Heute ist der 5.05.2026 und im Saarland ist einiges los – vor allem im Bereich Bildung. Der KI-Chatbot „telli“ wurde Ende November 2025 an saarländischen Schulen eingeführt. Mit dem Ziel, den Unterricht und das Lernen zu erleichtern, sollte „telli“ die Lehrkräfte unterstützen. Aber wie sieht die Realität aus? Die Nutzung des Chatbots scheint, nun ja, etwas begrenzt zu sein.

Bis Mitte April 2026 haben rund 3.400 Lehrerinnen und Lehrer den notwendigen Grundlagenkurs abgeschlossen, um „telli“ zu nutzen. Doch nur etwa jede dritte Lehrkraft darf ihn tatsächlich für Aufgaben wie das Schreiben von Elternbriefen einsetzen. Komischerweise bleibt unklar, wie häufig der Chatbot in der Praxis wirklich verwendet wird. Vielleicht liegt es daran, dass andere Chatbots als leistungsfähiger angesehen werden. Die Bildungsgewerkschaft GEW und der Saarländische Lehrerinnen und Lehrerverband (SLLV) berichten, dass „telli“ in der täglichen Praxis eher eine untergeordnete Rolle spielt. Man fragt sich, ob die hohen Zugangsvoraussetzungen für den Chatbot nicht auch eine Hürde darstellen.

Ein Blick auf die Einführung von „telli“

Der Chatbot steht ab sofort an allen Schulen im Saarland zur Verfügung. Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot hat die Bedeutung von KI im Bildungsbereich betont und hervorgehoben, dass „telli“ Lehrkräften bei der Unterrichtsgestaltung helfen und Schülern individuelle Lernwege ermöglichen soll. Klingt ja gut, oder? „Telli“ kann sogar Lernszenarien und Arbeitsblätter erstellen sowie bei der Erstellung von Elternbriefen unterstützen. Doch trotz dieser vielversprechenden Möglichkeiten bleibt unklar, warum die tatsächliche Nutzung hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Um einen ersten Eindruck von „telli“ zu gewinnen, wurde der Chatbot bereits an sechs Pilotschulen getestet. Viele Bundesländer haben ihn inzwischen für Schulorganisation, Unterrichtsplanung und als Lernmittel freigegeben. Bremen war das erste Bundesland, gefolgt von Brandenburg und Schleswig-Holstein. Weitere Bundesländer planen, „telli“ flächendeckend einzuführen. Aber im Saarland sieht die Realität anders aus. Hier hat sich der Chatbot noch nicht so recht durchsetzen können.

Die Herausforderungen

Ein Grund für die zögerliche Akzeptanz könnte die Tatsache sein, dass „telli“ speziell für den schulischen Einsatz entwickelt wurde und dabei pseudonymisierte Nutzerdaten verwendet. Die Zugang zu „telli“ erfolgt über die Online-Schule-Saarland, was für einige Lehrerinnen und Lehrer vielleicht nicht ganz so einfach ist. Vielleicht braucht es einfach noch etwas Zeit, um die Vorteile dieser Technologie in den Schulalltag zu integrieren. Oder die Lehrkräfte müssen noch die Vorzüge erkennen, die ein KI-gestützter Unterricht mit sich bringen kann.

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Wie es aussieht, könnte „telli“ eines Tages eine wichtigere Rolle im Unterricht spielen. Doch bis dahin bleibt die Frage, ob er die Erwartungen erfüllen kann, die an ihn gestellt werden. Mit einem Schmunzeln könnte man sagen: Vielleicht muss „telli“ erst mal einen eigenen Elternbrief schreiben, um seine Daseinsberechtigung zu beweisen!