steht jedoch noch ein wichtiges Spiel gegen den Bergischen HC an, um Selbstvertrauen zu tanken.
Schwierige Zeiten für die Zebras
Die Niederlage gegen die Füchse Berlin war ein herber Rückschlag. Mit einem Endstand von 28:35 und einem Halbzeitstand von 16:18 war der THW nicht in der Lage, den Druck der Gäste standzuhalten. Besonders der Torwart von Berlin, Dejan Milosavljev, war nicht zu überwinden und wurde mit 15 Paraden als „Mann des Spiels“ ausgezeichnet. Kiels Torhüter Andreas Wolff konnte auf der anderen Seite 10 Bälle abwehren, hatte aber nicht den entscheidenden Einfluss, den es gebraucht hätte.
Die Kieler Mannschaft trat ersatzgeschwächt an, ohne Emil Madsen und Elias Ellefsen á Skipagötu. Das machte sich bemerkbar. Nikolas Bilyk und der angeschlagene Eric Johansson kämpften tapfer, doch die Füchse führten schnell und hielten den THW konstant auf Distanz. Die Zuschauerzahl von 10.000 in der Sparkassen-Arena konnte die Spieler nicht beflügeln. Nach 48 Minuten gelang es den Kielern immerhin, den Ausgleich zum 25:25 zu erzielen, doch die Fehlerquote stieg und Berlin zog in der Schlussphase davon.
Ein Blick nach vorne
Jetzt muss der THW Kiel zeigen, dass sie aus dieser schwierigen Phase lernen können. Das bevorstehende Spiel gegen den Bergischen HC wird entscheidend sein, um das nötige Selbstbewusstsein für das Halbfinale in der Europa League zu tanken. Die Fans hoffen, dass die Mannschaft die Probleme in der Chancenverwertung in den Griff bekommt und die nötige Entschlossenheit an den Tag legt. Wenn die Zebras so weitermachen, könnte das große Ziel, den Titel in Europa zu holen, vielleicht doch noch Realität werden.