In den letzten Wochen hat der gestrandete Buckelwal Timmy die Gemüter in Deutschland erhitzt und die Naturfreunde in Aufregung versetzt. Der Wal wurde am 3. März erstmals im Hafen von Wismar gesichtet und hielt sich über einen Monat lang in der Bucht vor der Insel Poel auf. Seinen Namen verdankt Timmy all denjenigen, die sich um sein Wohl gekümmert haben, während er in den Fluten der Ostsee strandete. Am 29. April wurde der Wal schließlich in einen Lastkahn (Barge) bugsiert, um in die Wismarer Bucht transportiert zu werden – ein Schritt, der von einer privaten Rettungsinitiative organisiert und finanziert wurde, ohne Unterstützung der Behörden.
Der Transport erfolgt in einem Schwimmdock, das vom Mehrzweckschiff „Fortuna B“ geschleppt wird. Begleitet wird der Schleppverband von den Schiffen „Robin Hood“ und „Arne Tiselius“, während sich die Geschwindigkeit des Transports zwischen 4 und 5 Knoten (ca. 7 bis 10 km/h) bewegt. Über Timmy sind Sonnensegel angebracht, um seine empfindliche Haut vor der Sonne zu schützen, und Tierärzte überwachen seinen Zustand. Glücklicherweise zeigt der Wal Anzeichen von Wohlbefinden: Er bläst Fontänen und schlägt mit der Fluke. Ein Notfallplan steht bereit, falls das Tier unter Stress oder Panik leiden sollte.
Der lange Weg in die Freiheit
Timmy, der etwa zwölf Tonnen wiegt und mit einer Länge von 12,35 Metern sowie einer Breite von 3,20 Metern und einer Höhe von 1,60 Metern beeindruckt, hat in der Wismarer Bucht eine lange Reise hinter sich. Er strandete mehrfach, unter anderem am 23. und 28. März, bevor die private Initiative sich entschloss, ihn in die Nordsee zu bringen, wo Hoffnung besteht, ihn in die Nähe anderer Wale auszusetzen. Fachleute äußern jedoch Bedenken hinsichtlich der Gesundheit des Wals und warnen vor den Risiken einer Bergung, während Kritiker die Stressbelastung durch den Transport und die Lautstärke in Frage stellen.
Das dänische Umweltministerium hat sich nicht an der Rettungsaktion beteiligt und erklärt, dass Dänemark grundsätzlich keine gestrandeten Meeressäugetiere rette. Der Fall von Timmy wird als ein natürlich vorkommendes Phänomen betrachtet, und das Ministerium äußerte sich nicht konkret zu seiner Situation. Stattdessen wird betont, dass Wale nicht durch menschliches Eingreifen gerettet oder gestört werden sollten.
Ein Symbol für den Naturschutz
Der Buckelwal Timmy ist weit mehr als nur ein Tier – er ist zum Symbol für den Naturschutz geworden. Seit seiner ersten Sichtung hat sein Schicksal die Menschen berührt und verschiedene Interessengruppen zusammengebracht. Die Rettungsversuche kosteten alleine in Timmendorfer Strand rund 40.000 Euro, und obwohl alle Rettungsbemühungen am 7. April zunächst eingestellt wurden, meldete sich eine private Initiative mit einem letzten Rettungsplan, um Timmy zu begleiten.
Nun, da der Wal dänisches Hoheitsgebiet erreicht hat, besteht die Möglichkeit, dass er bis in die Nordsee schwimmen könnte. Umweltminister Till Backhaus (SPD) dankte allen Beteiligten der Rettungsaktion und betonte die Bedeutung des gemeinsamen Engagements. Timmy hat Deutschland über einen Monat in Atem gehalten, und nun bleibt zu hoffen, dass er seine Reise in die Freiheit erfolgreich fortsetzen kann.